Panorama

100 Jahre wachsendes Wissen

01.04.2021 - 1921 wurde der Verlag Chemie gegründet, der seit 25 Jahren als Wiley-VCH zur Verlagsgruppe von John Wiley & Sons gehört und in dem seit 20 Jahren das Physik Journal erscheint.

Kein Scherz: Am 1. April 1921 gründeten drei wissenschaftliche Gesellschaften, darunter der Vorgänger der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), den Verlag Chemie GmbH in Leipzig. Neben einer Zweigstelle in Berlin etablierten sich die ersten Zeitschriften wie z. B. das Chemische Zentralblatt und die Zeitschrift für Angewandte Chemie – letztere erscheint heute noch unter dem Titel Angewandte Chemie.

Heute firmiert der Verlag unter dem Namen Wiley-VCH und gilt weithin als Herausgeber herausragender wissenschaftlicher Zeitschriften, Magazinen sowie von Fach- und Lehrbüchern in Chemie, Physik, Material- und Biowissenschaften. Seit dem 6. Mai 1996 ist der Verlag Chemie Teil der Verlagsgruppe John Wiley & Sons, die ihrerseits auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken kann.

Nach Stationen in Berlin, Eisfeld (Thüringen) und Heidelberg wurde der Firmensitz 1947 endgültig nach Weinheim verlegt, wo man zuerst in der Pappelallee 3 und später dann in der Boschstraße 12 eine Heimat gefunden hat. Dort entstand seit 2002 ein neues Verlagsgebäude.

Viele wichtige Akquisitionen haben im Laufe der Zeit zur Erweiterung des Verlagsportfolios beigetragen: So erwarb VCH 1972 den Mehrheitsanteil am Physik Verlag, in dem die Physikalischen Blätter (heute Physik Journal) erschienen. Das markiert den Beginn der langen Zusammenarbeit mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Im Jahr 2001 entstand das Web-Portal pro-physik.de, seit 2013 sind alle Jahrgänge der Physikalischen Blätter in der Wiley Online Library frei verfügbar. Alle Physik-Journal-Ausgaben, die älter als drei Jahre sind, lassen sich auf pro-physik.de frei einsehen.

1983 kam die Architektur durch Ernst & Sohn dazu, seit 1998 die Schweizer Zeitschrift Helvetica Chimica Acta. Und seit 2001 ergänzt die Produktpalette des ehemaligen GIT Verlags in Darmstadt das Angebot von Wiley-VCH.

Ein wichtiger Meilenstein war im Januar 2019 die Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommen zwischen John Wiley & Sons und dem Allianz-Projekt DEAL. Der Vertrag berechtigt alle wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren aus rund 700 deutschen Wissenschaftseinrichtungen ihre fast 10.000 jährlich in Wiley-Zeitschriften erscheinenden Fachartikel im Open Access unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen.

Zum Jubiläumsjahr sind ein Festakt im Juli 2021 und zahlreiche Aktionen und digitale Angebote mit multimedialen Inhalten geplant. Jeden Monat soll ein hochaktuelles Thema aufgegriffen werden. Zum Auftakt liegt der Fokus auf den verschiedenen Möglichkeiten, Frauen und Minderheiten in der Wissenschaft zu fördern. In Fachbeiträgen und Diskussionsrunden kommen dazu Expert*innen zu Wort. Mit fast 500 Teammitgliedern aus mehr als 30 Ländern und einem Frauenanteil von rund 70 Prozent zeigt der Verlag, wie Vielfalt und Diversität in der Praxis gelebt werden.

In den kommenden Monaten folgen Schwerpunkte zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, medizinischen Patenten, Digitalisierung und akademischer Lehre, Künstlicher Intelligenz und Fake News. Aber auch Themen wie Wissenschaftskommunikation, Open Science und Publishing Tools werden diskutiert.

Mit Blick in die Zukunft betont Geschäftsführer Guido F. Herrmann die globale Rolle und den Anspruch von Wiley-VCH: „Als integraler Teil von Wiley repräsentiert VCH seit 25 Jahren einen wichtigen Standort für Innovation und Qualität, der für den globalen Erfolg in Forschung und Lehre unverzichtbar ist. Auch zukünftig wird unser hoher Anspruch, ein innovativer Partner für die Wissenschaft und die Industrie zu bleiben, oberste Priorität haben.“

Wiley-VCH / Alexander Pawlak

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