Rezension

Babyuniversität

Chris Ferrie: Allgemeine Relativitätstheorie für Babys; Quantenphysik für Babys; Raketenwissenschaft für Babys, Loewe, Bindlach 2019, jew. 26 S., Pappe mit Spotlack, 9,95 Euro, ISBN 97837432-03730, -03723, -03709

Quantenphysik, Allgemeine Relativitätstheorie oder Raketenwissenschaft für Babys – geht das? Dieses etwas gewagte Experiment hat der Amerikaner Chris Ferrie mit einer Reihe von Pappbilderbüchern unternommen, die sich an Kinder ab zwei Jahren richten. Der Autor, selbst Vater von vier Kindern, möchte laut Klappentext schon die Kleinsten so früh wie möglich mit den Wundern der Wissenschaft vertraut machen. Die Reihe umfasst im Original bereits zahlreiche Bände zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen, von Astrophysik über Evolution bis zu Organischer Chemie. Einige davon gibt es nun auch auf Deutsch.

Ich muss gestehen, ich war skeptisch, ob dieses Konzept funktionieren kann – besonders, als mir beim Durchblättern Begriffe wie Atome, quantisierte Energie oder Singularität ins Auge fielen – nicht gerade der übliche Wortschatz von Kleinkindern. Text und Grafik sind zwar einfach gehalten und damit auf den ersten Blick durchaus an das kleinkindliche Sehen und Erleben angepasst. Gleichzeitig werfen die kurzen Textzeilen teilweise mehr Fragen auf, als sie beantworten. Darüber hinaus erfordern sie eine Abstraktionsfähigkeit, die Kleinkinder noch nicht besitzen.

Dennoch habe ich die Bücher einem siebenjährigen Testleser vorgelegt, dem sie gefielen. Er fand die Grafik trotz (oder wegen) ihrer Einfachheit lustig, und als Leseanfänger kamen ihm die kurzen Sätze entgegen. Beim gemeinsamen Lesen konnte er aber auch inhaltlich einiges mitnehmen. Allerdings entsprach er mit seinen sieben Jahren nicht ganz der Zielgruppe.

Jedoch auf diese Weise ermu­tigt, gab ich den Band „Raketenwissenschaft für Babys“ einer weiteren Testleserin, die mit zwei Jahren der Zielgruppe voll entsprach. Sie unterzog das Buch zunächst einem Bisstest, der Dank des festen Pappmaterials positiv ausfiel. Darüber hinaus gefiel ihr das Buch so gut, dass sie es immer wieder vorgelesen bekommen wollte. Ganz besonders begeisterten sie die Raketengeräusche, die ihre Mutter an entsprechender Stelle machte.

Fazit: Es ist in meinen Augen fraglich, wieviel von der zugrunde liegenden Wissenschaft Kleinkinder tatsächlich mitnehmen. Aber ist das wirklich wichtig? Denn auch wenn die Kinder noch nicht alles vollständig verstehen, haben sie dennoch ihren Spaß und gehen vollkommen vorurteilsfrei und ohne Berührungsängste an diese komplizierten Themen heran. Als lustiges Mitbringsel für wissen­schaftlich interessierte Eltern sind die Bücher daher allemal geeignet.

Anja Hauck

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