Forschung

„Schau hoch zu den Sternen...“ – zum Tod von Stephen Hawking

14.03.2018 - Der weltberühmte theoretische Physiker und Kosmologe ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Noch im Juli 2017 würdigte eine internationale Konferenz in Cambridge Stephen Hawkings 75. Geburtstag, die den aktuellen Fortschritten in Gravitationsphysik und Kosmologie sowie dem erfolgreichen Nachweis von Gravitationswellen gewidmet war. Nun ist Hawking am frühen 14. März, dem Geburtstag Einsteins, in Cambridge gestorben.

Professor Stephen Hawking 1942 - 2018 (Video: Cambridge University)

 

 

 

Dass Stephen Hawking ein langes und erfülltes Leben vergönnt sein würde, war in seiner Studienzeit nicht abzusehen. Schon 1962 diagnostizierten die Ärzte bei ihm myotrophe Lateralsklerose (ALS) gaben ihm nur noch zwei Jahre zu leben. Die fortschreitende Muskelschwäche machte ihm zwar rasch ein normales Leben unmöglich, ließ ihn aber unbeirrt weiter forschen. Sein Zustand habe auch etwas Gutes, bekannte Hawking einmal, „denn es macht Zeittoschlägereien wie Golf und Joggen unmöglich, sodass ich mich intensiver als andere dem Denken widmen kann“.

Von Hawkings Arbeiten zur Gravitationstheorie und Kosmologie wurden allem seine Theorien zu Schwarzen Löchern bekannt. Er konnte zeigen, dass diese Strahlung abgeben können („Hawking-Strahlung“) und eine endliche, wenn auch extrem lange Lebensdauer haben. Während seiner gesamten Karriere kam er immer wieder auf das Problem zurück, ob bei der Entstehung eines Schwarzen Loches Information verloren geht.

Durch sein Schicksal ist Hawking zum „Popstar“ der Physik geworden, dessen Leben zuletzt sogar in Hollywood verfilmt wurde. Sein Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ ist nach wie vor einer der erfolgreichsten populärwissenschaftlichen Besteller der letzten drei Jahrzehnte. Mit seiner Tochter Lucy hat Hawking zudem drei erfolgreiche Bücher für Kinder und Jugendliche verfasst. Hawking, der zweimal verheiratet war, hinterlässt insgesamt drei Kinder.

Den Ruf ein „zweiter Einstein“ zu sein, wies Stephen Hawking immer wieder von sich. Doch wie Einstein zeichneten ihn originelles und wagemutiges physikalische Denken und ein großer Humor aus. Das belegen auch zwei seiner letzten Aktivitäten.

Während er sich in seinem aktuellsten Paper, das er zusammen mit seinem Kollegen Thomas Hertog von der Universität Leuven im Juli 2017 auf dem arXiv-Server veröffentlicht hatte, mit dem kosmologischen Problem der „ewigen Inflation“ befasste, ist er derzeit als Gaststimme in „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ auf BBC Radio 4 zu hören. In Eoin Colfers Fortsetzung der komischen Science-Fiction-Saga von Douglas Adams spricht Stephen Hawking eine neue Version des galaktischen Reiseführers.

„Professor Hawking war eine einzigartige Persönlichkeit, die nicht nur in Cambridge, sondern auf der ganzen Welt mit Wärme und Zuneigung in Erinnerung bleiben wird. Mit seinen außerordentlichen Beiträgen zur Wissenschaft und ihrer Popularisierung hinterlässt er ein bleibendes Erbe. Sein Charakter war eine Inspiration für Millionen“, sagte Stephen Toope, Vizekanzler der Universität Cambridge, an der Hawking über vier Jahrzehnte geforscht und gelehrt hat.

Bei der Konferenz zu seinem 75. Geburtstag betonte Hawking, wie wichtig es ihm sei, seine Begeisterung für die Suche nach den universellen Gesetzen des Universums mit anderen zu teilen: „Schau hoch zu den Sternen und nicht auf die eigenen Füße. Versuche zu verstehen, was du siehst, und frage dich, was das Universum ausmacht. Sei neugierig, und egal wie schwierig das Leben auch sein mag, es gibt immer etwas, was du tun und bei dem du erfolgreich sein kannst. Entscheidend ist, nicht aufzugeben.“

Alexander Pawlak

 

 

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