Panorama

Macher 30 – der Ehrenpreis des Ostens für Ute Bergner und Klaus-Dieter Weltmann

02.10.2020 - Vorbilder in Wirtschaft und Wissenschaft überzeugen mit Vakuum und Plasma.

Blickt man in dieser Woche aus naheliegendem Grund auf die gesellschaftliche Entwicklung der vergangenen 30 Jahre in Deutschland zurück, so kommt man nicht daran vorbei, wie sehr die Querschnittstechnologien Vakuum und Plasma mit Fortschritt, Wachstum und Wohlstand verwoben sind. So zeichnete die Initiative „Macher30 – der Ehrenpreis des Ostens“ dann auch mit Frau Dr. Ute Bergner und Herrn Professor Klaus-Dieter Weltmann zwei Vorbilder aus, die in Wirtschaft und Wissenschaft mit vakuum- und plasmatechnologischen Produkten und Verfahren das Land vorangebracht haben.

Insgesamt wurden zwölf Persönlichkeiten geehrt, die sich seit 1989 auf gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Ebene verdient gemacht haben, und deren Unternehmen oder Projekte ihren Ursprung in den neuen Bundesländern nahmen, aber überregional wirken. Jeweils drei Preise wurden in den vier Kategorien Wirtschaft, Wissenschaft, Kommune und Newcomer diese Woche im Rahmen eines Festakts in der European School of Management and Technology ESMT Berlin verliehen.

Die Träger der Initiative – der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), der Ostdeutsche Bankenverband (OstBV), Egon Zehnder International (EZI) und die European School of Management and Technology (ESMT Berlin) – wollen mit der Auszeichnung die Vorbildfunktion dieser „Macher“ stärken und ihr herausragendes Engagement würdigen.

Die Festrede hielt der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministers für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer Marco Wanderwitz, der unter anderem betonte: „Wir haben in den Neuen Ländern in 30 Jahren etwas aufgebaut, auf das wir stolz sein können. Für diese Leistung stehen beispielhaft die Macherinnen und Macher, die heute ausgezeichnet werden. Sie sind Vorbilder und machen Mut.“

Eine solche vorbildliche Mutmacherin ist Frau Dr. Ute Bergner, die Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der Vacom – Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH Großlöbichau.

Die Jury hatte ihr „langjähriges umfangreiches unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement“ ausdrücklich hervorgehoben, so der Juror Professor Dr. Jörg K. Ritter, globaler Co-Leiter der Family Business Advisory Abteilung der Egon Zehnder Unternehmensberatung. In seiner Laudatio richtete er bewundernd das Wort an Dr. Bergner: „Sie haben außergewöhnlich als Macherin dazu beigetragen, die erfolgreiche gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation im Osten des Landes zu forcieren.“

Ute Bergner gründete Vacom 1992 in Jena mit zunächst nur zwei Mitarbeitern. Heute sind es über 350 Beschäftigte an Standorten in Großlöbichau, Jena und Sint-Job-in-‚t-Goor bei Antwerpen (Belgien). Kerngeschäft von VACOM unter der Leitmarke Precision & Purity sind die Entwicklung, Fertigung und der Vertrieb von Vakuumkomponenten und Vakuummesstechnik für höchste Anforderungen in Industrie und Wissenschaft. Vacom gehört heute zu den führenden europäischen Anbietern für Vakuumtechnik und hat Kunden weltweit.

Die promovierte Physikerin (Jahrgang 1957) ist verheiratet, hat drei Kinder sowie ein Pflegekind und leitet heute die Firma gemeinsam mit ihrem Sohn Jens. Als Mitglied der FDP-Landtagsfraktion Thüringen setzt sich Ute Bergner insbesondere für die Belange der Thüringer Wirtschaft ein. Darüber hinaus engagiert sie sich als Landesvorsitzende bei Bürger für Thüringen e. V. u.a. für Umwelt und Naturschutz, wie beispielsweise das Nein zu Windkraftanlagen in Waldgebieten. Die Baumpflanzaktion „Thüringen pflanzt“ liegt ihr am Herzen. Zu sehen ist dies übrigens auch in der Vacom-Fertigungshalle, wo neben hochmoderne Fertigungszentren und fahrerlosen Transportfahrzeugen 65 in Kübeln gepflanzte Bäume und 45 Hängepflanzen als grünes Refugium fungieren und für ein gutes Klima sorgen.

