Rezension

Sonnenfinsternis 1919

Daniel Kennefick: No Shadow of a Doubt; Matthew Stanley: Einstein‘s War; S. James Gates jr. und S. James Gates jr. und Cathie Pelletier: Proving Einstein Right

Gleich drei neue Bücher widmen sich den Expeditionen, die vor hundert Jahren aufbrachen, um die relativis­tische Lichtablenkung von Strahlen nachzuweisen, die nahe an der Sonne entlangstreifen. Dabei zeigt sich, wie verschieden sich ein und die gleiche historische Episode erzählen und analysieren lässt.

Im Zentrum aller drei Bücher stehen die Forschungsreisen von Arthur Eddington unter anderem zur Vulkaninsel Principe an der Westküste Afrikas sowie von Andrew Crommelin und Charles Rundle Davidson nach Sobral im Norden Brasiliens. Hochempfindliche Beobachtungsins­trumente und Fotoausrüstung galt es, auf sehr umständlichen Wegen über See und Land an die entlegenen Beobachtungsstationen zu bringen. Die unter ungünstigen Wetterbedingungen erhaltenen Fotografien mussten präzise vermessen und mit Fotos des jeweiligen Himmelsareals ohne Sonne verglichen werden.

Die vielen logistischen, personellen, klimatischen und institutionellen Hürden, die zu überwinden waren, um Einsteins Voraussage einer Ablenkung von 1,7" nahe dem Sonnenrand und einer 1/r-Abnahme des Effektes für wachsende Abstände r zu bestätigen, geben James Gates und Cathie Pelletier in ihrem Buch am besten wieder. Sie bieten einen spannenden Expeditionsbericht mit zahlreichen guten Fotografien und Details, auch die vielen Instrumente, weitere involvierte Personen und konkurrierende Forschungsteams betreffend.

Matthew Stanley hingegen fokussiert mehr auf das Wechselspiel von Eddingtons und Einsteins wissen­schaftlichen Arbeiten mit dem Ersten Weltkrieg − als Autor einer vielbeachteten Biografie des Quäkers und Kriegsgegners Eddington geht er darauf am intensivsten ein. Auch bei Daniel Kennefick, der zuvor eine wissenschaftshistorische Studie über die Geschichte von Gravitationswellen veröffentlicht hatte, findet sich einiges dazu. Die Stärke seines Buches liegt aber eher in der interessanten wissenschaftstheoretischen Diskussion, ob die starke Überzeugung von der Richtigkeit der Relativitätstheorie Eddingtons Messungen in illegitimer Weise beeinflusst und seine im November 1919 öffentlich verkündete erste Bestätigung der Lichtablenkung präjudiziert hat. Kenneficks Ergebnis ist übrigens, dass der immer wieder geäußerte Vorwurf eines Frisierens der Daten („data-fudging“) zu Gunsten von Einstein unberechtigt ist.

Stanley sowie Gates und Pelletier haben Bücher für breite Leserkreise mit wenig Vorwissen über Astronomie oder Relativitätstheorie geschrieben, die hervorragend lesbar sind, während Kenneficks Analyse narrativ weniger geglückt ist, dafür aber die interessanten wissenschaftstheoretischen Aspekte tiefer beleuchtet.

Prof. Dr. Klaus Hentschel,
Historisches Institut, Universität Stuttgart

Daniel Kennefick: No Shadow of a Doubt, Princeton University Press, Princeton, 2019, geb., 403 S., US$ 29,95, ISBN 9780691183862

Matthew Stanley: Einstein‘s War, Dutton, New York 2019, geb., 400 S., US$ 28, ISBN 9780525954157

S. James Gates jr. und Cathie Pelletier: Proving Einstein Right, New York 2019, geb., 345 S., US$ 30, ISBN 9781549101335

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