Forschung

Einschlagender Erfolg

27.09.2022 - Die Dart-Mission hat ihr Ziel erreicht und ist erfolgreich mit Dimorphos, dem Begleiter des Asteroiden Didymos kollidiert.

„Ein beispielloser Erfolg für die planetarische Verteidigung“, sagte NASA-Administrator Bill Nelson zum „Double Asteroid Redirection Test“, kurz Dart. Was wie ein Satz aus einem schlechten Science-Fiction-Film klingt, ist ein durchaus legitimes Fazit. Nach zehn Monaten Flugzeit ist die Dart-Mission in der Nacht vom 26. auf den 27. September mit ihrem Ziel-Asteroiden kollidiert. Damit wurde erstmals der Versuch unternommen, die Flugbahn eines Asteroiden im Weltraum zu ändern.

Auch wenn sich derzeit kein Asteroid oder Komet auf Kollisionskurs mit der Erde befindet, stellen diese durchaus eine Bedrohung dar, wie die rund 200 größeren noch sichtbaren Einschlagskrater auf der Erde belegen.

Die Dart-Sonde war am 24. November 2021 von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All gestartet. Sie ist Teil des gemeinsamen Aida-Projekts („Asteroid Impact & Deflection Assessment“) von NASA und der europäischen Raumfahrtbehörde ESA.

Das Ziel von Dart war der Doppelasteroid (65803) Didymos, der einen Durchmesser von etwa 780 Metern hat und alle 12 Stunden vom „Minimond“ Dimorphos umrundet wird, der einen Durchmesser von nur 160 Metern besitzt.

Mit der NASA-Sonde Deep Impact war zwar bereits 2005 ein geplanter Einschlag auf dem Kometen Tempel 1 gelungen, allerdings nur, um tiefer liegendes Material freizusetzen. Der Komet war mit seinen sechs Kilometern Durchmesser zu groß, um sich durch diesen Einschlag messbar aus der Bahn bringen zu lassen.

Das einzige Instrument der 570 Kilogramm schweren, kastenförmigen Dart-Sonde, die Didymos Reconnaissance and Asteroid Camera for Optical Navigation (DRACO), funkte bis kurz vor der Kollision Bilder von Dimorphos, bevor die Sonde mit einer Geschwindigkeit von etwa 22.530 Kilometern pro Stunde aufschlug.

Das Analyse-Team wird Dimorphos nun mit bodengestützten Teleskopen beobachten, um zu bestätigen, dass der Einschlag von Dart die Umlaufbahn des Asteroiden um Didymos verändert hat. Erwartet wird, dass sich die Umlaufbahn von Dimorphos um etwa ein Prozent, also rund 10 Minuten, verkürzt hat.

„Planetenverteidigung ist ein globales Projekt, das alle Menschen auf der Erde betrifft“, sagte Thomas Zurbuchen, Wissenschaftsdirektor der NASA: „Wir wissen jetzt, dass wir ein Raumfahrzeug mit der nötigen Präzision ausrichten können, um selbst einen kleinen Körper im Weltraum zu treffen.“

Fünfzehn Tage vor dem Einschlag wurde der Light Italian CubeSat for Imaging of Asteroids (LICIACube), den die italienische Raumfahrtagentur zur Verfügung gestellt hatte, von der Raumsonde aus gestartet, um Bilder des Einschlags von Dart und der daraus resultierenden Materiewolke des Asteroiden aufzunehmen.

Zusammen mit den von DRACO gelieferten Bildern sollen die Bilder von LICIACube einen Überblick über die Auswirkungen der Kollision geben und den Forschenden helfen, die Wirksamkeit des kinetischen Einschlags bei der Ablenkung eines Asteroiden besser zu beschreiben. Da LICIACube keine große Antenne hat, werden die Bilder in den kommenden Wochen nach und nach zur Erde übertragen.

Der Start der zweiten AIDA-Mission Hera, entwickelt von der ESA, ist für Oktober 2024 geplant. Sie soll die inneren Eigenschaften von Didymos und die Auswirkungen des Einschlags von Dart detailliert untersuchen.

Alexander Pawlak
 

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