Panorama

Perowskit-Solarzellen auf dem Sprung

06.07.2021 - Verbundprojekt Viperlab soll neue Chancen für die europäische Solarindustrie erschließen.

Perowskit-Halbleiter ermöglichen extrem günstige und leistungs­starke Solarzellen. Viele Forschungs­ergebnisse zu dieser Materialklasse werden in euro­päischen Laboren gewonnen. So haben Arbeitsgruppen am Helmholtz-Zentrum Berlin HZB bereits mehrere Weltrekorde mit Perowskit-Solar­zellen erzielt. Nun kooordiniert das HZB das große Verbund­projekt Viperlab, um neue Chancen für die europäische Solar­industrie zu erschließen. An dem Projekt beteiligen sich 15 renommierte Forschungs­einrichtungen aus Europa, der Schweiz und Großbritannien. Es wird im Rahmen des EU-Programms Horizont 2020 in den kommenden dreieinhalb Jahren mit insgesamt 5,5 Millionen Euro gefördert.

Viperlab steht für „Fully connected virtual and physical perovskite photo­voltaics Lab“. Damit wollen die beteiligten Forschungs­einrichtungen die Entwicklung der Perowskit-PV-Techno­logie in Europa beschleunigen und den Technologie­transfer in die Industrie vorantreiben. Dafür wollen sie einen engen Dialog mit der aufstrebenden Perowskit-Industrie in Europa aufbauen, sowohl mit Hilfe neuer Initiativen als auch mit eta­blierteren Akteuren wie dem euro­päischen Solar­industriev­erband Solar Power Europe. Die beteiligten Ein­richtungen zählen zu den besten Adressen der europäischen Perowskit-Forschung. Sie werden den Zugang zu ihren Laboren und Infra­strukturen erleichtern, so dass Forschungs­teams aus öffent­lichen Einrich­tungen oder der Industrie mit den optimalen Geräten und Methoden arbeiten können.

Außerdem soll eine Datenbank zu Materialien und Bau­elementen aufgebaut werden, in die auch Infor­mationen zur langfristigen Leistung und zu den ökologischen und wirt­schaftlichen Auswirkungen einfließen. Diese Datenbank soll evidenz­basierte kommerzielle und politische Entschei­dungen ermöglichen. Durch enge Zusammenarbeit und maßge­schneiderte Dienst­leistungen aus der Forschung zielt Viperlab darauf ab, der Europäischen Industrie entlang der gesamten Wert­schöpfungskette einen Wissens­vorsprung zu sichern.

HZB / JOL

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