Rezension

Niegeschichte

Dietmar Dath: Niegeschichte: Science Fiction als Kunst- und Denkmaschine Matthes & Seitz Berlin 2019, 942 S., geb., 38 €, ISBN 9783957577856

„Die hochdosierte Einführung des Zukunftsromans in die Literatur ist eine ebenso poetische Operation wie diejenige der imaginären Zahlen in der Mathematik“, schrieb der französische Schriftsteller Boris Vian 1954 in einem längeren Essay über Science-Fiction.

Auch Dietmar Dath, selbst äußerst produktiver SF-Autor sowie FAZ-Redakteur und bekennender Kommunist, bemüht in seiner über 900 Seiten umfassenden Analyse der Science-Fiction „als Kunst- und Denkmaschine“ gerne Analogien aus der Mathematik, aber auch der Physik. Statt mit „sense of wonder“ oder „suspension of disbelief“ operiert er lieber mit „Morphismen“,„Funktoren“ und „Kategorien“, wenn es darum geht, die spezifische Poetik der SF dingfest zu machen. Dabei setzt er viel voraus: neben einschlägigen Theoretikern des Phantastischen (speziell Tzvetan Todorov) auch Hegel, Marx und Engels, Adorno oder die ästhetischen Überlegungen von Peter Hacks.

So ist es kein Wunder, dass etwa das Spätwerk des amerikanischen SF-Autors Philip K. Dick auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann trifft. Dieses Kurzschließen von nicht allzu naheliegenden Bezügen ist ein besonderes Charakteris­tikum der „Niegeschichte“, mit der Dath „die Gesamtheit aller Geschichten, die das Genre erzählt“ bezeichnet. Für ihn ist „Fiction ist eine besondere Sorte Science“. Science-Fiction verspricht für ihn Erkenntnisse, die ohne dieses Genre nicht möglich wären.

Die Untermauerung dieser These führt Dath entlang einer Geschichte der Science-Fiction, angefangen bei Verne und Wells über das „Golden Age“ unter der Ägide von Gernsback und Campbell, die „New Wave“, „Cyberpunk“ bis hin zu aktuellen Werken, wie die des chinesischen Autors Cixin Liu. Dabei setzt Dath eigene bis eigenwillige Akzente und lässt auch vieles links liegen, etwa Dicks frühes Werk. Sehr ausführlich verweilt er bei den SF-Autorinnen und -Autoren, die für ihn besonders prägend sind: Harlan Ellison, Joanna Russ und Greg Egan.

Wer ist die Zielgruppe eines solch umfangreichen Werks, das nicht den Anspruch hat, eine enzyklopädische SF-Geschichte oder eine systematische Einführung in die SF-Theorie zu sein? Wer Dath als Autor schätzt, der kommt an diesem Werk kaum vorbei, denn er schreibt hier natürlich auch „pro domo“ und liefert viele Hintergründe zum eigenen Werk. Dieses würde ich am ehesten als „Meta-Science-Fiction“ charakterisieren, denn auch in seinen Romanen wird ausgiebig theoretisiert. In seinem Schreiben durchdringen sich Fiktion, Autobiographie und Theorie, auch in der „Niegeschichte“.

Für die Lektüre dieser Schwarte ist ein gehöriges Interesse an der SF, einschließlich ihrer Geschichte und Theorie, Offenheit für ungewohnte Perspektiven und Toleranz gegenüber Daths politischen Positionen nötig. Manchmal braucht es auch ein dickes Fell, wenn man sich in auftauchenden Satz­ungetümen verheddert oder einem Anspielungsstakkato nicht folgen kann bzw. mag.

Positiv formuliert: An diesem Buch kann man sich auf inspirierende Weise reiben. So ist es mir jedenfalls ergangen. Ich habe mich dabei ein wenig an Kurt Tucholskys Urteil über „Ulysses“ erinnert gefühlt. Tucholsky verglich das „außergewöhnliche und merkwürdige Buch“ von Joyce mit Liebigs Fleisch­extrakt: „Man kann es nicht essen. Aber es werden noch viele Suppen damit zubereitet werden.“

Dath kocht ganz sicher keine leichtverdaulichen Gerichte, aber hat hochoriginelle Zutaten zur Hand. Dabei bekommt übrigens auch das Physik Journal sein Fett weg.

Alexander Pawlak

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