DPG

DPG-Preise: Von Eich-String-Dualitäten und Reaktionsmikroskopen

19.11.2020 - Die DPG-Preisträgerinnen und -Preisträger für das Jahr 2021 stehen fest.

Auch in diesem Jahr wählten die Preiskomitees der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) auf dem erstmals virtuellen „Tag der DPG“ die Preisträgerinnen und Preisträger des kommenden Jahres aus. Viele erhalten ihre Auszeichnungen 2021 auf einer Festveranstaltung im Physikzentrum Bad Honnef. 

Die Max-Planck-Medaille – die höchste Auszeichnung der DPG für Theoretische Physik – erhält Prof. Dr. Alexander M. Polyakov von der Princeton University, USA. Damit würdigt die DPG seine wegweisenden Pionierarbeiten zur Quantenfeldtheorie und Statistischen Mechanik, speziell zu Monopolen und Instanton-Lösungen von Yang-Mills-Theorien, zum konformen „Bootstrap“ und zur Eich-String-Dualität.

Polyakovs breit gestreutes Lebenswerk ragt durch zahlreiche Durchbrüche und wegweisende Anstöße auf dem Gebiet zwischen Quantenfeldtheorie und Statistischer Mechanik heraus. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen unter anderem die Pfadintegral-Quantisierung für bosonische Strings, topologische Lösungen von Eichtheorien, der „Bootstrap“ in der konformen Feldtheorie und die Dualität zwischen Korrelationsfunktionen von Eich- und Stringtheorien.

Die Stern-Gerlach-Medaille, die höchste Auszeichnung der DPG für Experimentelle Physik, geht an Prof. Dr. Joachim Ullrich von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Die Auszeichnung erfolgt in Würdigung seiner bahnbrechenden experimentellen Beiträge zur Atom- und Molekülphysik, insbesondere die Entwicklung und Anwendung von Reaktionsmikroskopen zur vollständigen kinematischen Rekonstruktion der Wechselwirkungsprozesse zwischen Atomen, Molekülen und Photonen.

Joachim Ullrich ist ein Pionier auf dem Gebiet der Vielteilchen-Koinzidenzmessungen von Elektronen und Fragmenten aus verschiedensten atomaren und molekularen Reaktionen. Seit seiner Doktorarbeit hat er die Entwicklung der COLTRIMS-Reaktionsmikroskope vorangetrieben. In bahnbrechenden Experimenten hat er beispielsweise Elektronenkorrelationen in Atomen mit relativistischen Ionen und Laserpulsen untersucht. Seine visionären Ideen und einzigartigen Experimentaufbauten sind zentral für den Erfolg der Atomphysikprogramme an den Freie-Elektronen-Lasern in Hamburg, Japan und den USA.

Neben den beiden höchsten Auszeichnungen ehrt die DPG weitere hervorragende Forscherinnen und Forscher:

Für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Photophysik organischer Halbleiter, insbesondere der Untersuchung von Triplett-Zuständen, der Dissoziation von Exzitonen und der intermolekularen Wechselwirkung von Chromophoren in π-konjugierten Polymeren erhält Prof. Dr. Anna Köhler von der Universität Bayreuth den Max-Born-Preis für das Jahr 2020.

Den Walter-Schottky-Preis 2021 erhält Dr. Andreas Hüttel von der Universität Regensburg und der Aalto University, Espoo (Finnland), für seine herausragenden Leistungen zur Quantenkontrolle in der Nano-Elektromechanik. Der Gustav-Hertz-Preis 2021 zeichnet Dr. Benedict Seiferle von der LMU München für seine herausragenden Beiträge zur Charakterisierung des Thorium-229-Isomers aus, insbesondere für die erstmalige direkte und präzise Bestimmung der Anregungsenergie des Isomers als Grundlage einer künftigen Realisierung einer Kernuhr.

