DPG

DPG-Preise: Schmelzübergänge und Infrarotastronomie

18.11.2021 - Die DPG-Preisträgerinnen und -Preisträger für das Jahr 2022 stehen fest.

Nach guter Tradition wählten die Preiskomitees der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) auf dem „Tag der DPG“ am vergangenen Wochenende die Preisträgerinnen und Preisträger des kommenden Jahres aus. Viele erhalten ihre Auszeichnungen während der 85. Jahrestagung der DPG in Erlangen.

Die Max-Planck-Medaille – die höchste Auszeichnung der DPG für theoretische Physik – erhält Prof. Dr. Annette Zippelius von der Georg-August-Universität Göttingen. Die DPG würdigt damit ihre fundamentalen Beiträge, welche die statistische Physik kondensierter Materie konzeptionell wie methodisch nachhaltig beeinflusst haben – insbesondere für ihre herausragenden Arbeiten zu den Schmelzübergängen dünner Filme, zur statistischen Theorie neuronaler Netze und zur Dynamik granularer Gase.

Das Lebenswerk von Annette Zippelius zeichnet sich durch beeindruckende Tiefe und Innovation im breiten Feld hochkomplexer physikalischer und biologischer Systeme aus. Besonders bekannt ist sie unter anderem für Arbeiten über die Dynamik von Spin-Gläsern, ein exakt lösbares, asymmetrisches Modell neuronaler Netze, eine hydrodynamische Theorie von Defekten in der Nähe des zweidimensionalen Schmelzübergangs sowie eine Theorie der Energierelaxation und der Korrelationen in Freiheitsgraden granularer Gase.

Die Stern-Gerlach-Medaille, die wichtigste Auszeichnung der DPG für experimentelle Physik, geht an Priv.-Doz. Dr. Frank Eisenhauer vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching. Frank Eisenhauer wird für seine Pionierarbeiten zur hochauflösenden Infrarotastronomie ausgezeichnet, die spektroskopische wie auch astrometrische Studien revolutioniert haben. Seit zwanzig Jahren ist er der kreative Leiter der Entwicklung von innovativen Instrumenten in der bodengebundenen Infrarotastronomie, z. B. für den Integralfeld-Spektrographen SINFONI oder das Interferometer GRAVITY am Very Large Telescope der ESO in Chile, die Erkenntnisse über Schwarze Löcher, aktive Galaxienkerne, Exoplaneten sowie Stern- und Galaxienentstehung liefern.

Neben den beiden höchsten Auszeichnungen ehrt die DPG weitere hervorragende Forscherinnen und Forscher:

Den Walter-Schottky-Preis 2022 erhält Dr. Felix Büttner vom Helmholtz-Zentrum Berlin für seine bahnbrechenden Leistungen auf dem Gebiet magnetischer Skyrmionen. Seine Arbeiten haben maßgeblich zum Verständnis der ultraschnellen Erzeugung und der Eigenschaften dieser topologischen Zustände beigetragen. Der Gustav-Hertz-Preis 2022 zeichnet Dr. David Brückner von der Ludwig-Maximilians-Universität München für seine herausragenden theoretischen Arbeiten zur Migration von Zellen in räumlich eingeschränkten Umgebungen aus.

Der Gaede-Preis geht an Dr. Philip Willke vom Karlsruher Institut für Technologie in Würdigung seiner herausragenden experimentellen Arbeiten zur Erforschung einzelner Elektronen- und Kernspins mittels Elektronenspinresonanz an einzelnen Atomen auf Oberflächen. Den Georg-Kerschensteiner-Preis 2022 erhält Prof. Dr. Horst Schecker von der Universität Bremen für seine wesentliche Rolle bei der Etablierung eines kompetenzbildenden Physikunterrichts und seine Beiträge zur Entwicklung und Erforschung neuer Konzepte und Medien.

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis würdigt außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik und geht 2022 an Prof. Dr. Klaus D. A. Wendt von der Universität Mainz in Würdigung seiner herausragenden Arbeiten zur Atom- und Kernphysik sowie zur Spurenanalytik, wie auch für die Entwicklung von Lasersystemen, die inzwischen weltweit in Benutzung sind. Den Hertha-Sponer-Preis erhält Dr. Elisabeth Fischer-Friedrich von der TU Dresden für ihre hervorragenden theoretischen und experimentellen Beiträge zur Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften von Zellen und Proteinkondensaten.

Darüber hinaus vergibt die DPG gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften internationale Preise: Der deutsch-britische Max-Born-Preis geht an Prof. Dr. Claudia Felser vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden für ihre bahnbrechenden Beiträge auf den Gebieten der magnetischen und chiralen Topologie, der Vorhersage, der Einkristallzucht und der experimentellen Beobachtungen. Gemeinsam mit der Optical Society of America zeichnet die DPG Professor Jun Ye von der JILA University of Colorado at Boulder, USA, mit dem Herbert-Walther-Preis 2022 aus. Die Verleihung erfolgt für seine bahnbrechenden Beiträge auf dem Gebiet der Optik.

Der DPG-Technologietransferpreis 2021 geht gemeinschaftlich an die Abberior Instruments GmbH, Göttingen, die Max-Planck-Innovation GmbH, München, sowie an das Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, Göttingen, für die herausragende Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der hochauflösenden Fluoreszenzmikroskopie auf den Einsatz in Lichtmikroskopen unterhalb der Beugungsgrenze, für den erfolgreichen Transfer dieser Technologie in eine Ausgründung aus dem Institut und für die erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung dieser Technologie auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften.

Auch der physikalische Nachwuchs erhält 2022 DPG-Preise: Luis Azevedo Antunes von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München wird mit dem Georg-Simon-Ohm-Preis ausgezeichnet für den Aufbau und die Evaluierung einer Simulationsumgebung zur Modellierung des Einflusses von Sauerstoffdefekten auf die Bildung der ferroelektrischen Phase in dotiertem Hafniumdioxid auf Basis von Dichtefunktional-Rechnungen. Darüber hinaus gehen DPG-Schülerinnen- und -Schülerpreise an Tarek Becic (Frankenwald-Gymnasium, Kronach), Adam Muderris (Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach), Michael Ott (Augustinus-Gymnasium, Weiden in der Oberpfalz), Silvius Perret (Geschwister-Scholl-Gymnasium, Löbau) und Maxim Jonah Walther (Schiller-Gymnasium, Hameln) in Würdigung ihrer Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams beim ersten virtuellen International Young Physicists' Tournament (OYPT) erzielt haben sowie an Andreas Feuerpfeil (Gymnasium Alexandrinum, Coburg), Anton Tizian Haas (Max-Steenbeck-Gymnasium, Cottbus), Jonas Hübner (Friedrichs-Gymnasium, Kassel), Théo Lequy (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Magdeburg) und Seán Sdahl (Paracelsus-Gymnasium, Stuttgart) in Würdigung ihrer Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams bei der 51. Internationalen Physikolympiade (online) erzielt haben.

Maike Pfalz / DPG

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