Physik Journal 9 / 2020

Cover

Die Dichte eines Molekülorbitals lässt sich mit der Rastertunnel­mikroskopie mit abwechselnder Ladung durch einzelne Elektronen bestimmen (vgl. S. 55).


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Meinung

Nachhaltigkeit mit StrukturLinus Kemme und Max Bodenstein • 9/2020 • Seite 3

Nachhaltigkeit mit Struktur

Die DPG kann einen wichtigen Beitrag für eine wirksame Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit leisten.

Aktuell

Kerstin Sonnabend • 9/2020 • Seite 6 • DPG-Mitglieder

Ein Blick in die nahe und ferne Zukunft

Das Update der European Strategy for Particle Physics zeigt auf, wie sich die Teilchenphysik nach der Ära des Large Hadron Collider in Europa entwickeln soll.

Alexander Pawlak / Helmholtz • 9/2020 • Seite 7 • DPG-Mitglieder

Künstliche Intelligenz kollaborativ

Helmholtz fördert 19 KI-Projekte zur Lösung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen.

Anja Hauck • 9/2020 • Seite 8 • DPG-Mitglieder

Forschung in Meer und Eis

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung feiert sein 40-jähriges Bestehen.

DLR • 9/2020 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

Neue DLR-Institute

Kerstin Sonnabend • 9/2020 • Seite 10 • DPG-Mitglieder

Maßgeschneiderte Lösungen mit Licht

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien hat sich in der Leibniz-Gemeinschaft etabliert.

Maike Pfalz / DLR • 9/2020 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

Sonnenforschung im Fokus

Mitte Juli eröffnete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Jülich mit dem Multifokusturm eine neue Anlage zur Solarforschung.

GWK • 9/2020 • Seite 11 • DPG-Mitglieder

Konsortien für Forschungsdaten

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz beschließt die Förderung von neun Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur.

Maike Pfalz / DLR • 9/2020 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

Machbare Energiewende

Helmholtz-Gemeinschaft • 9/2020 • Seite 12 • DPG-Mitglieder

Sprungbrett für Transfer

Kerstin Sonnabend • 9/2020 • Seite 13 • DPG-Mitglieder

Ein Puzzle mit mehr als zehn Millionen Teilen

Mit einem Festakt feiert die ITER Organization den offiziellen Beginn des Zusammenbaus des weltweit größten Tokamak-Fusionsexperiments.

Alexander Pawlak / Helmholtz • 9/2020 • Seite 14 • DPG-Mitglieder

Gedenken in Zeiten von Corona

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki jährten sich zum 75. Mal.

Alexander Pawlak / Helmholtz • 9/2020 • Seite 15 • DPG-Mitglieder

Leitfaden für die Energiewende

Mit ARIADNE startet die vierte Säule der Kopernikus-Initiative des BMBF.

Matthias Delbrück • 9/2020 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Neutronen und Photonen liiert

Die europäischen Netzwerke LENS und LEAPS kooperieren.

DLR / Alexander Pawlak • 9/2020 • Seite 16 • DPG-Mitglieder

Pluto ... und darüber hinaus

Vor fünf Jahren flog die NASA-Sonde New Horizons an Pluto vorbei und erkundet weiter den Kuipergürtel.

Matthias Delbrück • 9/2020 • Seite 17 • DPG-Mitglieder

Mars macht mobil

Drei Sonden haben sich im Juli in Richtung des Roten Planeten aufgemacht.

Matthias Delbrück • 9/2020 • Seite 17 • DPG-Mitglieder

On the Roadmap again

Großbritannien aktualisiert seine Strategie für globalisierte Forschung und Entwicklung.

Matthias Delbrück • 9/2020 • Seite 18 • DPG-Mitglieder

USA

DUNE in Gefahr, Zukunft der Plasmaphysik, Visa unbeschränkt

Alexander Pawlak / Helmholtz • 9/2020 • Seite 19 • DPG-Mitglieder

Der Drache ist gelandet

Das Crew-Dragon-Raumschiff von SpaceX ist mit den beiden NASA-Astronauten sicher zur Erde zurückgekehrt.

