Panorama

Die Suche nach Dr. Dark

07.01.2022 - Max Planck School of Photonics stellt in virtuellem Spiel die Photonik-Forschung vor.

Das Attentat auf einen Physik-Nobelpreisträger verhindern, das wird schon bald im virtuellen „Escape Room“ der Max Planck School of Photonics möglich sein. Die deutschlandweite Netzwerk-Graduierten­schule, deren geschäfts­führender Partner die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist, hat mit dieser kreativen Idee den Community Prize der Initiative „Research in Germany" des Bundes­forschungs­ministeriums (BMBF) gewonnen. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wird dafür eingesetzt, ein Online-Spiel zu entwickeln, bei dem die Spieler knifflige Physik-Rätsel lösen müssen, um den bösen Wissenschaftler Dr. Dark aufzuhalten.

Bei „Escape Rooms“ werden die Mitspieler in kleinen Teams in einen Raum „eingesperrt“. Sie müssen dort gemeinsam knifflige Rätsel lösen, um in einer vorgegebenen Zeit zu entkommen. Eingebettet ist das Spiel in eine spannende Geschichte – zum Beispiel muss ein Mörder entlarvt oder eine Bombe entschärft werden. Escape Rooms gibt es real in jeder größeren deutschen Stadt. Im Zuge der Corona-Pandemie haben sich auch Online-Varianten etabliert. Hier kommunizieren die Spieler mittels Headset, während sie in virtuellen Räumen auf Spurensuche gehen.

Das Team der Max Planck School of Photonics (MPSP) hat diesen Trend für ihre Wettbewerbs-Idee aufgegriffen und will so Photonics-Fans aus der ganzen Welt die Forschung der 16 Partnerinstitutionen näherbringen. Die Rätsel kommen also direkt aus den Laboren der MPSP und die Rahmengeschichte wird so gestaltet, dass die MPSP-Standorte vorgestellt werden. Konkret muss der böse Wissenschaftler Dr. Dark aufgehalten werden, der einen Anschlag auf die Nobelpreis-Verleihung plant und die Spieler in seinem Physik-Labor eingeschlossen hat. Einen ersten Eindruck, wie das aussehen könnte, gibt es im Video zum Wettbewerb.

Die Idee überzeugte beim Community Prize und so durfte sich die Max Planck School of Photonics über 20.000 Euro Preisgeld zur Umsetzung des virtuellen Photonics Escape Rooms freuen – ein frühes Weihnachts­geschenk. Im neuen Jahr wird die Entwicklung des Online-Spiels starten, das ab Oktober 2022 allen Photonics-Fans auf der Welt online und kostenlos zur Verfügung stehen soll. Die Promovierenden der MPSP wollen die Entwicklung als Test-Spieler tatkräftig unterstützen.

Die Max Planck School of Photonics ist eine Netzwerk-Graduiertenschule, die die besten Forscher im Bereich der Photonik, also der Licht-Physik, in ganz Deutschland miteinander vernetzt. Die Promovierenden der School forschen an einer von 16 deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungs­einrichtungen in acht verschiedenen Städten; zentrale Partner der BMBF-geförderten School sind neben der Max-Planck-Gesellschaft die Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie das Fraunhofer-Institut für angewandte Optik und Feinmechanik IOF. Durch die Vernetzung haben die Promovierenden Zugang zum Wissen von mehr als 45 Forschungs­gruppen in vielen verschiedenen Feldern der Photonik.

„Diese Spitzenforscher und -forscherinnen von morgen möchten natürlich am liebsten spielerisch und unterhaltsam informiert werden, statt über klassische Marketing­maßnamen wie Broschüren. Deshalb wurde für den Community Prize die Idee eines virtuellen Photonics-Escape-Rooms entwickelt“, erläutert die Marketing-Managerin der MPSP Anna-Katharina Grimm die Motivation zur erfolgreichen Wettbewerbsidee.

Die BMBF-Initiative „Research in Germany“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, deutsche Hochschulen und Forschungs­einrichtungen bei ihrem internationalen Forschungs­marketing zu unterstützen – ihnen also zu helfen, deutsche Spitzenforschung international bekannter zu machen. Um kreative Ideen zu stimulieren, wurde dafür in diesem Jahr zum ersten Mal der „Community Prize“ ausgelobt – ein Ideen­wettbewerb, der Kooperation und Kompetition miteinander verbinden soll. Für die Teilnahme am Wettbewerb musste eine innovative Marketing-Idee in einem dreiminütigen Video-Pitch präsentiert werden. Welche der eingereichten Beiträge den Sieg erringen, entschieden Marketing­verantwortliche anderer Forschungs­einrichtungen per Online-Voting zwischen dem 15. und 26. November 2021. Die Deutsche Forschungs­gemeinschaft (DFG) hat heute die sechs Sieger­konzepte bekanntgegeben. Die Preisträger­projekte werden im kommenden Jahr im Rahmen einer Fest­veranstaltung gewürdigt.

U. Jena / DE

 

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