DPG

Relativistische Astrophysik und ferroische Zustände

17.11.2022 - Die DPG-Preisträgerinnen und -Preisträger für das Jahr 2023 stehen fest.

Am vergangenen Wochenende wählten die Preiskomitees der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) auf dem „Tag der DPG“ die Preisträgerinnen und Preisträger des kommenden Jahres aus. Viele erhalten ihre Auszeichnungen während der 86. Jahrestagung der DPG in Dresden.

Die Max-Planck-Medaille – die höchste Auszeichnung der DPG für theoretische Physik – erhält Prof. Dr. Rashid A. Sunyaev vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching. Die DPG würdigt damit seine zahlreichen und fundamentalen Beiträge zur relativistischen Astrophysik und zur Kosmologie, insbesondere die theoretische Vorhersage der experimentell beobachteten Veränderungen im Spektrum der kosmischen Hintergrundstrahlung beim Durchgang durch Galaxienhaufen.

Die Stern-Gerlach-Medaille – die wichtigste Auszeichnung der DPG für experimentelle Physik – geht an Prof. Dr. Manfred Fiebig von der ETH Zürich, Schweiz. Manfred Fiebig wird für die Entwicklung und Anwendung der nichtlinearen Optik als Methode zur Visualisierung von ferroischen Zuständen ausgezeichnet. Er eröffnete damit einzigartige Einblicke in spezifische Ordnungsformen. Seine Forschung führte so zu grundlegenden Fortschritten im Verständnis von ferroischen Zuständen und Materialien.

Neben den beiden höchsten Auszeichnungen ehrt die DPG weitere hervorragende Forscherinnen und Forscher:

Den Walter-Schottky-Preis 2023 erhält Dr. Kai-Qiang Lin von der Universität Regensburg für die Untersuchung und Charakterisierung von metastabilen exzitonischen Zuständen weit oberhalb der Bandlücke in Monolagen zweidimensionaler Halbleiter. Seine grundlegenden Arbeiten eröffnen neue Wege in der festkörperbasierten, durchstimmbaren Optoelektronik. Der Gustav-Hertz-Preis 2023 zeichnet Dr. Sebastian Eckart von der Universität Frankfurt / Main für seine theoretischen und experimentellen Beiträge zu fundamentalen Fragen der Quantenmechanik aus, insbesondere für seine zeitlich hoch aufgelösten Studien auf dem Gebiet der Ionisationsprozesse in starken Laserfeldern, bei denen viele Photonen absorbiert werden.

Der Gaede-Preis geht an Dr. Benjamin Stadtmüller von der Universität Kaiserslautern in Würdigung seiner herausragenden und zukunftsweisenden Arbeiten zur Kontrolle optischer und elektronischer Eigenschaften hybrider Grenzflächen mit neu entwickelten, zeitaufgelösten und oberflächensensitiven Messmethoden. 

Der Robert-Wichard-Pohl-Preis würdigt außergewöhnliche Leistungen in der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis in der Lehre, im Unterricht und in der Didaktik der Physik und geht 2023 an Prof. Dr. Thomas Wilhelm von der Goethe-Universität Frankfurt in Würdigung seiner herausragenden Verdienste um die Modernisierung der Didaktik der Physik. Sein Wirken zeichnet sich durch eine starke Fach- und Schulorientierung aus und verbindet seine zahlreichen Projekte zur Entwicklung von Unterrichtskonzeptionen und -materialien mit fundierter Forschung zum Physiklernen. Den Hertha-Sponer-Preis teilen sich zwei Physikerinnen: Dr. Adinda de Wit vom UZH Physik-Institut in Zürich, Schweiz, wird ausgezeichnet für ihre herausragenden experimentellen Beiträge zur ersten Beobachtung der Higgs-Boson-Yukawa-Kopplung und zur präzisen Bestimmung der Higgs-Kopplungen. Dr. Belina von Krosigk vom Karlsruher Institut für Technologie erhält den Preis für ihre fundamentalen Beiträge zur direkten Suche und zum Verständnis von Dunkler Materie durch die Weiterentwicklung der Modelle sowie der methodischen und analytischen Techniken zur Detektion kleinster Signale.

Darüber hinaus vergibt die DPG gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften internationale Preise: Der deutsch-britische Max-Born-Preis geht an Prof. Dr. Stefan Söldner-Rembold von der University of Manchester, Großbritannien, für seine herausragenden Beiträge zur Teilchenphysik, insbesondere zur Neutrino- und Hochenergiebeschleunigerphysik. Gemeinsam mit der OPTICA (früher OSA) zeichnet die DPG Prof. Dr. Rainer Blatt von der Universität Innsbruck, Österreich, mit dem Herbert-Walther-Preis 2023 aus. Die Verleihung erfolgt für herausragende Beiträge zur Quantenoptik und Quanteninformationswissenschaft, zu Quanten-Computern und -Simulationen sowie zu Präzisionsmessungen mit gefangenen Ionen sowie für seine führende Rolle in der Förderung des Forschungsgebiets der Quanteninformation und seine stete Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Der DPG-Preis für Lehrkräfte geht an Dipl.-Phys. Hermann Klein und Pirmin Gohn aus Lörrach für ihr jahrelanges Engagement im Aufbau, in der Weiterentwicklung und Leitung des Schülerforschungszentrums mit Sternwarte „phaenovum“ am Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach sowie für die Konzeption und Durchführung von innovativ-experimentellem Physikunterricht.

Auch der physikalische Nachwuchs erhält 2023 DPG-Preise: Marvin Edelmann, M.Sc., vom DESY in Hamburg wird mit dem Georg-Simon-Ohm-Preis ausgezeichnet für seine hervorragende Masterarbeit, mit der er wesentliche Beiträge zum Verständnis und zur Weiterentwicklung rauscharmer Faserlasersysteme leistet. Darüber hinaus gehen DPG-Schülerinnen- und -Schülerpreise an Florian Bauer (Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach), Tarek Becic (Frankenwald-Gymnasium, Kronach), Hakim Rachidi (Gymnasium Papenburg), Antonia Macha (Herder-Gymnasium, Berlin) und Arthur Wittwer (Geschwister-Scholl-Gymnasium, Löbau) in Würdigung ihrer Leistungen, die sie 2022 beim 35th International Young Physicists' Tournament (IYPT) in Timisoara, Rumänien, erreicht haben sowie an Lukas Tyben (Gymnasium Nordhorn), Christian Vogel (Max-Planck-Gymnasium, Groß-Umstadt), Théo Lequy (Werner-von-Siemens-Gymnasium, Magdeburg), Richard Ueltzen (Albert-Schweitzer-Gymnasium Erfurt) und Finnley Paolella (Gymnasium Kronshagen) in Würdigung ihrer Leistungen, die sie als Mitglieder des deutschen Teams bei der 52. Internationalen Physikolympiade (online) erzielt haben.

Maike Pfalz / DPG

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