09.10.2023

Ein Tor zur Wissenschaft

Am 7. Oktober wurde am CERN mit dem Science Gateway ein neues Besucherzentrum eröffnet.

Maike Pfalz /CERN

Mit einer ganztägigen Eröffnungsveranstaltung hat das CERN am vergangenen Wochenende eine neue Einrichtung für wissenschaftliche Bildung und Öffentlichkeit eingeweiht – das Science Gateway. Nach nur rund zwei Jahren Bauzeit steht dieses „Tor zur Wissenschaft“ nun Besucherinnen und Besuchern aus der ganzen Welt ab einem Alter von fünf Jahren offen. Entworfen hat das imposante Gebäude der international renommierte Renzo Piano Building Workshop.

Das Gebäude wurde von der Röhrenstruktur des Large Hadron Collider inspiriert und umfasst fünf Bereiche für Ausstellungsräume, Labore, einen Konferenzraum für bis zu 900 Personen sowie einen Shop und ein Restaurant. Die gläsernen Fronten und Brücken unterstreichen das Engagement des CERN für eine grenz- und kulturübergreifende Zusammenarbeit und eine offene und für alle zugängliche Wissenschaft.

CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti (Mitte) eröffnete das Science Gateway...
CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti (Mitte) eröffnete das Science Gateway zusammen mit CERN-Ratspräsident Eliezer Rabinovici, Bundespräsident Alain Berset, dem Stellantis-Vorsitzenden John Elkann sowie Architekt Renzo Piano (von links).
Quelle: CERN

Wir wollen der Gesellschaft die Bedeutung der Grundlagenforschung und ihrer Anwendungen näherbringen.

Fabiola Gianotto

Den Wert von Bildung und Öffentlichkeitsarbeit hob auch CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti bei ihrer Eröffnungsrede hervor: Ein wichtiges Ziel und eine der Hauptaktivitäten des CERN war es schon immer, die Forschungstätigkeit am CERN, aber auch die Schönheit und Nützlichkeit der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit zu teilen.“ Das Science Gateway würde diese Komponente dieser Mission nun erheblich erweitern. „Wir wollen der Gesellschaft die Bedeutung der Grundlagenforschung und ihrer Anwendungen näherbringen“, betonte sie.

Das Science Gateway ist vollständig CO2-neutral gestaltet. Nahezu 4000 Quadratmeter Sonnenkollektoren liefern mehr Strom als für das Gebäude nötig ist. Über 400 neu gepflanzte Bäume umgeben das gesamte Areal. Das Science Gateway solle ein Ort sein, an dem sich Menschen begegnen – Kinder, Schüler, Erwachsene, Lehrer und Wissenschaftler, sagte Renzo Piano, leitender Architekt des Projekts. Das Gebäude sei im übertragenen und im eigentlichen Sinne eine Brücke, denn die verschiedenen Gebäude sind durch eine gläserne Brücke verbunden, die sechs Meter über dem Boden verläuft.  

Das Science Gateway erweitert die Besuchskapazitäten deutlich und ermöglicht es jedes Jahr bis zu 500.000 Menschen aus aller Welt, sich auf eine spannende Reise durch die Wissenschaft, Entdeckungen und Technologie am CERN zu begeben. Das Science Gateway kostet keinen Eintritt und wird sechs Tage die Woche, von Dienstag bis Sonntag, geöffnet sein.

Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf umgerechnet knapp über 100 Millionen Euro und wurden ausschließlich über Spenden finanziert. Den Großteil mit fast 47 Millionen Euro leistete die Stellantis Foundation. „Das CERN ist ein Beispiel dafür, wie wir Hand in Hand zusammenarbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse und Einfallsreichtum für das Allgemeinwohl nutzen können“, sagte John Elkann, Aufsichtsratsvorsitzender von Stellantis.

Den ganzen Tag über konnten die Besucherinnen und Besucher unter der Anleitung von CERN-Wissenschaftlern und den Kindern von CERN-Mitarbeitern die vielfältigen Möglichkeiten des Science Gateway aus erster Hand erleben, von interaktiven Ausstellungen bis hin zu Laboren für praktische Experimente und immersiven Räumen. Dabei konnten sie die wissenschaftlichen Entdeckungen und Technologien des CERN bestaunen, mehr über die Geschichte des Universums erfahren und die Geheimnisse der Quantenwelt bewundern.

Eliezer Rabinovici, Präsident des CERN-Rates, sprach im Namen der CERN-Mitgliedsstaaten und assoziierten Länder: „Heute feiern wir den Mut und die Leidenschaft zur Innovation, die das CERN jeher unter Beweis gestellt hat, sowie die Bestrebungen, seine Forschungsergebnisse Menschen aus allen Ländern und allen Altersgruppen zugänglich zu machen. Mögen die führenden Wissenschaftler der Zukunft aus den neugierigen Kindern hervorgehen, die diesen wundervollen Ort in den kommenden Jahren mit ihrer Begeisterung erfüllen werden.“

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