Rezension

Atlas des Unsichtbaren

James Cheshire, Oliver Uberti: Atlas des Unsichtbaren, Carl Hanser Verlag, München, 2022, geb., 216 S., 26 Euro, ISBN 9783446270930

Was sagen Mobilfunkdaten über Migrationsbewegungen aus? Wie steht es mit der Internetabdeckung in verschiedenen Regionen der Welt? Und wo sind die Menschen am glücklichsten? Diese und andere Fragen, die dem Auge normalerweise verborgen bleiben, wollen die Autoren mit ihrem Buch sichtbar machen.

Dieses enthält eine große Vielfalt an Themen. Sie reichen von Wanderbewegungen der Vergangenheit bis zu heutigen Pendlerbewegungen, sie machen geschlechterspezifische Gewalt deutlich, aber auch Linien im Flugverkehr. Sie illustrieren die Häufigkeit von Waldbränden ebenso wie die weltweite Luftverschmutzung oder Klima­ver­änderungen. Weil die Autoren den Schwächeren eine Stimme geben möchten, gibt es z. B. eine Karte zu Sklavereiströmen zwischen 1514 und 1866 und eine zu Walfangquoten.

So vielfältig wie die Themen sind auch die Art der Karten und der Radius, den sie in den Blick nehmen. Einige zeigen globale Phänomen, etwa wie lange man in welchem Teil der Erde bis zur nächsten Großstadt braucht. Andere fokussieren auf Einzelschicksale, beispielsweise eine ungewöhnlich gestaltete Karte, welche die individuellen Lebenswege zweier Insassen von Konzentrationslagern nachzeichnet.

Die Karten zeigen nicht nur Momentaufnahmen, sondern auch zeitliche Entwicklungen. Diejenige der Lichtverschmutzung zwischen 2012 und 2016 verdeut­licht beispielsweise, dass in Europa die Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung greifen. In anderen Teilen der Welt, etwa in Indien, hat sie deutlich zugenommen: Dort hat die Regierung 2014 ein Programm gestartet, um alle Haushalte des Landes an die Stromversorgung anzuschließen. Betroffen macht in diesem Zusammenhang eine Karte zum Nahen Osten, die zeigt, wie der Krieg ganze Landstriche verdunkelt.

Der Atlas des Unsichtbaren bietet durch die Fülle der darin behandelten Themen Stoff für vielfältige Interessen. Von der Aufmachung her hätte ich mir ein etwas größeres Format gewünscht, denn insbesondere die Beschriftung mancher Karten fällt so recht winzig aus.

Anja Hauck

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