Leserbriefe

Dr. Frederik Busse, Dr. Harry Paul, Dr. Andreas Büchtemann, Prof. Dr. Günter Nimtz, Dr. Sabine Hossenfelder, Dr. Markus Hugenschmidt • 9/2020 • Seite 20 • DPG-Mitglieder

Die Sprache der Physik

Gunter Urbasch • 9/2020 • Seite 21 • DPG-Mitglieder

Modelle mit Möglichkeiten

High Tech

Michael Vogel • 9/2020 • Seite 22 • DPG-Mitglieder

Elektronik zeichnen; Optimierte Inspektion; Zeit- statt Ortsinformation; Fluoreszenzmessung im Miniformat

Brennpunkt

Kollektiv an den kritischen PunktMatthias Weidemüller • 9/2020 • Seite 24 • DPG-Mitglieder

Kollektiv an den kritischen Punkt

Erstmals ließ sich die sogenannte selbstorganisierte Kritikalität an einem atomaren System mit mikroskopischer Kontrolle beobachten.

Lückenlose EntstehungsgeschichteMatthias Steinmetz • 9/2020 • Seite 26 • DPG-Mitglieder

Lückenlose Entstehungsgeschichte

Der Sloan Digital Sky Survey veröffentlichte kürzlich eine umfassende Analyse der bislang größten dreidimensionalen Karte des Universums.

Quarkmaterie im Kern massiver NeutronensterneJürgen Schaffner-Bielich • 9/2020 • Seite 28 • DPG-Mitglieder

Quarkmaterie im Kern massiver Neutronensterne

Eine modellunabhängige Studie klassifiziert die mögliche Zusammensetzung von Neutronensternen im Licht neuer astrophysikalischer Daten.

Preisträger

Expedition to the ZeptouniverseAndrzej J. Buras • 9/2020 • Seite 32

Expedition to the Zeptouniverse

Flavour experiments promise insights into energy scales as high as 200 TeV and distances as small as 10−21 meter and offer the chance to identify New Physics.

The Large Hadron Collider (LHC) at CERN will directly probe distance scales as short as 10–19 m, correspon­ding to energy scales at the level of a few TeV. Presently, higher resolution can only be achieved with the help of quantum fluctuations caused by new particles and new forces that act at very short distance scales and modify the predictions of the Standard Model of particle physics for very rare processes. In this context, weak decays of mesons and leptons play the prominent role besides the transitions between particles and antiparticles in which flavours of quarks and leptons are changed. In this manner, information about the Zeptouniverse corresponding to energy scales as high as 200 TeV or distances as small as 10–21 m can be obtained.

The year 1676 was very important for humanity, be­cause Antoni van Leeuwenhoek discovered the empire of bacteria. He called these small creatures animalcula (small animals). His discovery was a milestone in our civilization for at least two reasons: He discovered creatures invisible to us which have been killing humans for thousands of years, often responsible for millions of deaths in one year. While Antoni van Leeuwenhoek did not know that bacteria could be dangerous for humans, his followers like Louis Pasteur, Robert Koch and other „microbe hunters“ realized the danger coming from these tiny creatures and also developed weapons against this empire [1].

Van Leeuwenhoek was the first human who looked at short distance scales invisible to us and discovered thereby a new underground world. At that time, researchers looked mainly at large distances, discovering new planets and find­ing laws, such as the Kepler laws which Isaac Newton was able to derive from his mechanics. (...)

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Von Quantenpunkten zu  QuantentechnologienDieter Bimberg • 9/2020 • Seite 39 • DPG-Mitglieder

Von Quantenpunkten zu Quantentechnologien

Quantentechnologien ermöglichen Durchbrüche bei Halbleiter-Bauelementen.

Die Eigenschaften elektronisch nulldimensionaler Quantenpunkte in Halbleiter-Heterostrukturen unterscheiden sich fundamental von jenen in höherdimensio­nalen Strukturen wie Quantengräben. In Quantenpunkten ist die Energie von Ladungsträgern keine Funktion des Impulses. Ihre Eigenschaften gleichen jenen von Atomen, die in einer dielektrischen Matrix eingebettet sind. Basierend auf Gasphasen- oder Molekularstrahl­epitaxie wurden in den letzten Jahren photonische und elektronische Bauelemente entwickelt, die völlig neue Anwendungen ermöglichen. Dazu gehören Quantenkryptographie, neuartige nichtflüchtige Speicher und ein energieeffizientes, hochbitratiges Internet.

