Panorama

Wasserstoff als Eckpfeiler der Energiewende

23.11.2022 - Das Wasserstoff-Großforschungsprojekt hyBit ist gestartet.

Wo zuvor die Industrie hauptsächlich durch fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas im wahrsten Sinne des Wortes befeuert wurde, soll Wasserstoff als Energie­träger der Zukunft die Transformation hin zu einem nachhaltigen und klimaneutralen Europa anstoßen. Jedoch ist eine Wasserstoffwirtschaft in dieser Größen­ordnung neues Terrain für alle Akteure. Am 15. November 2022 fand im Beisein der Bremer Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Claudia Schilling, der feierliche Start des von der Universität Bremen geleiteten Wasserstoff-Großforschungs­projekts „hyBit – Hydrogen for Bremen’s Industrial Transformation – ein Initialimpuls für die Entwicklung einer norddeutschen Wasserstoff-Ökonomie“ statt.

 

Im Rahmen der Energiewende stellen sich viele Fragen: Wie kann Klima­neutralität durch die zielgerichtete Gestaltung von Wasserstoff-Hubs erreicht werden und welche technischen, wirtschaftlichen, ökologischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte sind dabei zu berücksichtigen? Wie lässt sich eine überregionale Wasserstoff­wirtschaft durch einen Zusammenschluss von mehreren einzelnen Hubs erreichen? Wie kann das zunächst knappe Gut Wasserstoff mit größtmöglicher Wirkung im Transformations­prozess eingesetzt werden und eine Marktdynamik auslösen? Welche Kooperations­chancen lassen sich zwischen einer „hanseatischen“ Wasserstoff­produktion und potenziellen Exportländern – wie etwa Nordafrika und dem Nahen Osten – erschließen?

Ausgehend von der anvisierten Umstellung des Bremer Stahlwerks auf grünen Wasserstoff als Kristallisations­keim skizziert das Forschungs­vorhaben die Möglichkeiten für den Aufbau eines ersten Wasserstoff-Hubs in Bremen und in größerem Rahmen einer norddeutschen Wasserstoff-Ökonomie. Hierzu werden weitere mögliche dezentrale Hubs zwischen den Industrie­regionen von Köln bis Brunsbüttel einbezogen. Der Einsatz von Wasserstoff soll dabei die zukünftige Transformation insbesondere der Standorte der Chemie- und Stahl­industrie fördern. In dem vom Bundes­forschungs­ministerium über 3,5 Jahre mit rund 30 Millionen Euro geförderten Projekt arbeiten die Universität Bremen, das Wuppertal Institut sowie 15 weitere Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die Projekt­beteiligten setzen mit ihrer Forschung konkrete Umsetzungs­impulse. Sie setzen sich darüber hinaus mit den strukturellen Wirkungen auseinander und arbeiten daran, welche Auswirkungen Wasserstoff-Hubs auf die regionale Entwicklung und die Wertschöpfungsstrukturen haben werden und wie einzelne dezentrale Knoten in eine gesamte norddeutsche Wasserstoff­wirtschaft integriert werden könnten.

Stefan Lechtenböhmer, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut, sagt: „Der Standort Bremen bietet durch seine facettenreiche Wirtschaft und Infrastruktur einen hervor­ragenden Ausgangs­punkt für die Konzeption eines Wasserstoff-Hubs, in dem Transport, Lagerung und Nutzung von Wasserstoff für verschiedenste Funktionen intelligent integriert werden können. Er hat damit eine Vorbildfunktion für zukünftige Wasserstoff-Knoten in Deutschland und Europa.“

Das Wuppertal Institut leitet das Teilprojekt „Konzipierung einer überregionalen Wasserstoff-Wirtschaft als sozio-technische Transformation industrieller Zentren“. Hier erarbeiten die Forscher Konzepte eines zukünftigen wasserstoff­basierten Energie- und Wirtschaftssystems und analysieren insbesondere die Wechselwirkungen zwischen der Entwicklung einzelner Wasserstoff-Hubs und einem auf erneuerbaren Energien und Wasserstoff basierenden gesamten Wirtschafts­system. Die Wissenschaftler bringen dabei ihre umfangreiche interdisziplinäre Forschungs­expertise aus den Bereichen soziale Innovationen und Struktur­wandel, Modellbildung und Szenarien­entwicklung, Transformation der Grundstoffindustrie, Transformations­forschung sowie Nachhaltigkeits­bewertung ein.

Peter Viebahn, Koordinator des Teilprojekts und Co-Leiter des Forschungsbereichs Sektoren und Technologien am Wuppertal Institut, betont die Herausforderung einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Instituten: „Eine solche Ko-Evolution betrifft die unterschiedlichsten Ebenen – sei es aus sozio-technischer, ökonomischer, ökologischer und regulatorischer Sicht. Durch die gebündelte Expertise aller 17 Partner­einrichtungen bestehen große Chancen, eine gemeinsam abgestimmte Strategie für die dringend benötigte Transformation zu entwickeln, für die es bisher noch kein Vorbild gibt.“

Wuppertal Institut / DE

 

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