Rezension

Chasing New Horizons

A. Stern, D. Grinspoon: Chasing New Horizons – Inside the Epic First Mission to Pluto, Picador, New York 2018, geb., 320  S., 16 Fototafeln, 28 $, ISBN 9781250098962; Taschenbuch (ab 21. Mai 2019): Picador, New York 2019, 320 S., 18 $, ISBN 9781

Inside the Epic First Mission to Pluto

Die New-Horizons-Mission hat unseren Horizont im besten Sinne des Wortes erweitert. Der Kleinplanet Pluto, der selbst mit dem Hubble-Weltraumteleskop beobachtet nur als pixeliges Fleckchen erscheint, stellt sich seit Juli 2015 als komplexes Mitglied unseres Sonnensystems dar. Mit dem Kuiper-Gürtel-Objekt „Ultima Thule“ hat New Horizons zudem das bislang am weitesten entfernte Objekt untersucht, das jemals von einer Raumsonde besucht wurde.

Eins vorweg: Wer sich ausführlich über die Erforschung des Pluto oder die technischen Hintergründe der New-Horizons-Sonde informieren möchte, der wird von diesem Buch möglicherweise enttäuscht. Der Untertitel „Inside the epic first mission to Pluto“ deutet bereits darauf hin. Alan Stern, maßgeblicher Initiator und „Principal Investigator“ von New Horizons gibt zusammen mit seinem Koautor David Grinspoon mit diesem Buch eher einen sehr ausführlichen Einblick in die Entstehung und den Verlauf eines wahrlich weitreichenden Projekts. Dabei liegen die Schwerpunkte eindeutig auf dem Projektmanagement und wissenschaftspolitischen Aspekten.

Das klingt trocken, erweist sich aber doch als sehr spannend. So vermittelt das Buch einen Eindruck der schieren Dimension eines solchen Unternehmens, die sich in der üblichen Berichterstattung kaum abbilden lässt. Von der ersten Idee im Jahr 1989 bis zur offiziellen Aufnahme des Projekts in das New-Frontiers-Programm der NASA dauerte es 12 Jahre. Schon diese Phase glich einer Achterbahnfahrt, und das gilt erst recht für den Bau, Start und Flug der Sonde. Die Autoren machen eindringlich klar, wie groß und komplex solch ein Vorhaben ist, an dem in den 14 Jahren bis zum Vorbeiflug an Pluto 2500 Menschen mitgewirkt haben.

Vieles dürfte exemplarisch für andere Großprojekte sein, doch New Horizons ist als Mission mit vielen „Firsts“ auf jeden Fall ein Buch wert. Der Verlauf der Mission liest sich oft genug wie ein Krimi, der manchmal recht detailfreudig ausfällt.

Schade, dass Hinweise auf weitere Literatur fehlen, etwa auf das Buch Pluto and Charon von Stern und Jacqueline Mitton. Dessen zweite erweiterte Auflage erschien kurz vor Start von New Horizons und bietet noch immer den besten Überblick über die Erforschung des Pluto von 1930 bis 2005.

Alexander Pawlak