Das Zeitalter der Informationsgesellschaft ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann mit der Entwicklung siliziumbasierter Verbindungen und Technologien. Die Herstellung inte­grierter elektronischer Schaltkreise (Si-ICs) begann vor etwa 60 Jahren. Zu ihren ersten kommer­ziellen Anwendungen gehörten Hörgeräte. Heute sind siliziumbasierte integrierte Schaltkreise Bestandteil fast aller Alltagsgegenstände und Grundlage der Informationsgesellschaft.

Verfahren wie Mole­kularstrahlepitaxie (MBE) oder Gasphasenepitaxie (MOCVD) zur Herstellung von Materialien, deren Ausdehnung in allen drei Raumdimen­sionen nur wenige Nano­meter beträgt, also von „null­dimensionalen“ Quantenpunkten, und deren Einbettung in andere Materia­lien, eröffnen heute völlig neue Möglichkeiten, quanten­mechanische Effekte einzusetzen. Ziel dabei ist es, elektronische und damit auch optische und elektrische Eigenschaften komplexer Strukturen gezielt zu ändern [1]. Diese Eigenschaften hängen von der Form und Größe der Quantenpunkte ab. Deren Ausdehnung in allen drei Raumrichtungen sollte unter der De-Broglie-Wellenlänge der Ladungsträger liegen, damit die Quantenmechanik dominiert. Quantenpunkte ermöglichen neuartige elektronische und photonische Bauelemente. (...)

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Fünfzig Jahre Optische Spektroskopie  an BeschleunigernH.-Jürgen Kluge • 9/2020 • Seite 46 • DPG-Mitglieder

Fünfzig Jahre Optische Spektroskopie an Beschleunigern

Wie sich der Werkzeugkasten des Experimentalphysikers in einer so kurzen Zeitspanne geändert hat.

Im April 1970 ging ich als frisch gebackener Postdoc zum CERN, um an einem Experiment zu arbeiten, das der Experimentalphysiker Ernst Otten von der Universität Mainz konzipiert, initiiert und auf den Weg gebracht hatte. Dass dieses Erfolg haben würde, war damals nicht vorhersehbar. Aber nach harter Arbeit und etlichen Frustrationen funk­tionierte es und eröffnete das neue Forschungsgebiet der atomphysikalischen Untersuchung von Kerngrundzustands­eigenschaften kurzlebiger Radionuklide, die sich mittels Beschleuniger herstellen lassen.

Seit den Anfängen der modernen Physik spielte die Atomphysik eine wichtige Rolle für unser heutiges Wissen über den Atomkern. Anfangs lieferten insbesondere die Massenspektrometrie, die Atomstrahl-Magnet­resonanz und die optische Spektroskopie Informationen über die statischen Eigenschaften stabiler Kerne, also über deren Masse, Größe, Form, Momente und Drehimpuls. Während die Masse durch die Ablenkung von Ionenstrahlen in elektrischen und magnetischen Feldern gemessen wurde, ließen sich der Kernspin und das magnetische Moment durch die Ablenkung von Atomstrahlen in Magnetfeldgradienten wie beim Stern-Gerlach-Effekt oder auch mithilfe der Hoch­frequenz-Spektroskopie aus der Hyperfeinstruktur der atomaren Niveaus bestimmen. Informationen über die Größe und Form der Kerne lieferte die optische Spektroskopie. Sie erlaubte es, die Isotopenverschiebung und die Hyperfeinstruktur der Spektrallinien zu untersuchen. Diese Daten sind modellunabhängig und stellen somit Fixpunkte auf der Nuklidkarte dar, um Kernmodelle zu entwickeln oder die starke Wechselwirkung zu testen.

