12.08.2015

Vulkanwinter 1816

G. D’Arcy Wood: Vulkanwinter 1816, Konrad Theiss Verlag 2015, 336 S., geb., 29,95 €, ISBN 978380623015

G. D’Arcy Wood

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Der Ausbruch des Krakatau zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java wurde 1883 dank der damals neuen Telegrafie weltweit wahrgenommen. Die ausgestoßenen Staubmassen verursachten spektakuläre Sonnenuntergänge und sorgten dafür, dass in den Folgejahren die Durchschnittstemperatur auf der Nordhalbkugel um mindestens ein halbes Grad sank. Doch viel verheerender war der Ausbruch des Vulkans Tambora 1815 auf der Insel Sumbawawa. Er löschte nicht nur eine ganze Inselkultur aus, sondern sorgte für eine so merkliche globale Abkühlung, dass 1816 zum „Jahr ohne Sommer“ wurde.

In diesem Buch befasst sich Gillen D’Arcy Wood, Professor für Englisch an der University of Illinois, mit den weltweiten Auswirkungen des Tambora-Ausbruchs. Dabei verquickt er auf facettenreiche Weise Welt-, Klima- und Kulturgeschichte und zeigt eindrücklich, wie dieser größte Vulkanausbruch in geschichtlicher Zeit Fröste im Sommer, Stürme, Überschwemmungen, Missernten, Hungersnöte und eine Cholera-Pandemie verursachte. D’Arcy identifiziert das „Weltuntergangswetter“ sogar als Inspiration für den Literatenkreis um Mary und Percy Shelley, nicht zuletzt für Mary Shelleys „Frankenstein“. Die oft erschütternden Entwicklungen in der Folge des Tambora-Ausbruchs jagten mir bei der Lektüre durchaus Schauer über den Rücken, aber gleichzeitig fand ich das Buch sehr aufschlussreich, denn es sensibilisiert für die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Klima und dem Schicksal menschlicher Gesellschaften, auch wenn sich die Auswirkungen eines extremen Vulkanausbruchs nicht einfach auf den heutigen Klimawandel übertragen lassen.

Das Buch punktet mit zahlreichen Abbildungen und einem umfangreichen Quellen- und Literaturverzeichnis. Störend sind die häufigen Tippfehler und die etwas ungelenke Übersetzung. Wer sich daran stark stört, sollte auf die englische Originalausgabe ausweichen.

Alexander Pawlak

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