Forschung

Empfehlungen für Exzellenz

29.01.2016 - Heute hat die internationale Expertenkommission ihre Empfehlungen zur Fortsetzung der Exzellenzinitiative vorgestellt.

Wohl kaum ein Förderprogramm hat die deutsche Universitätslandschaft dermaßen in Aufruhr versetzt wie die Exzellenzinitiative. Nicht nur haben Bund und Länder stolze 4,6 Milliarden Euro für 12 Jahre zur Verfügung gestellt, sondern die Universitäten waren auch aufgerufen, ihr Profil zu schärfen und sich fachlich auszudifferenzieren. Inzwischen ist klar, dass die Exzellenzinitiative nicht 2017 endet. Um aber zu entscheiden, wie genau es danach weitergehen soll, haben Bund und Länder im Herbst 2014 eine internationale Expertenkommission eingesetzt, um die Exzellenzinitiative zu evaluieren. Heute hat die Kommission nun ihren Bericht vorgelegt.

Die Kernbotschaft lautet: Die Exzellenzinitiative hat ihr wichtigstes Ziel, nämlich eine neue Dynamik in das deutsche Universitätssystem zu bringen, erreicht. Die Kommission empfiehlt daher, die Exzellenzinitiative mindestens im selben Umfang wie bisher fortzusetzen, d. h. mit rund 500 Millionen Euro pro Jahr. Dies steht im Einklang mit dem Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) vom 11. Dezember 2014. Der Physiker Dieter Imboden, der die Expertenkommission ausgewählt und geleitet hat, hebt aber hervor: „Allerdings stehen wir erst am Anfang eines langen Weges in die Gruppe der globalen Spitzenuniversitäten.“ Insbesondere haben sich die deutschen Universitäten noch nicht fachlich nach Forschungsschwerpunkten ausdifferenziert. Diese Ausdifferenzierung erfordere eine starke universitäre Autonomie mit starken Führungsstrukturen (sog. Governance) – auch hier sieht die Kommission großen Nachholbedarf.

Die Exzellenzinitiative habe die Governance bereits bei der Antragstellung gefordert. Zudem kann die Exzellenzinitiative im Zuge des Wettbewerbsföderalismus positiv auf die Landeshochschulgesetze einwirken und dadurch die institutionellen Rahmenbedingungen des gesamten deutschen Universitätssystems verbessern, so der Bericht. Auch auf die Internationalisierung kann die Initiative positiv einwirken. Durch die Schaffung von mehr PostDoc-Stellen habe sie die Situation für den wissenschaftlichen Nachwuchs jedoch eher verschärft.

Für die Fortsetzung der Exzellenzinitiative empfiehlt die Kommission zunächst, die laufenden Projekte bis 2019 zu fördern, um den Zeitdruck aufseiten der Universitäten zu mildern und ausreichend Zeit zu haben, um die Vorschläge der Kommission auszugestalten. Einer davon ist es, künftig nur noch zwei statt drei Förderlinien anzubieten: Einmal die Exzellenzcluster, die vom Zuschnitt her risikofreudiger und offener im Hinblick auf Thematik und finanziellem Umfang sein und eine Laufzeit von 7 bis 8 Jahren haben sollen. In der zweiten Förderlinie „Exzellenzprämie“ sollen die zehn besten Universitäten über einen Zeitraum von ebenfalls 7 bis 8 Jahren eine Jahresprämie von 15 Millionen Euro erhalten. Damit können die Universitätsleitungen beispielsweise bestehende oder im Aufbau befindliche vielversprechende Forschungsgebiete stärken.

Wie diese Empfehlungen umgesetzt werden, muss sich zeigen. Plan ist, in der GWK-Sitzung am 22. April 2016 eine neue Bund-Länder-Vereinbarung der Exzellenzinitiative zu beschließen und sie den Regierungschefs von Bund und Ländern im Juni zur Entscheidung vorzulegen.

Maike Pfalz

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