Nur allmählich gelang es, diese Techniken auf radio­aktive Kerne anzuwenden, um deren Grundzustands­eigenschaften zu bestimmen: Sehr früh war es möglich, die Massen eines radioaktiven Tochterisotops mithilfe der Beziehung E = mc2 relativ zum Mutterkern zu messen, indem die Energiebilanz ihrer Zerfälle untersucht wurde. Dafür gilt es, beim Betazerfall das kontinuierliche Energie­spektrum der β-Teilchen in Koinzidenz mit der entstehenden γ-Kaskade aufzunehmen, den Endpunkt des β-Spektrums zu bestimmen oder beim α-Zerfall die Energien der α-Teilchen bzw. bei Kernreaktionen den ­Energieübertrag zu messen. (...)

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On top of Dark MatterPriscilla Pani • 9/2020 • Seite 51 • DPG-Mitglieder

On top of Dark Matter

How to study Dark Matter from high-energy collisions and what is known so far.

In the last century, high-energy physics has made incredible steps forward towards the comprehension of the nature of our universe, its matter content and interactions. This development culminated with the discovery of a Higgs boson by the Large Hadron Collider experiments completing the last piece of the particle puzzle. Nevertheless, the Standard Model of particle physics cannot explain the existence of Dark Matter yet. Uncovering the identity of this kind of matter is a central and grand challenge for both fundamental physics and astronomy.

The nature and properties of Dark Matter are largely unknown: proposed candidates span tens of orders of magnitude in mass, ranging from elementary particles infinitesimally lighter than electrons to massive primordial black holes [1]. One of the most compelling candidates is a new class of subatomic particles: weakly interacting massive particles (WIMPs). WIMPs represent the current paradigm for searches for Dark Matter particles. They are up to a hundred times heavier than protons and only interact weakly with ordinary particles. Presumably, they were produced in the early universe.

To understand Dark Matter is a multi-disciplinary effort involving different and complementary experimental techniques. Direct searches rely on the distribution of Dark Matter in the Milky Way exposing the Earth to a constant high flux of Dark Matter particles. Direct detection experiments aim to detect their elastic scattering off nuclei in specialised low background detectors. Indirect searches are based on the annihilations or decays of Dark Matter particles in astrophysical systems. Various ground and space-based specialised instruments monitor the frequency of such events. Collisions in high-energy particle accelerators like the Large Hadron Collider (LHC) might create particles which were present in the early universe. (...)

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Wirkungsvoller ElektronentransferLaerte L. Patera • 9/2020 • Seite 55 • DPG-Mitglieder

Wirkungsvoller Elektronentransfer

Mittels Rasterkraft- und Rastertunnelmikroskopie lassen sich einzelne Molekülorbitale untersuchen.

Der Elektronentransfer spielt eine wichtige Rolle bei chemischen Prozessen wie der Korrosion, Photosynthese oder Zellatmung. Wie er auf einzelne Moleküle und deren elektronische Eigenschaften wirkt, ist jedoch weitgehend unklar. Eine neuartige experimentelle Technik erlaubte es zu untersuchen, wie Überschussladungen einzelne Molekülorbitale beeinflussen.

Materie besteht aus Atomen, die zu Molekülen und Festkörpern zusammengefügt sind. Tatsächlich ist es häufig energetisch günstiger, dass die Atome starke Bindungen untereinander bilden. Hierbei nutzen die Atome Elektronen gemeinsam und können dadurch eine stabilere elektronische Konfiguration erreichen. Dies ist über die Quantennatur der Elektronen zu  verstehen: In der Quantenmechanik wird die räumliche Verteilung der Elektronen um die Kerne in Form von Wahrscheinlichkeitsverteilungen, gegeben durch die Wellenfunktionen, beschrieben. Sie drücken außerdem die Wellennatur der Elektronen aus. Ein Orbital ist durch einen Satz von drei Quantenzahlen (n, l, m) definiert, wobei zwei davon dem Drehimpuls und der Vektorkomponente des Drehimpulses des Elektrons entsprechen. Jedes Orbital kann maximal zwei Elektronen enthalten. Je nach Drehimpuls-Quantenzahl l = 0, 1, 2 und 3 bezeichnet man die Orbitale mit s, p, d und f. Bei zwei oder mehr Atomen können molekulare Zustände aus einer Kombination von Atomorbitalen entstehen.

