Forschung

Raumflug-Finanzierung gesichert

06.12.2016 - Deutschland ist mit zwei Milliarden Euro stärkster Beitragszahler im europäischen Raumfahrtprogramm.

Am 1. und 2. Dezember 2016 tagten die in Europa für Raumfahrt zuständigen Minister im schweizerischen Luzern, um die programmatischen und finanziellen Weichen für die europäische Raum­fahrt der nächsten Jahre zu stellen. Die sogenannte ESA-Ministerrats­konferenz ist das höchste Entscheidungs­gremium der Europäischen Weltraum­organisation ESA und fand zuletzt genau vor zwei Jahren, am 2. Dezember 2014, in Luxemburg statt.

Abb.: Die für Raumfahrt zuständigen Minister und Staatssekretäre der 22 ESA-Mitgliedsstaaten sowie Kanadas und Sloweniens trafen sich am 1. und 2. Dezember 2016 in Luzern. (Bild: S. Corvaja / ESA)

Abb.: Die für Raumfahrt zuständigen Minister und Staatssekretäre der 22 ESA-Mitgliedsstaaten sowie Kanadas und Sloweniens trafen sich am 1. und 2. Dezember 2016 in Luzern. (Bild: S. Corvaja / ESA)

Die deutsche Bundesregierung wurde durch die Parlamentarische Staats­sekretärin im Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Brigitte Zypries, vertreten. Unterstützt wurde Zypries, zugleich auch Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt, von Pascale Ehrenfreund, der Vorstands­vorsitzenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), und Gerd Gruppe, DLR-Vorstand für das Raumfahrt­management, das in enger Kooperation mit dem BMWi die deutsche Position für die ESA-Minister­rats­konferenz vorbereitet hat.

„Besonders unser Engagement bei den Anwendungs­programmen führt zu konkretem Nutzen für die Menschen. Satelliten­gestützte Erd­beobachtung etwa ist die Grundlage für einen verbesserten Klima­schutz. Zudem entstehen durch die Verwendung von Satelliten­daten innovative Geschäfts­modelle für deutsche Unternehmen", betonte Brigitte Zypries zum Abschluss der Konferenz. „Wir haben auch erreicht, dass kleine und mittlere Unternehmen bei Raumfahrt-Investitionen unterstützt werden." Gleichzeitig standen aus deutscher Sicht die ESA-Programme im Fokus, die mit exzellenter Forschung das Verständnis des Weltalls und der Erde grundlegend erweitern und Basis für strategische internationale Kooperationen sind. Auch die Internationale Raum­station ISS möchte Deutschland weiter nutzen: „Wir übernehmen bei der ISS Verantwortung für ein zentrales globales Projekt. Die Raumstation bietet hervorragende Möglichkeiten für Forschung unter Weltraum­bedingungen. Auch die deutsche Industrie profitiert von den Ergebnissen, etwa bei der Material­forschung. Und wir freuen uns auf Alexander Gerst 2018 im All", sagte Brigitte Zypries weiter.

„Mit unseren Programmbeteiligungen sorgen wir für die notwendige Kontinuität in der europäischen Raumfahrt, setzen aber gleichzeitig neue Akzente in besonders zukunfts­trächtigen Themen. Durch den deutschen Beitrag ist es gelungen, die europäische Beteiligung an der ISS langfristig und zuverlässig bis zum Jahr 2024 fest­zu­schreiben. Bei ExoMars hat Deutschland durch die Zeichnung von 29 Millionen Euro seine Verpflichtungen eingehalten und ist damit weiterhin ein starker Partner in dieser internationalen Kooperation mit den USA und Russland", ergänzt die DLR-Vorstands­vorsitzende Pascale Ehrenfreund, und betont: „Mit unserer wissenschaftlichen und technologischen Kompetenz und den Beteiligungen in den Anwendungs­programmen wie der Erd­beobachtung können wir einen entscheidenden Beitrag für die internationale Entwicklungs­hilfe und bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeits- und Umwelt­ziele der Vereinten Nationen leisten."

Bei der ESA-Ministerrats­konferenz sind insgesamt Finanzmittel von 10,3 Milliarden Euro gezeichnet worden. Deutschland stellte zwei Milliarden Euro bereit und ist damit der stärkste Beitrags­zahler der ESA. Im Einzelnen zeichnete Deutschland rund 867 Millionen Euro für die ESA-Pflicht­programme, dazu zählen neben dem allgemeinen Haushalt das Wissenschafts­programm und der Europäische Weltraum­bahnhof in Kourou. Rund 1,2 Milliarden Euro des deutschen Beitrags entfallen auf die so genannten optionalen Programme: konkret rund 300 Millionen Euro für Erd­beobachtung, rund 160 Millionen Euro für Tele­kommunikation, rund 63 Millionen Euro für Technologie­programme, rund 346 Millionen Euro für die Fort­führung des Betriebs der Inter­nationalen Raum­station ISS bis 2019, und rund 88 Millionen für die Forschung unter Weltraum­bedingungen. Zudem unterstützt Deutschland in einer politischen Deklaration die Fortsetzung des ISS-Betriebs bis 2024.

DLR / DE

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