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Die Zukunft der europäischen Teilchenphysik

23.01.2020 - Die langfristige europäische Strategie der Teilchenphysik steht im Mittelpunkt der Diskussionen in Bad Honnef.

Etwa sechzig Forschungs­manager bedeutender Forschungs­zentren und Institutionen der Teilchen­physik treffen sich diese Woche im Physik­zentrum Bad Honnef, um über die künftige europäische Strategie für die Teilchenphysik zu beraten. Dabei geht es beispielsweise um einen Nachfolger für den Large Hardon Collider (LHC), den Teilchen­beschleuniger am Europäischen Forschungs­zentrum CERN bei Genf. Dort wurde 2012 das sogenannte Higgs-Boson gefunden, das für die Masse der Elementar­teilchen verantwortlich ist und dessen Entdeckung 2013 zum Nobelpreis für Physik führte.
 

Die Europäische Strategie für Teilchen­physik ist der Eckpfeiler des europäischen Entscheidungs­prozesses für die langfristige Zukunft dieses Forschungs­feldes. Im Auftrag des CERN-Rates wird sie durch eine umfassende Konsultation der Gemeinschaft der Teilchen­physiker gebildet. Der Rat holt aktiv die Meinungen von Physikern aus der ganzen Welt ein und stimmt sich eng mit den USA und Japan ab, um eine optimale Nutzung der Ressourcen weltweit sicher­zustellen.

Ganz oben auf der Prioritäten­liste steht die künftige Ausgestaltung der Forschung und Entwicklung für künftige Teilchenbeschleuniger und Technologien. Zudem ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit benachbarten Disziplinen wie der Astroteilchen- und Kernphysik vorgesehen. Darüber hinaus soll der Technologie­transfer gestärkt werden.

Europa leistet über das CERN einen bedeutenden Beitrag zu einem weltweit koordinierten Teilchenphysik-Programm. Ein angedachter, international organisierter Linearcollider würde die Forschung am LHC hervorragend ergänzen, wofür ein Standort in Japan identifiziert wurde. Ferner gibt es ehrgeizige Pläne, einen großen Collider in China zu bauen. Und natürlich gibt es am CERN detaillierte Vorstellungen, den einzigartigen Beschleuniger­komplex für die Zukunft fit zu machen. Die Empfehlungen, die aus dem Treffen in Bad Honnef hervorgehen, sollen dann im Mai bei einem Treffen in Budapest vom CERN-Rat formell genehmigt werden.

DPG / DE
 

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