Ebenso Vorbild und Mutmacher ist Professor Klaus-Dieter Weltmann, der langjährigen Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlichen Direktor des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie (INP) Greifswald,

Die Laudatio auf Professor Weltmann hielt Professor Dr. Dr. h.c. Reinhard Hüttl, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Geoforschungszentrums GFZ Potsdam und Mitglied der elfköpfigen Jury, die unter anderem das Engagement Klaus-Dieter Weltmanns für den Standort Ost würdigte.

„Von der Idee zum Prototyp” lautet das INP-Leitbild, das von Klaus-Dieter Weltmann initiiert und maßgeblich geprägt wurde. Der gebürtige Rüganer studierte in Greifswald, Brno in Tschechien und Morgantown in West Virginia. Er promovierte 1993 im Bereich angewandter Physik und ging 1995 zur ABB Schweiz AG nach Zürich, wo er zuletzt im Bereich Hochspannungstechnik als Business Unit Manager R&D für gasisolierte Schaltanlagen weltweit den Konzern vertrat. Zeitgleich war Weltmann als Dozent an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Verwaltung Zürich tätig.

Mit dieser internationalen Expertise in Wissenschaft und Wirtschaft kehrte Professor Weltmann 2003 nach Vorpommern zurück. „Das Angebot, die Leitung des INPs zu übernehmen, war eine neue, spannende Herausforderung und bot mir die Möglichkeit, wieder in der Heimat zu wirken. Am Leibniz Institut für Plasmaforschung und Technologie hatte ich die Chance, neue wissenschaftliche Impulse zu setzen und meine gesammelte Industrieerfahrung für einen erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer einzusetzen“, so der Wissenschaftler.

Und das ist ihm durch die strategische Neuaufstellung des Institutes eindrucksvoll gelungen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Industrie zeigt sich beispielhaft in der Steigerung der eingeworbenen Industriemittel. Nach Weltmanns Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden haben sich die Einnahmen des Instituts aus der Auftragsforschung von 2003 bis 2005 nahezu verzehnfacht. In den Folgejahren wurden sie nochmals verdoppelt. „So etwas funktioniert nur mit großen Kraftanstrengungen des gesamten Teams und einem Changemanagement, das Mitarbeitende konsequent einbindet“, so die Quintessenz des Physikers.

Im Rahmen eines eigens entwickelten Spin-off-Konzepts - eine weitere Säule von Weltmanns Forschungstransfers – wurden in den vergangenen Jahren fünf erfolgreiche Ausgründungen initialisiert, die hochqualifizierten Fachkräften in einer eher strukturschwachen Region Arbeitsplätze bieten.

Beim Aufbau der plasmamedizinischen Forschung am INP setzte sich Weltmann mit unermüdlichem Einsatz und unerschütterlichem Glauben an seine Idee gegen den Widerstand verschiedener Skeptiker durch. Heute liegt das Institut auf diesem Gebiet an der Weltspitze. Eine Tatsache, die im Jahr 2014 mit dem „Plasma Medine Award“ auch international gewürdigt wurde. In Kooperation mit der Universität Greifswald ist es außerdem gelungen, die weltweit erste Professur für Plasmamedizin zu initiieren und gemeinsam mit der Universität zu besetzen.

Beide Preisträger zeichnen sich nicht nur durch fachliche Kompetenz und großen Überblick aus, sondern insbesondere auch durch Mut und Beharrlichkeit im Verfolgen ihrer Ziele. So haben beide mit Ursprung in den neuen Bundesländern ihr wissenschaftliches und wirtschaftliches Feld mit überregionaler Wirkung weit nach vorne gebracht.

ESMT / Vacom / INP / LK

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