Forschung

UV-C-Strahlung vernichtet Corona-Partikel in der Luft

05.10.2022 - Bereits geringe UV-C Dosen sind ausreichend, um über 99,9 Prozent der infektiösen Viruspartikel zu inaktivieren.

Neben direktem Kontakt und Tröpfchen sind Aerosole der Haupt­über­tragungs­weg des Corona-Virus. Um Dekonta­mina­tionen der Atemluft zu ermög­lichen, bedarf es daher einem Wirksam­keits­nachweis bereits einge­setzter Methoden. UV-C-Desinfektion wird seit Jahr­zehnten zur Inakti­vierung verschiedener infektiöser Erreger in konta­mi­nierten Flüssig­keiten genutzt. Ob das Verfahren auch zur Inakti­vierung von SARS-CoV-2-haltigen Aerosolen beitragen kann und wie hoch die notwendige UV-C-Dosis sein muss, konnte ein Forschungs­team der Hochschule Heilbronn und des Uni­klinikums Tübingen nun erstmals ermitteln.

Mithilfe eines im Hochsicher­heits­labor der Tübinger Virologie eigens konstru­ierten Aerosol-Prüfstands konnte der Covid-19-Erreger unter kontrol­lierten Bedingungen vernebelt werden. Das Virus-Aerosol wurde einer genau definierten UV-C-Dosis ausgesetzt und Verfahren entwickelt, um die Viren aus dem Aerosol wieder abzuscheiden sowie ihre Vermehrungs­fähigkeit zu testen. Dabei konnte das Forschungs­team nicht nur die sehr gute Effizienz von bereits geringen UV-C-Dosen zur Inakti­vierung von Corona­viren nachweisen, sondern auch erstmals wissen­schaftlich beweisen, dass UV-C-basierte Luft­reiniger Corona­viren zuverlässig unschädlich machen.

„Wir waren überrascht, dass UV-C Dosen im unteren Bereich dessen, was wir im Prüfstand anwenden können, ausreichend waren, um über 99,9 Prozent der infektiösen Virus­partikel zu inaktivieren“, erläutert Natalia Ruetalo, die die Infektions­experimente durchführte. Das ist hinsichtlich der bevor­stehenden Jahres- und Erkältungs­zeit als auch einer etwaigen weiteren Corona­welle von besonderer Relevanz.

„Mit dem modularen Prüfstand könnten wir nun nicht nur SARS-CoV-2, sondern auch andere über Aerosole über­tragene Viren analysieren sowie die Effizienz verschiedenster Inaktivierungs­verfahren oder den Einfluss von Umwelt­faktoren“, so Michael Schindler, der gemeinsam mit Jennifer Niessner die Studie leitete. Dem inter­diszi­pli­nären Team gelang es in nur einem Jahr, diesen voll funktions­fähigen modularen Prüfstand zu konstruieren – von der Idee bis hin zum Aufbau und der Integration in die Anwendung. „Wir haben voraus­schauend einen modularen Prüfstand konzipiert, der sich flexibel einsetzen und anwenden lässt und nach unserer Erkenntnis weltweit einzig­artig ist“, so Niessner.

Allerdings konnte das Team trotz intensiver Anstrengungen bislang weder öffentliche noch industrielle Förder­mittel zur Weiter­führung ihrer Forschung akquirieren. „Anscheinend wurden in den letzten zwei Jahren so viel Förder­gelder in die Corona­forschung gesteckt, dass nun auch viel­ver­sprechende und über den Kontext hinaus­gehende Projekte im Angesicht der vermeintlich beendeten Pandemie eingestellt werden“, so Schindler.

HS Heilbronn / RK

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