Panorama

25 Jahre IPP Greifswald

26.07.2019 - Weltweit größter Stellerator Wendelstein 7-X demonstriert in Mecklenburg-Vorpommern Möglichkeit des Fusionsdauerbetriebs.

Vor 25 Jah­ren, am 19. Juli 1994, schlos­sen das Land Meck­lenburg-Vor­pom­mern und die Max-Planck-Gesell­schaft den Rah­menver­trag zur Errich­tung des IPP-Tei­linstitu­tes in Greifs­wald. Hier, mehr als 800 Ki­lo­meter vom Stam­minsti­tut im bayeri­schen Gar­ching ent­fernt, gründete das Max-Planck-Institut für Plas­maphy­sik im Zuge des „For­schungs­auf­baus Ost“ ei­nen zweiten Stand­ort. Dort sollte die be­reits ab den 1980er-Jahren geplante For­schungsanlage Wendel­stein 7-X ent­stehen, die welt­weit größte Fusions­anlage vom Typ Stellara­tor.

Mit unter­schiedli­chen An­lagen verfolgt man an beiden IPP-Standor­ten das gleiche Ziel: ein Kraft­werk, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Ver­schmel­zung von Atomker­nen Energie gewinnt. Brenn­stoff ist ein ioni­siertes Wasser­stoffgas, ein „Plasma“. Zum Zünden des Fusi­onsfeu­ers muss es in Magnet­feldern nahezu berüh­rungsfrei einge­schlos­sen und auf hohe Tempe­raturen über 100 Millionen Grad auf­geheizt werden. Dabei er­arbeitet die For­schungs­anlage ASDEX Upgrade in Gar­ching die Grundla­gen für ein Fusi­onskraft­werk vom Typ Toka­mak; Wen­del­stein 7-X in Greifs­wald soll die Kraft­werk­staug­lichkeit der Stel­laratoren zei­gen.

Die damalige Kultusmi­nisterin Mecklen­burg-Vorpom­merns Steffie Schnoor betonte 1994 an­lässlich der Ver­trags­un­ter­zeich­nung: „Dieses junge Bundes­land wird mit dem Rahmen­vertrag, den wir heute hier un­terzeich­nen, in den eu­ropäi­schen For­schungs­verbund einge­bunden und der For­schungs­standort Mecklen­burg-Vorpom­mern wird nachhal­tig ge­stärkt. Nicht zu­letzt wird hier und heute auch ein Stück Deutsche Einheit vollzo­gen.“ Ähnlich sah es der da­malige Bundes­for­schungs­minister Dr. Paul Krüger: „Die An­glei­chung der Le­bensver­hältnisse zwischen Ost und West, also auch im Be­reich von For­schung und Techno­logie, ist und bleibt eine vor­rangige Auf­gabe.“ Mit dem Stellara­tor-Pro­jekt ent­stünde in Greifs­wald eine Stätte europäi­scher For­schung.

Zwei Jahre später bestä­tigte die Europäi­schen Union, 45 Pro­zent der Investi­ti­onskos­ten zu überneh­men, und die ersten Aufträge konnten europa­weit aus­geschrie­ben wer­den. Im Jahr 2000 zog man aus gemiete­ten Büro­räumen in den In­stituts­neubau in der Wendel­stein­straße um. Pa­rallel zur indus­tri­ellen Fer­tigung der Bau­teile startete 2005 der Zusam­menbau des Großex­peri­ments. Nach zehn Jah­ren und weit über ei­ner Mil­lion Monta­gestun­den war der Auf­bau von Wendel­stein 7-X abge­schlos­sen. Da­ran hat­ten sich zahlrei­che For­schungs­einrich­tungen im In- und Aus­land be­teiligt. Die von Bund, Land und EU bis heute getrage­nen In­vestiti­onskos­ten zur Errich­tung von Wendel­stein 7-X belaufen sich auf net­to rund 400 Millionen Euro. Aufträge im Wert etwa 100 Millionen gingen dabei an Unter­nehmen im Land Mecklen­burg-Vorpom­mern.

2015 erzeugte Wendel­stein 7-X das erste Helium-Plasma, 2016 startete mit dem ersten Was­ser­stoff-Plasma der wis­sen­schaftli­che Ex­perimen­tierbe­trieb. Schon ein Jahr später erzielte Wendel­stein 7-X den Stel­larator-Weltre­kord für das Fusi­onspro­dukt. Die gegen­wärtig für etwa zwei Jahre laufende Aufrüs­tung der Anlage soll statt der bis­lang er­reichten zehn bis hundert Sekun­den bis zu drei­ßig Mi­nuten andau­ernde Plasmen möglich machen. Damit wird über­prüfbar, ob Wen­delstein 7-X ein heißes Wasser­stoff-Plasma auch dauer­haft auf­rechter­halten kann. Ziel ist es, das große Plus der Stellara­toren zu de­monst­rieren, die Mög­lichkeit des Dau­erbe­triebs.

