Panorama

Viermal Silber, einmal Bronze

30.07.2021 - Das deutsche Team holt bei der Internationalen PhysikOlympiade fünf Medaillen.

Bei der Internationalen PhysikOlympiade (IPhO) stellen Jahr für Jahr die besten Physik-Nachwuchstalente aus aller Welt ihr Können unter Beweis, um eine der begehrten olympischen Medaillen zu erringen. Die 51. IPhO fand aufgrund der Corona-Pandemie vom 17. bis 24. Juli mit rund 360 Teilnehmenden aus 75 Ländern erstmals online statt. Unter Schirmherrschaft des Litauischen Präsidenten hatten das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport in Litauen, das Lithuanian Centre of Non-Formal Youth Education und die Universität Vilnius den Wettbewerb organisiert.

Mit enormem logistischen Aufwand wurden vorab Experimentiermaterialien in die ganze Welt verschickt, virtuelle Räume gestaltet und Online-Aktivitäten für Teilnehmende, Team Leader und alle anderen beteiligten Personen vorbereitet. Die jungen Talente sollten für den Wettbewerb, soweit möglich, an einem Ort in ihrem Heimatland zusammenkommen, um gemeinsam an den beiden fünfstündigen Online-Klausuren teilzunehmen. Die Organisation der IPhO in dieser Form war für alle Beteiligten Neuland und hat dennoch weitgehend reibungslos geklappt.

Das fünfköpfige deutsche Team bestand aus Andreas Feuerpfeil (Gymnasium Alexandrinum, Coburg), Anton Tizian Haas (Max-Steenbeck-Gymnasium, Cottbus), Jonas Hübner (Friedrichsgymnasium, Kassel), Théo Lequy (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Magdeburg) sowie Seán Sdahl (Paracelsus-Gymnasium, Stuttgart). Sie hatten sich in dem vierstufigen Auswahlwettbewerb, der PhysikOlympiade in Deutschland, unter mehr als 940 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland qualifiziert.

Unterstützt wurden die Olympioniken von den ehemaligen Teilnehmern der PhysikOlympiade Axel Boeltzig (Universität Neapel) und Johannes Rothe (TU München), die als Team-Leader ebenfalls nach Kiel gekommen waren, sowie von Paul Tschisgale und Dürken Quaas als Betreuende vonseiten des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), das für die Auswahl und das Training des Teams verantwortlich war.

Im Zentrum der PhysikOlympiade stehen die experimentellen und theoretischen Klausuren, bei denen es in diesem Jahr im experimentellen Teil um Kondensatoren bei unterschiedlichen Temperaturen sowie um elektrische und thermische Eigenschaften von Leuchtdioden ging. Die theoretische Klausur thematisierte unter anderem seismische Wellen, elektrostatische Linsen, optische Eigenschaften von Molekülen sowie die Bose-Einstein-Kondensation. In Deutschland waren die Experimente wohlbehalten angekommen, und die Durchführung der Klausuren per Videokonferenzen am IPN in Kiel funktionierte ohne große Probleme.

Die fünf deutschen Teammitglieder haben sehr gute Leistungen gezeigt und konnten fünf Medaillen erringen: Andreas Feuerpfeil, Jonas Hübner, Théo Lequy und Seán Sdahl wurden mit einer Silbermedaille ausgezeichnet, Anton Tizian Haas mit einer Bronzemedaille. Alle fünf hatten sich im vorderen Drittel des Teilnehmendenfeldes platziert. Im inoffiziellen Länderranking nach Punkten belegte das deutsche Team den 16. Platz, unter den 42 europäischen Delegationen sogar den 4. Platz nach Russland, Rumänien und Ungarn. Am erfolgreichsten waren die Teams aus China, Südkorea, den USA und Russland, bei denen alle Olympioniken eine Goldmedaille gewonnen haben.

Neben dem Wettbewerb und den von den litauischen Gastgebern organisierten Online-Aktivitäten erkundeten die deutschen Teilnehmer vor Ort die Kieler Förde und maßen ihre Kräfte in einem Klettergarten.

Gastgeber Litauen hat die Herausforderung, die IPhO erstmalig online und über fast alle Zeitzonen hinweg durchzuführen, mit großem Erfolg gemeistert. Die 52. IPhO wird im kommenden Jahr in Weißrussland stattfinden.

Stefan Petersen / Maike Pfalz

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