Beim Wasserstoffmolekül werden ausgehend von zwei isolierten Wasserstoffatomen die atomaren s-Orbitale zu zwei Molekülorbitalen zusammengefügt – dem bindenden und antibindenden Zustand (Abb. 1a). Der Bindende resultiert aus einer konstruktiven Überlagerung zwischen den beiden atomaren Wellenfunktionen, die eine Akkumulation der Elektronendichte zwischen den beiden Kernen verur­sacht. Dies führt zu einem Energiegewinn, der die Bildung einer Bindung bewirkt. (...)

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Turn on Nanolight in a Tiny GapTakashi Kumagai • 9/2020 • Seite 59 • DPG-Mitglieder

Turn on Nanolight in a Tiny Gap

Photophysical and photochemical phenomena are directly observable using low-temperature scanning tunneling microscopy combined with plasmonics.

Nanolight originates from localized surface plasmon excitation in metallic nanostructures. It possesses great potential for local optical spectroscopy down to the single-molecule level and for the enhancement of photophysical and photochemical processes such as solar energy conversion and photocatalytic reactions. Sophisticated experiments combine scanning tunneling microscopy with laser optics and allow the direct in­vestigation of the microscopic mechanisms of nanolight-driven phenomena in plasmonic nanogaps. In addition, it is possible to perform optical spectromicroscopy at an unprecedented spatial resolution.

Confining light into a small volume enhances the interaction of light and matter. Versatile applications range from imaging and spectroscopy to optoelectronic devices and photocatalysis. With conventional optics, the spatial confinement of light is limited to a few hundred nanometers due to the diffraction limit. To realize a further confinement and to turn on “nanolight”, metallic nanostructures can generate localized electromagnetic fields at the nanoscale through collective electron oscillations, so-called surface plasmons [1]. If a localized surface plasmon resonance efficiently couples to propagating light, the electromagnetic fields are confined to a sub-wavelength scale.

The advancement of highly precise fabrication techniques of metallic nanostructures has fueled the rapid growth of plasmonics and nanophotonics in the last few decades [2]. Plasmonic nanogaps formed between metallic nanoparticles are of particular interest to fundamental physics and applications because of an extreme field enhancement (Fig. 1a). They enable single-molecule detection as well as an enhancement of photophysical and photochemical processes by orders of magnitude. (...)

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Computersimulation von HämatitDavid Scholz • 9/2020 • Seite 63 • DPG-Mitglieder

Computersimulation von Hämatit

Quantenmechanische Berechnungen des eisenhaltigen Minerals liefern ein besseres Verständnis seiner Oberflächeneigenschaften.

In der Debatte zur Ener­giewende spielen Lithium-Ionen-Akkus eine wichtige Rolle. Hämatit gilt aufgrund seiner hohen Ladungskapazität als mögliches Anodenmaterial anstelle von Graphit. Seine vorteilhaften Materialeigenschaften, die niedrigen Kos­ten und die unproblematische Entsorgung machen das Mineral für weitere Anwendungsfelder interessant. Die aktuelle Forschung zielt darauf ab, die Eigenschaften unterschiedlicher Hämatit-Oberflächen besser zu verstehen und damit neue Anwendungen in der Sensorik und in der Katalyse zu ermöglichen.

Bereits die Neandertaler verwendeten Hämatit (α-Fe2O3) in einer Mischung mit Ton in Form von rotem Ocker (Rötel) als Pigment. Die tiefrote Färbung gab dem eisenhaltigen Mineral Hämatit – auch Blutstein genannt – seinen Namen. Hämatit kristallisiert in der Korundstruktur, es ist also ebenso wie Korund (α-Al2O3) im trigonalen Kristallsystem aufgebaut, das durch eine hexagonale Elementarzelle beschreibbar ist. Neben Magnetit ist Hämatit das wichtigste Eisenerz. Hämatit ist anti­ferromagnetisch. Oberhalb der sog. Néel-Temperatur von 960 K wird es paramagnetisch. Darunter weist Hämatit einen schwachen Ferromagnetismus auf, da seine magnetischen Momente leicht verkippt sind. Dieser schwache Ferromagnetismus geht unterhalb der Morin-Temperatur von 260 K verloren. Die hohe spezifische Oberfläche von Hämatit-Nanokristallen sowie die Korrosionsbeständigkeit bieten Vorteile für technologische Anwendungen. Zudem ist Hämatit kostengünstig und nicht giftig.