„Die Hoffnun­gen des damali­gen IPP-Direktor Professor Klaus Pinkau, der die Grün­dung des neuen Stand­orts in Greifs­wald maßgeb­lich be­fördert hatte, haben sich er­füllt. Der wissen­schaftli­che Er­folg hat sich voll und ganz einge­stellt“, meint Projekt­leiter Professor Thomas Klinger: „Wen­delstein 7-X ging als natio­nales und eu­ropäi­sches Projekt an den Start. In­zwischen hat die Anlage internati­onale Auf­merk­samkeit und Ko­operati­ons­partner in aller Welt ge­funden“. Zum Wen­del­stein-Team ge­hören über 400 Wissen­schaftle­rinnen und Wis­sen­schaftler, davon etwa die Hälfte aus den Labora­torien des Euro­päischen Fusi­ons­for­schungs­pro­gramms, aus den USA, Ja­pan und Austra­lien.

IPP / LK

 

 

 

Die nächste Generation der effizienten Lösung für die Gasanalyse von Pfeiffer Vacuum

OmniStar und ThermoStar sind kompakte Benchtop-Analysegeräte für Probengase die unter Atmosphärendruck vorliegen. Sie sind die perfekte Komplettlösung zur Gasanalyse, insbesondere bei chemischen Prozessen, in der Halbleiterindustrie,

Metallurgie, Fermentation, Katalyse, Gefriertrocknung und bei der Umweltanalyse. Die Analysesysteme bestehen aus Einlasssystem, Massenspektrometer PrismaPro, trocken verdichtender Membranvakuumpumpe MVP und Turbopumpe HiPace.

 

Pfeiffer Video

Erfahren Sie mehr über Analysegeräte

Newsletter

Die Physik in Ihrer Mailbox – abonnieren Sie hier kostenlos den pro-physik.de Newsletter!

Erleben Sie unsere neue HiScroll – die ölfreien Vakuumpumpen von Pfeiffer Vacuum

Die HiScroll Serie besteht aus drei ölfreien und hermetisch dichten Scrollpumpen mit einem nominellen Saugvermögen von 6 – 20 m³/h. Die Pumpen zeichnen sich insbesondere durch ihre hohe Leistung beim Evakuieren gegen Atmosphäre aus. Ihre leistungsstarken IPM*-Synchronmotoren erzielen einen bis zu 15% höheren Wirkungsgrad in Vergleich zu konventionellen Antrieben.

*Interior Permanent-Magnet

Pfeiffer HiScroll Pumpen Video

Erfahren Sie mehr über die neue HiScroll Vakuumpumpe

On-demand-Webinar: Von Transportmessungen in der Festkörperphysik zur Impedanzanalyse in der Elektrotechnik

Nach einer kurzen Einführung in das Lock-in Verstärker Messverfahren erfahren Sie, wie diese Messtechnik bessere und schnellere Transportmessungen ermöglicht.

Mehr Informationen zum on-demand-Webinar

Virtuelle Jobbörse

Eine Kooperation von Wiley und der DPG

Da die erste virtuelle Jobbörse mit mehr als 1.500 Registrierungen und über 1.000 teilnehmenden Personen ein sehr großer Erfolg für Anbieter und Teilnehmende war, bieten die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und der Verlag Wiley-VCH eine weitere virtuelle Jobbörse im Herbst an.

Eventbeginn:
03.11.2020 - 12:00
Eventende:
03.11.2020 - 16:00

Mehr Informationen

On-demand-Webinar: Von Transportmessungen in der Festkörperphysik zur Impedanzanalyse in der Elektrotechnik

Nach einer kurzen Einführung in das Lock-in Verstärker Messverfahren erfahren Sie, wie diese Messtechnik bessere und schnellere Transportmessungen ermöglicht.

Mehr Informationen zum on-demand-Webinar

Virtuelle Jobbörse

Eine Kooperation von Wiley und der DPG

Da die erste virtuelle Jobbörse mit mehr als 1.500 Registrierungen und über 1.000 teilnehmenden Personen ein sehr großer Erfolg für Anbieter und Teilnehmende war, bieten die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und der Verlag Wiley-VCH eine weitere virtuelle Jobbörse im Herbst an.

Eventbeginn:
03.11.2020 - 12:00
Eventende:
03.11.2020 - 16:00

Mehr Informationen