Panorama

Seltener Merkurtransit

30.10.2019 - Am 11. November kommt die Gelegenheit zur Beobachtung des Merkur, wie er ab Mittag vor der Sonne vorbeizieht.

Er ist der kleinste, der schnellste und der sonnen­nächste Planet: Merkur hat viele Besonder­heiten zu bieten. Außerdem ist er der am schwierigsten beobachtbare Planet – nur an wenigen Tagen im Jahr kann man ihn in der Abend- oder Morgen­dämmerung aufspüren. Noch viel seltener kommt es vor, dass Merkur direkt über die Sonnenscheibe läuft. Solche Merkur­transite finden nur alle paar Jahre statt, der nächste jetzt am Montag, dem 11. November 2019, der übernächste erst im Jahr 2032.
 

Wenn Merkur über die Sonnenscheibe zieht, kommt es zu einer Art Mini-Sonnenfinsternis. Daher benötigt man zur Beobachtung des Schauspiels mindestens ein kleines Teleskop mit einem sicheren Sonnen­filter. Ein Beobachtungsversuch durch unzureichend geschützte Teleskope oder Feldstecher bringt die Gefahr einer Erblindung oder dauerhafter Augenschäden mit sich. Ein Blick durch die bekannten Sonnen­finsternis­brillen wird den kleinen Merkur nicht erkennen lassen. Am besten geht man daher zu einer Volks­sternwarte, bei klarem Himmel werden die meisten von ihnen für Besucher geöffnet haben.

Das Schauspiel beginnt exakt um 13:35:29 Uhr, dann stößt Merkur quasi an den linken Rand der Sonne. Kaum zwei Minuten später hat er den Sonnen­rand passiert und steht als kleiner schwarzer Kreis vor der hellen Sonnen­scheibe. Sein Weg führt Merkur bei diesem Transit fast exakt über die Mitte der Sonne, daher ist der Transit vergleichs­weise lang. Doch obwohl Merkur der schnellste Planet am Himmel ist, dauert die Strecke vom Rand bis zur Sonnen­mitte fast drei Stunden: Erst um 16:20 Uhr hat Merkur die Sonne zur Hälfte überquert.

Dann allerdings neigt sich die Sonne bereits ihrem Untergang entgegen; in Berlin ist das genau um 16:20 Uhr, weiter westlich geht die Sonne erst gegen 17 Uhr unter. Von den Kanarischen Inseln aus kann man den Merkur­durchgang fast bis zu seinem Ende um 19:04 Uhr verfolgen. Beobachtern an der Ostküste der USA oder in Mittel- und Südamerika ist es diesmal vergönnt, den Transit in seiner vollen Länge verfolgen zu können.

MPIA / DE

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