Hochschule

Exzellenz im Cluster

27.09.2018 - In der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder sind die Entscheidungen über die Exzellenzcluster gefallen.

Lange dürften die Forscherinnen und Forscher in Deutschland diesem Tag entgegen gefiebert haben: Am 27. September wurden am Ende eines zweistufigen, wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahrens aus 88 eingereichten Projektskizzen diejenigen Exzellenzcluster bekannt gegeben, die ab dem 1. Januar 2019 eine Förderung erhalten werden. Insgesamt 57 Cluster an 34 Universitäten können im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder demnächst ihre Arbeit aufnehmen und sich über eine Förderung von drei bis zehn Millionen Euro pro Jahr über einen Zeitraum von zunächst sieben Jahren freuen. Finanziert werden Personal-, Sach- und Investitionskosten. Universitäten mit Exzellenzclustern können zudem jährlich bis zu eine Million Euro als Strategiezuschlag beantragen. Insgesamt stehen für diese Förderlinie jährlich rund 385 Millionen Euro zur Verfügung.

Inzwischen 12 Jahre lang hat die Exzellenzinitiative mit insgesamt 4,6 Milliarden Euro Exzellenzcluster, Zukunftskonzepte und Graduiertenschulen gefördert. Ab dem kommenden Jahr geht das Programm unter neuem Namen und mit einer weiteren Veränderung in die nächste Runde: Die Exzellenzstrategie zielt weiterhin darauf ab, Spitzenforschung an Universitäten in Deutschland zu fördern, allerdings nur noch in den beiden Förderlinien Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte – dies entspricht der Empfehlung einer Internationalen Expertenkommission, welche die Exzellenzinitiative im Detail evaluiert hatte.

Die erfolgreichen Exzellenzcluster sollen international wettbewerbsfähige Forschungsfelder an deutschen Universitäten bzw. in Verbünden aus zwei (in Ausnahmefällen auch drei) Universitäten fördern und dabei das Profil der antragstellenden Universität deutlich schärfen und zur Prioritätensetzung beitragen. Zudem sollen sie dem wissenschaftlichen Nachwuchs vielversprechende Karrierebedingungen bieten.

Im Rahmen der bisherigen Exzellenzinitiative waren zehn Exzellenzcluster aus der Physik erfolgreich – acht davon waren mit Projektanträgen für die aktuelle Runde wieder dabei, zum Teil mit leicht abgewandeltem Programm bzw. mit neuen Kooperationspartnern. Insgesamt knüpfte knapp die Hälfte der eingereichten Projekte an Exzellenzcluster oder auch Graduiertenschulen aus der vorangegangenen Exzellenzinitiative an.

In der aktuellen Ausschreibung war die Physik wieder besonders erfolgreich mit 16 bewilligten Exzellenzclustern, die einen Schwerpunkt in Physik haben oder zumindest Physikbezüge. Einige davon können direkt an die bisherige Arbeit in bestehenden Exzellenzclustern anknüpfen, nämlich der Cluster "Neue Einblicke in die Materie" der U Hamburg, PRISMA+ der U Mainz, RESOLV der U Bochum, Origins der beiden Münchner Universitäten und Hearing4All mit Federführung an der U Oldenburg. Neu aufgestellt haben sich dagegen die ehemaligen Exzellenzcluster der U Hannover (Quest) und das Centrum für funktionelle Nanostrukturen des Karlsruher Instituts für Technologie, die in der Exzellenzstrategie nun mit neuer Ausrichtung erfolgreich waren und neue Exzellenzcluster einwerben konnten.

Nach der nun gefallenen Entscheidung über die Bewilligung der Exzellenzcluster steht die Antragsphase für die zweite Förderlinie an: Bis zum 10. Dezember haben diejenigen Universitäten bzw. Universitätsverbünde mit mindestens zwei bzw. drei bewilligten Exzellenzclustern die Gelegenheit, einen Antrag auf Förderung als Exzellenzuniversität einzureichen. Über diese wird nach einer Begutachtung im Juli 2019 entschieden. Der Countdown hat also bereits wieder begonnen.

 

Maike Pfalz

Update, 28. September: Die obige Tabelle wurde um einen weiteren Cluster mit Physikinhalten ergänzt, sodass die Physik insgesamt sogar mit 17 Exzellenzclustern vertreten ist.

 

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