Hochschule

Wechsel in der Spitzengruppe

06.05.2021 - Das aktuelle CHE-Ranking beleuchtet die Studiensituation im Fachbereich Physik in Deutschland.

Während der diesjährige Abiturjahrgang derzeit unter Corona-Bedingungen seine Abiturklausuren schreibt, hat das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am 4. Mai die Ergebnisse seines aktuellen Hochschulrankings veröffentlicht. In diesem Jahr gibt es unter anderem neue Zahlen für die Physik. Mit rund 120.000 befragten Studierenden und mehr als 300 untersuchten Universitäten und Hochschulen bietet das CHE-Ranking den umfassendsten und detailliertesten Hochschulvergleich im deutschsprachigen Raum.

Das CHE-Ranking ist jedoch kein Ranking im klassischen Sinne, da es keine Spitzenuniversitäten ausweist. Vielmehr ermöglicht es, die unterschiedlichen Hochschulen in Deutschland entlang verschiedener Indikatoren zu sortieren. Der Platz im Ranking ist jedoch nicht fest, sondern passt sich den individuell ausgewählten Indikatoren an. Die fünf Hauptindikatoren in der Physik sind das Forschungsprofil, Abschlüsse in angemessener Zeit, Lehrangebot, Unterstützung im Studium sowie die Zahl der Studierenden. Darüber hinaus beurteilen die befragten Studierenden die Angebote zur Berufsorientierung, den Wissenschafts- und Praxisbezug, die Räumlichkeiten und Bibliotheksausstattung oder die IT-Infrastruktur.

Da die Zahl der Veröffentlichungen oder die Drittmitteleinnahmen nicht berücksichtigt werden, finden sich bei den Hauptindikatoren nicht die traditionell forschungsstarken Universitäten im Spitzenbereich. Während in den letzten vier Rankings immer die Universität Duisburg-Essen in den Hauptindikatoren am besten abgeschnitten hat, sind es in diesem Jahr die TU Dortmund, die Universität Erlangen-Nürnberg, die Universität Jena und die TU Kaiserslautern, die in allen Hauptindikatoren in der Spitzengruppe landen. Da die Universität Duisburg-Essen im Bereich „Allgemeine Studiensituation“ nun in der Mittelgruppe gelandet ist, ist sie in der Reihung leicht nach unten gerutscht.

Doch nicht alle Hauptindikatoren tragen zu dieser Reihenfolge bei. So geben sechs farbige Balken an, wie sich die Promotionen prozentual auf die verschiedenen Kernbereiche der Physik verteilen. Je bunter also der Balken, umso mehr Fachdisziplinen innerhalb der Physik sind an einem Standort vertreten. Bei der Wahl des Studienplatzes mag es noch eine untergeordnete Rolle spielen, ob eine Universität ein breites Forschungsprofil besitzt oder gewisse Schwerpunkte setzt. Aber spätestens wenn das Masterstudium oder die Promotion ansteht, dürfte dieser Punkt die Entscheidung stark beeinflussen.

Das Online-Ranking bietet darüber hinaus zum Studienfach und zu jedem Hochschulstandort eigene Informationsseiten und ermöglicht es, die untersuchten Hochschulstandorte nach selbst gewählten Kriterien zu sortieren. Auf der Übersichtsseite zur Physik können sich die Studieninteressierten beispielsweise über die Voraussetzungen für das Physikstudium informieren. Dazu gehören aus Sicht der Lehrenden unter anderem die Affinität zur Mathematik und zu anderen Naturwissenschaften, das Interesse an der Forschung, analytisches Denkvermögen, Belastbarkeit oder Ausdauer. Darüber hinaus lässt sich dort Näheres zum Ablauf bzw. Aufbau des Studiums und zu den Studienschwerpunkten erfahren.

„Um die Naturgesetze zu verstehen, die um uns herum wirken, greifen Physiker auf Theorie und Praxis zurück. Im Labor machen sie Experimente und Messungen, am Schreibtisch versuchen sie, Ideen und mathematische Konzepte so zu Papier zu bringen, dass sich damit die Wirklichkeit beschreiben und erklären lässt“, erläutert Klaus Mecke, Sprecher der Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) und DPG-Vorstand für Bildung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Neben dem CHE-Ranking bietet auch der Studienatlas Physik der KFP Hilfe bei der Orientierung für das Physikstudium.

Maike Pfalz

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