Der Gaede-Preis 2021 geht an Prof. Dr. Richard Wilhelm von der TU Wien in Würdigung seiner herausragenden Arbeiten zu Ionen-Oberflächen-Wechselwirkungen speziell bei zweidimensionalen Materialien. Den Georg-Kerschensteiner-Preis erhält Kim N. Ludwig-Petsch vom Deutschen Museum München und der TU Kaiserslautern für seine vielfältigen Outreach-Aktivitäten, unter anderem für das Projekt „experimentierbar", das an ungewöhnlichen Orten durch ein gelungenes Zusammenspiel aus Wissensvermittlung und Unterhaltung überzeugt.

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis würdigt außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik und geht 2021 an Prof. Dr. Michael Düren von der Universität Gießen in Würdigung seiner Experimente auf dem Gebiet der Teilchen- und Hadronenphysik sowie für sein unermüdliches und vielfältiges Engagement als Wissenschaftsvermittler in der Zivilgesellschaft und sein kompetentes Werben für eine globale Energiewende. Den Herta-Sponer-Preis 2021 erhält Dr. Naëmi Riccarda Leo von der Asociación Centro de Investigación Cooperativa en Nanociencias (CIC nanoGUNE), San Sebastian, Spanien, für ihre hervorragenden Beiträge zur Untersuchung und Charakterisierung von künstlichen Metamaterialien und ferroischen Systemen.

Darüber hinaus vergibt die DPG gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften internationale Preise: Der deutsch-britische Max-Born-Preis geht an Prof. Hiranya Peiris vom University College, London, für ihre herausragenden Beiträge zur Kosmologie, insbesondere für die Schaffung neuer interdisziplinärer Verbindungen zwischen der Kosmologie und Hochenergiephysik. Gemeinsam mit der Optical Society of America zeichnet die DPG 2021 Prof. Dr. Wolfgang P. Schleich von der Universität Ulm mit dem Herbert-Walther-Preis 2021 aus. Die Verleihung erfolgt für sein maßgebliches Wirken bei der Konsolidierung des Gebiets der Quantenwissenschaft und -technologie und seine langjährigen Beiträge zur Theorie der Quantenoptik, insbesondere seinen Phasenraum-Ansatz und die Theorie der Materiewellen-Interferometrie. Mit dem deutsch-polnischen Smoluchowski-Warburg-Preis wird 2021 Prof. Dr. Grzegorz Karczewski vom Physikalischen Institut der polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau geehrt für seine grundlegenden Beiträge zur Entwicklung der Molekularstrahl-Epitaxie und der damit einhergehenden Vertiefung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in der Festkörperphysik.

Die Preisträgerin oder der Preisträger des deutsch-französischen Gentner-Kastler-Preises wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Der DPG-Technologietransferpreis für einen gelungenen Technologietransfer geht gemeinschaftlich an das Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg, an die Hahn-Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., an die Zentralstelle für Technologietransfer der Universität Freiburg sowie an die Spindiag GmbH für die herausragende Übertragung von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der zentrifugalen Mikrofluidik für den Einsatz in Einweg-Testträgern und die Integration in ein Analysegerät zur Infektionsdiagnostik mit äußerst kurzen Analysezeiten. Darüber hinaus ist ihnen der Transfer dieser Technologie in eine Ausgründung aus der Universität und für die erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung dieser Technologie auf dem Gebiet der Infektionsdiagnostik gelungen.

Auch der physikalische Nachwuchs erhält 2021 DPG-Preise: Jost Herkenhoff von der Hochschule Bremen wird mit dem Georg-Simon-Ohm-Preis ausgezeichnet für ein im Rahmen seiner Bachelorarbeit entwickeltes digitales Rückkopplungssystem für fortgeschrittene Techniken der Ionenmanipulation in einer Penning-Falle. Der SAMOP-Dissertationspreis geht an Dr. Daqing Wang (U Kassel), der SKM-Dissertationspreis an Dr. Olga Matsarskaia (U Tübingen) und den SMuK-Dissertationspreis erhalten Dr. Maximilian Duell (LMU München) sowie Dr. Alexander Fieguth (Stanford University, USA). Last but not least werden fünf Schüler mit dem Schülerinnen- und Schülerpreis der DPG ausgezeichnet in Würdigung ihrer Leistungen, die sie 2020 im deutschen Team bei der Europäischen PhysikOlympiade (EuPhO) erreicht haben.

Maike Pfalz / DPG

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