Panorama

Stippvisite im Kuipergürtel

02.01.2019 - Raumsonde New Horizons ist an Zwergplanet Ultima Thule vorbeigeflogen.

Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres hat im Kuiper­gürtel, sechs­einhalb Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, eine ganz besondere Begegnung statt­gefunden: Die NASA-Raumsonde New Horizons besuchte das Objekt 2014 MU69, genannt Ultima Thule. Um 6:33 Uhr mittel­europäischer Zeit ist New Horizons an Ultima Thule vorbei­geflogen und hat das Objekt aus nur 3500 Kilometern Entfernung mit ihren Mess­instrumenten untersucht. Vor etwa dreizehn Jahren ist New Horizons gestartet, um den Zwerg­planeten Pluto zu untersuchen. Es ist das erste Mal, dass ein Körper jenseits von Pluto Besuch bekommt und aus der Nähe erforscht wird – auch wenn sich die Datenübertragung aufgrund der großen Entfernung sich noch etwas hinziehen wird.

Während der relativ kurzen Vorbeiflug­phase an Ultima Thule, mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometern pro Sekunde, zeichneten sieben wissen­schaftliche Experimente Fotos, Spektren und physikalische Messwerte auf. Neben drei optischen Geräten, dem UV-Spektrometer Alice sowie den hoch­auflösenden Kamera­systemen Lorri und Ralph, befinden sich auch zwei Teilchen- und Plasma-Mess­instrumente (Peppsi und Swap), ein Staub­detektor (SDC) und das Radio­experiment (Rex) an Bord von New Horizons. Das Raum­fahrt­management des Deutschen Zentrums für Luft- und Raum­fahrt (DLR) fördert die Beteiligung von Martin Pätzold an Rex mit Mitteln des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Energie.

Rex soll anhand von Radio­wellen die Wärme­strahlung und die Masse von Ultima Thule bestimmen. Es ist das einzige Instrument auf New Horizons, an dem deutsche Planeten­forscher beteiligt sind. Während des Vorbeiflugs führten Pätzold, stell­vertretender Vorsitzender des Rheinischen Instituts für Umwelt­forschung an der Universität zu Köln, zusammen mit Michael Bird als Co-Investigatoren zwei Mess­verfahren durch. Dabei bestimmte REX die Ober­flächen­temperatur sowie Masse und Dichte von Ultima Thule. Diese Werte geben Hinweise darauf, wie der Körper im Innern aufgebaut ist und wie er vor gut vier­einhalb Milliarden Jahren am Rande des solaren Ur­nebels entstanden ist.

Bereits im Vorfeld des anstehenden Rendezvous gelang den Planeten­forschern ein Blick auf Ultima Thule. Mitte August 2018 machte Lorri (Long Range Reconnaissance Imager) den relativ kleinen Körper aus einer Entfernung von 172 Millionen Kilometern als winzigen Licht­punkt inmitten zahl­reicher Hinter­grund­sterne aus. Auch wenn aus dieser Distanz noch keine Ober­flächen­strukturen zu erkennen waren, bestätigte die gefundene Position, dass sich New Horizons auf dem richtigem Kurs befand, um am Morgen des 1. Januars, wie voraus­berechnet, Ultima Thule zu passieren – eine Premiere für alle Sonnen­system­forscher.

Entdeckt wurde Ultima Thule am 26. Juni 2014 während der Suche des Hubble-Weltraum­teleskops nach möglichen Objekten im Kuiper­gürtel, die als potentielle Ziele für die NASA-Raum­sonde New Horizons für die Zeit nach dem Vorbei­flug am Pluto-Zwerg­planeten und seinem Mond Charon geeignet erschienen. Ultima Thule umkreist die Sonne in Entfernungen zwischen 6,4 und knapp 7,0 Milliarden Kilometern. Anfangs erhielt das neue Objekt die Kenn­zeichnung 1110113Y und – nach­dem seine Bahn hinreichend genau bestimmt worden war – im Mai 2015 die offizielle Bezeichnung 2014 MU69. Im März 2018 wählte das New-Horizons-Team aus eingereichten Namens­vorschlägen den Spitz­namen Ultima Thule aus. Dieser steht sinn­bildlich für einen fiktiven, weit abgelegenen Ort im hohen Norden, jenseits der mythischen Insel Thule am Ende der Welt, von der die keltisch-germanischen Sagen erzählen – ein symbolischer Name für die Exploration ins Unbekannte schlechthin. Seinen endgültigen Namen wird Ultima Thule erst erhalten, wenn fest­steht, wie das Objekt tatsächlich aussieht.

In den Jahren 2017 und 2018 ergaben sich anhand der Beobachtung von Sternbedeckungen durch Ultima Thule Anhalts­punkte, dass das Objekt möglicher­weise aus zwei Körpern besteht, die sich umkreisen. An diesen Beobachtungen war auch das fliegende Observatorium SOFIA des DLR und der NASA entscheidend beteiligt.

DLR / DE

Weitere Infos

Erleben Sie unsere neue HiScroll – die ölfreien Vakuumpumpen von Pfeiffer Vacuum

Die HiScroll Serie besteht aus drei ölfreien und hermetisch dichten Scrollpumpen mit einem nominellen Saugvermögen von 6 – 20 m³/h. Die Pumpen zeichnen sich insbesondere durch ihre hohe Leistung beim Evakuieren gegen Atmosphäre aus. Ihre leistungsstarken IPM*-Synchronmotoren erzielen einen bis zu 15% höheren Wirkungsgrad in Vergleich zu konventionellen Antrieben.

*Interior Permanent-Magnet

Pfeiffer HiScroll Pumpen Video

Erfahren Sie mehr über die neue HiScroll Vakuumpumpe

Newsletter

Die Physik in Ihrer Mailbox – abonnieren Sie hier kostenlos den pro-physik.de Newsletter!

Die äußerst leisen, kompakten, ölfreien Pumpen

Die Modelle der neuen Scrollpumpenbaureihe HiScroll von Pfeiffer Vacuum sind ölfreie, hermetisch dichte Vakuumpumpen. Die kompakte Bauweise sowie leiser und vibrationsarmer Betrieb zeichnen die Neuentwicklungen besonders aus.

Erleben Sie unsere neue HiScroll – die ölfreien Vakuumpumpen von Pfeiffer Vacuum in 3D!

 

HiScroll FunktionsVideo

 

Erfahren Sie mehr über die neue HiScroll Vakuumpumpe

Bleistift, Papier und die eine Idee, die die Zukunft verändert

Quantentechnologie, künstliche Intelligenz, additive Fertigung: Michael überführt neueste Erkenntnisse in fortschrittliche Technologien bei ZEISS. Was ihn antreibt? „Einfluss darauf nehmen, wie unsere Gesellschaft lebt und arbeitet.“

Mehr Informationen

Bleistift, Papier und die eine Idee, die die Zukunft verändert

Quantentechnologie, künstliche Intelligenz, additive Fertigung: Michael überführt neueste Erkenntnisse in fortschrittliche Technologien bei ZEISS. Was ihn antreibt? „Einfluss darauf nehmen, wie unsere Gesellschaft lebt und arbeitet.“

Mehr Informationen