Panorama

Wechsel an der Spitze der PTB

25.04.2022 - Zum 1. Mai übernimmt Cornelia Denz das höchste Amt bei der Bundesanstalt von Joachim Ullrich.

Joachim Ullrich, der vierzehnte Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), lenkte mehr als zehn Jahre lang die Geschicke des nationalen Metrologieinstituts Deutschlands. Am 1. Mai übergibt er das Amt an Cornelia Denz: Die Physik-Professorin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wird dann die erste Frau an der Spitze der Bundesanstalt sein. Mit einem Festkolloquium im Institut Berlin der PTB wurde Joachim Ullrich am 22. April in den Ruhestand verabschiedet.

Seine Amtszeit prägten wissenschaftliche Großereignisse ebenso wie entscheidende Weichenstellungen der modernen Metrologie. Am bedeutendsten empfindet er nach eigenem Bekunden die grundlegende Revision des Internationalen Einheitensystems auf der Basis von Naturkonstanten: „Selten war sich die Welt so einig wie in diesem Moment auf der Generalkonferenz der Meterkonvention im November 2018 – ein wissenschaftsgeschichtlich herausragender und zugleich sehr emotionaler Moment.“

Gleich in mehreren Rollen bleibt Ullrich auch im Ruhestand aktiv: Innerhalb des Internationalen Komitees für Maß und Gewicht (CIPM) engagiert er sich stark für die Entwicklung eines weltweit einheitlichen und sicheren Austauschformats von Daten. Als Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft liegt sein Augenmerk seit dem 1. April vor allem auf der Nachwuchsförderung und einer Stärkung der Kommunikation: „Wissenschaft muss sich einmischen, vielleicht mehr denn je. Wir müssen die Gesellschaft und die Politik unterstützen.“

Großes Lob zollt ihm Bundesminister Robert Habeck, in dessen Ressort die PTB fällt: „Herr Ullrich hat die PTB als eines der weltweit führenden nationalen Metrologieinstitute geprägt.“ Mit Blick auf die künftige PTB-Präsidentin Cornelia Denz unterstreicht Habeck, dass eine ausgezeichnete Physikerin die Nachfolge antrete, die den Erfolgskurs der PTB weiterverfolgen und konsequent vorantreiben werde.

Cornelia Denz ist international bekannt für ihre Arbeiten zu komplexer Lichtstrukturierung, die sie mit ihrer Arbeitsgruppe „Nichtlineare Photonik“ in der Nanophysik, der Biomedizin und in den Informationstechnologien anwendet. Neben ihrem Lehrstuhl für Experimentalphysik ist sie an der Universität Münster auch Professorin zur Geschlechterforschung in der Physik. In einem Interview, das in der Mai-Ausgabe des Physik Journal erscheint, erklärte sie denn auch, dass sie dazu beitragen möchte, „dass sich die PTB in ihrer weiteren Entwicklung vielfältiger zeigt“.

Um die großen Herausforderungen der nächsten Jahre, wie den Klimawandel, die Energiewende und die Digitalisierung, zu meistern, hält sie eine verlässliche Metrologie für unabdingbar: „Genauigkeit, Objektivität und Qualität von Messungen sind hier entscheidend.“ Erreichen möchte sie das, indem agiles Arbeiten an der PTB noch stärker zum Tragen kommt. Für eine systemische Metrologie soll ein Innovationszentrum entstehen. Wenn viele Akteure an einer Aufgabe zusammenarbeiten, müsse Metrologie neu gedacht werden. Ein Beispiel sei das autonome Fahren, bei dem es darum ginge, das Auto mit all seinen Sensoren zu erfassen.

Diesen Herausforderungen blickt Cornelia Denz optimistisch entgegen: „Ich sehe an der PTB eine große Leidenschaft für Präzisionsmessaufgaben, die oft schon weit in die Zukunft gerichtet sind.“ Als Präsidentin wolle sie dazu beitragen, dass die Mitarbeitenden auch neue Aufgaben mit der bisherigen Begeisterung und Leidenschaft bearbeiten.

Kerstin Sonnabend

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