DPG

Von der PTB an die Spitze der DPG

04.04.2022 - Am 1. April fand im Magnus-Haus Berlin die feierliche Amtsübergabe des DPG-Präsidenten statt.

In den letzten zehn Jahren war Joachim Ullrich Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Nun steht er an der Spitze der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: In einer Feierstunde im Magnus-Haus Berlin übernahm er das Amt des DPG-Präsidenten von seinem Vorgänger Lutz Schröter, der nun turnusgemäß zwei Jahre lang Vizepräsident der DPG sein wird. Der bisherige DPG-Vizepräsident Dieter Meschede scheidet ebenso turnusgemäß aus dem Amt aus.

In seiner Antrittsrede erinnerte Joachim Ullrich an das Selbstverständnis der DPG, das in der Satzung verankert ist und demzufolge sich die DPG und ihre Mitglieder verpflichtet, für Freiheit, Toleranz, Wahrhaftigkeit und Würde in der Wissenschaft einzutreten und sich dessen bewusst zu sein, dass die in der Wissenschaft Tätigen für die Gestaltung des gesamten menschlichen Lebens in besonders hohem Maße verantwortlich sind. „Wir glauben an den Gedanken, dass Wissenschaft verbindet“, betonte Ullrich. „Echte Wissenschaft funktioniert dauerhaft nur in Freiheit, im offenen Diskurs, angstfrei in pluralistischer Diskussion.“

Der Krieg in der Ukraine verdeutliche unmissverständlich, wie wichtig es sei, sich als DPG mit ganzer Kraft dafür einzusetzen, die Brücken für einen freien Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Meinungen über Ländergrenzen hinweg zu erhalten. Dazu zählen insbesondere auch konkrete Maßnahmen, die sein Vorgänger initiiert habe.

Ein wichtiges Anliegen sei ihm zudem die Nachwuchsförderung: „Dazu gehört auch, als DPG einen Beitrag zu leisten, die negativen Folgen der Corona-Pandemie für junge, schulpflichtige Menschen abzumildern. Das schließt die Lehrkräfte mit ein.“ Eine gute naturwissenschaftliche Bildung sei die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und einen auf Fakten basierenden Diskurs, ist Ullrich überzeugt. „Wir müssen die Gesellschaft und die Politik bei ihren Entscheidungen unterstützen und dafür die wissenschaftliche Basis liefern.“ Das gelte nicht zuletzt für Herausforderungen wie Klima und Energieversorgung. Für die DPG bedeute dies: „Wir müssen uns einmischen, vielleicht mehr denn je!“, so Ullrich.

Der Erfolg der DPG bei all ihren Aktivitäten ist untrennbar mit einer lebendigen, kreativen und inspirierenden Vereinskultur verbunden, ist Joachim Ullrich überzeugt: „Unsere Mitglieder sind das Herz unseres Vereins, begeisterte Mitglieder sind zudem die besten Botschafter, die beste Quelle für neue Mitglieder. Ich werde deshalb alles dafür tun, die Attraktivität der DPG für unsere Mitglieder zu bewahren, ja zu steigern, und – vor allem auch – auf neue Gruppen aufzuweiten.“

Joachim Ullrich (geboren 1956) studierte Geophysik und Physik an der Universität Frankfurt, wo er vier Jahre nach dem Diplom 1987 promovierte. 1994 folgte die Habilitation und 1997 ein Ruf auf einen Lehrstuhl für Experimentalphysik an die Universität Freiburg. 2001 wechselte er als Direktor an das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg.

Im Jahr 2012 wurde Joachim Ullrich zum Präsidenten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt berufen, dieses Amt übergibt er Ende des Monats an seine Nachfolgerin Cornelia Denz. Seither übernahm er zahlreiche Aufgaben im Zuge der Neudefinition der SI-Einheiten. So ist er seit 2014 Präsident des Consultative Committee for the International Units des Internationalen Büros für Maße und Gewichte. Für die Physik-Community engagiert er sich als Wissenschaftlicher Beirat der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung. 2021 zeichnete die DPG Joachim Ullrich mit der Stern-Gerlach-Medaille aus, der höchsten Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik.

DPG / Maike Pfalz

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