Panorama

Erfolg bei der Europäischen PhysikOlympiade

30.05.2022 - Bei der Europäischen PhysikOlympiade in Slowenien erreicht das deutsche Team Platz 1 im Nationenranking.

Bei der Europäischen PhysikOlympiade (EuPhO) haben Schülerinnen und Schüler aus Europa sowie Gastteams von anderen Kontinenten in diesem Jahr zum sechsten Mal ihr Können unter Beweis gestellt. Insgesamt 182 Schülerinnen und Schüler aus 37 Ländern kamen vom 20. bis 24. Mai 2022 in Ljubljana (Slowenien) zusammen, um sich den herausfordernden experimentellen und theoretischen Aufgaben zu stellen, die den Teilnehmenden neben physikalischem Wissen auch viel Kreativität abverlangten. Die fünf deutschen Schüler zeigten herausragende Leistungen und sicherten sich drei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille. Damit erreichten sie den ersten Platz im Nationenranking.

Die bis zu fünf Olympionikinnen und Olympioniken jedes Landes qualifizieren sich in der Regel über nationale Auswahlwettbewerbe zur Internationalen PhysikOlympiade (IPhO). In Deutschland führt das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel diese sog. PhysikOlympiade in Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder durch. Jährlich beteiligen sich bundesweit etwa 1000 Schülerinnen und Schüler an dem Wettbewerb.

In diesem Jahr haben sich Tim Enders (Goetheschule, Ilmenau), Théo Lequy (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Magdeburg), Finnley Paolella (Gymnasium Kronshagen, Schleswig-Holstein), Lukas Tyben (Gymnasium Nordhorn) sowie Christian Vogel (Max-Planck-Gymnasium, Groß-Umstadt) für den Wettbewerb qualifiziert. Zu der deutschen Delegation gehörten als Teamleader Gunnar Friege (Leibniz-Universität Hannover), Bastian Hacker (Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen) sowie Johannes Rothe (TU München). Stefan Petersen (IPN, Kiel), Leiter der PhysikOlympiade in Deutschland, war als Mitglied des internationalen akademischen Komitees beteiligt, das auch durch weitere ehemalige Teilnehmende der PhysikOlympiade in Deutschland unterstützt wurde.

In Ljubljana erwartete die Olympionikinnen und Olympioniken ein buntes Programm mit kulturellen Highlights auch jenseits der Physik. Im Zentrum standen aber die experimentellen und theoretischen Aufgaben, bei denen es im theoretischen Teil um einen in einem engen, flüssigkeitsgefüllten Gefäß schwingenden Zylinder ging, um thermische Oszillationen in einem Schaltkreis sowie um die Bewegung eines Dipols in einem magnetischen Feld. Die experimentelle Klausur behandelte verschiedene physikalische Aspekte von Beleuchtung. 

Der Anspruch der EuPhO-Aufgaben war in diesem Jahr etwas niedriger als üblich, dennoch erzielten die Teilnehmenden im Mittel nur etwa 37 Prozent der erreichbaren Punkte. Das deutsche Team konnte mit seiner Leistung aber voll überzeugen: Théo Lequy erreichte mit 41,2 von 50 möglichen Punkten einen herausragenden 2. Platz unter allen Teilnehmenden und erhielt dafür eine der 12 vergebenen Goldmedaillen. Dicht dahinter folgten Tim Enders (Rang 3) und Finnley Paolella (Rang 8), die ebenfalls Gold erhielten. Lukas Tyben sicherte sich eine Silbermedaille und Christian Vogel eine Bronzemedaille. Sowohl nach Punkten als auch nach Medaillen lag das deutsche Team damit ganz vorne. Insbesondere die Bearbeitung des Experiments war hervorragend: Die drei besten Bearbeitungen der experimentellen Klausur stammen von deutschen Schülern, Théo Lequy erhielt zudem den Preis für das beste Experiment.

Den Organisatoren der diesjährigen EuPhO gebührt große Anerkennung für die Durchführung des Wettbewerbs und ein herzlicher Dank für die Zeit in Slowenien. Im kommenden Jahr wird die EuPhO in Hannover stattfinden. Wir werden alles daran setzen, einen im besten Sinne denkwürdigen Wettbewerb zu organisieren und freuen uns auf Gäste aus ganz Europa und darüber hinaus.

Stefan Petersen / Maike Pfalz

 

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