Vor allem in der Katalyse, der licht­induzierten Spaltung von Wasser, als chemischer oder magnetischer Sensor und als Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien kommt Hämatit infrage [1, 2]. In einer aktuellen Arbeit wurden kristalline Hämatit-Oberflächen mit verschiedenen Millerschen Indizes mittels Hartree-Fock-Methode und einer a-posteriori-Berechnung der Korrelationsenergie simuliert. Die Millerschen Indizes geben die Orientierung einer Oberfläche im Kristallgitter an. (...)

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Forum

Digital von Null auf HundertKerstin Sonnabend • 9/2020 • Seite 66 • DPG-Mitglieder

Digital von Null auf Hundert

Der Corona-Lockdown verpflichtete die Hochschulen zu digitalen Lehrformaten und hat Studierende wie Lehrende vor große Herausforderungen gestellt.

Sommersemester, Beginn der Vorlesungszeit: Nach der kurzen Pause im Frühjahr tummeln sich die Studierenden wieder auf dem Campus, die Hörsäle sind gut besetzt. Doch in diesem Jahr war alles anders – Stille herrschte auf den Gängen; die Corona-Pandemie hatte auch die Universitäten erreicht. Das Sommersemester hat zwar stattgefunden, aber weitgehend ohne Präsenzveranstaltungen. Anfang April beschloss die Kultusministerkonferenz nach längeren Diskussionen während des Lockdowns ein „digitales Semester“.

So schnell der Beschluss gefasst war, so schwierig ließ er sich in der Kürze der Zeit in die Praxis umsetzen. Viele Lehrende stellten zwar auch schon vorher Materialien zu Vorlesungen und Übungen online zur Verfügung. In den Natur­wissenschaften gibt es zu den meisten Veranstaltungen Internetseiten, die sich im Laufe des Semesters dynamisch entwickeln und zum Ende hin ein buntes Potpourri an Unterlagen, Hyperlinks und Literaturempfehlungen enthalten. Besonders in den Grundvorlesungen bietet es sich angesichts der höheren Teilnehmerzahlen an, die Übungsaufgaben auf elektronischen Plattformen bereitzustellen. Längst erlauben es einige Angebote, den Lösungsweg abzufragen und per individualisiertem Zugang die Leistung zu bewerten. (...)

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Bildung und Beruf

Konstanz trotz CoronaGeorg Düchs und Klaus Mecke • 9/2020 • Seite 70 • DPG-Mitglieder

Konstanz trotz Corona

Statistiken zum Physikstudium an den Universitäten in Deutschland 2020

Konstanz auf ordentlichem Niveau – so lässt sich die diesjährige Studierendenstatistik zusammenfassen. Nahezu alle Kennzahlen sind gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückgegangen, bei den Abschlüssen ausgeprägter als bei den Anfängerzahlen. Angesichts der aktuellen Debatte über Diskriminierung gehen wir kurz auf entsprechende Erkenntnisse aus der DPG-Promotionsstudie ein und vergleichen sie mit einigen neueren Zahlen.

Dieses Jahr muss der herzliche Dank an die Kolleginnen und Kollegen aus den 59 Physik-Fach­bereichen, welche die Daten für diese Statistik eingepflegt haben, am Anfang stehen! Schon in normalen Zeiten ist diese Aufgabe mit großem Aufwand verbunden. Dieses Mal sorgte die Covid-19-Pandemie für zusätzlich erschwerte Bedingungen: Die Fachbereiche waren durch die Umstellung der Lehre auf einen Onlinebetrieb mehr als ausgelastet, zudem war es vielerorts nicht ohne Weiteres möglich, von den Heimarbeitsplätzen auf statistische Daten der Universitätsverwaltungen zuzugreifen. Dennoch ist es erneut gelungen, für die Fachstudiengänge einen nahezu vollständigen Datensatz zu erheben. Für die Lehramts­studiengänge weisen die Daten allerdings wie in den Vorjahren Lücken auf.

Die Zahlen spiegeln die Corona-Situation noch nicht wider. Die Pandemie scheint nicht von der Aufnahme eines Physikstudiums im Sommer abgehalten zu haben, und auch die ersten Absolventenzahlen des Jahres zeigen keinen klaren Corona-Effekt. Trotz der Pandemiebeschränkungen ist es beeindruckend gelungen, die Qualität und Attraktivität des Physikstudiums konstant hoch zu halten. (...)

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Physik im Alltag

Die Induktion von Rock ‘n‘ RollSabrina Patsch • 9/2020 • Seite 76 • DPG-Mitglieder

Die Induktion von Rock ‘n‘ Roll

Der Tonabnehmer ist das Herzstück einer elektrischen Gitarre: Bauform und Position beeinflussen den Klang des Instruments maßgeblich.

Menschen

9/2020 • Seite 78 • DPG-Mitglieder

Personalien

9/2020 • Seite 81 • DPG-Mitglieder

Zum Gedenken an Hans Christoph Wolf

Alexander Pawlak • 9/2020 • Seite 82 • DPG-Mitglieder

„Erfahrung ist ein Schatz, der poliert werden muss.“

Rezensionen

Michael Schaaf • 9/2020 • Seite 83 • DPG-Mitglieder

Arne Schirrmacher: Establishing Quantum Physics in Göttingen

Stefan Oldenburg • 9/2020 • Seite 83 • DPG-Mitglieder

Govert Schilling: Sternenbilder – Wie sie den Weg zur modernen Astronomie ebneten

Marco Huber • 9/2020 • Seite 84 • DPG-Mitglieder

Robert Weber, Peter Seeberg: KI in der Industrie

DPG

9/2020 • Seite 31 • DPG-Mitglieder

Bad Honnefer Industriegespräche

9/2020 • Seite 65 • DPG-Mitglieder

DPG Schülertagung

Jahresbericht der DPG9/2020 • Seite 85 • DPG-Mitglieder

Jahresbericht der DPG

Klaus Richter • 9/2020 • Seite 103

Aus Frühjahr wird Herbst?!

Nach Absage der diesjährigen Frühjahrstagungen aufgrund der Corona-Pandemie werden die meisten Tagungen 2021 voraussichtlich im Herbst stattfinden.

Maike Pfalz • 9/2020 • Seite 105

Tagungszentren ohne Tagungsbetrieb

Aufgrund der Corona-Pandemie fanden wochenlang keine Veranstaltungen im Physikzentrum Bad Honnef und im Magnus-Haus Berlin statt.

Holger T. Grahn • 9/2020 • Seite 107 • DPG-Mitglieder

Ausgezeichnete Studienleistungen

Am 9. Juli wurden im Magnus-Haus Berlin die Physik-Studienpreise 2020 der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin verliehen.

Gerhard Gompper, Thorsten Auth, Jona Kayser, Joachim O. Rädler • 9/2020 • Seite 108

Wissenschaftskommunikation im Wandel

Teile der geplanten DPG-Frühjahrstagung 2020 in Dresden fanden virtuell statt. Welche Veranstaltungsformate werden sich nach der Corona-Krise etablieren?

9/2020 • Seite 110 • DPG-Mitglieder

Kurzprotokoll zur Vorstandsratssitzung

9/2020 • Seite 110 • DPG-Mitglieder

Vorläufige Tagesordnung der Sitzung des Vorstandsrats der DPG e. V.

Bernhard Nunner • 9/2020 • Seite 111 • DPG-Mitglieder

Wahl einer Ombudsperson

9/2020 • Seite 112 • DPG-Mitglieder

Satzung der DPG

Tagungen

Carolin Scipio, Timo Wagenblast, ­Denise Wiesner • 9/2020 • Seite 123 • DPG-Mitglieder

Biophysik

DPG-Lehrerfortbildung

Notizen

9/2020 • Seite 124 • DPG-Mitglieder

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