Panorama

Mund-Nase-Bedeckung schützt beim Zugfahren

22.12.2020 - Messungen in Demonstratorfahrzeug belegen Wirksamkeit eines Atemschutzes gegen Infektionen.

Tröpfchen und Aerosole gelten als Haupt­übertragungs­weg des Corona-Virus. Sie sind wenige Mikrometer klein und entstehen beim Atmen, Sprechen, Husten und Niesen. Während größere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Eine Mund-Nase-Bedeckung verringert dies deutlich. Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit, sie im Zug zu tragen und möglichst Abstand zu Mitreisenden zu halten.

 

Partikel, die die Klimaanlage erreichen, werden dort zum Teil im Filtersystem abgeschieden. Der hohe Anteil Frischluft, mit dem die Klima­anlage arbeitet, verdünnt die Konzentration der Aerosole deutlich. In einem ICE wird die Luft durchschnittlich alle sieben Minuten vollständig erneuert. Das heißt, dass die Klimaanlage bei der Verbreitung der Aerosole im Fahrgast­raum faktisch keine Rolle spielt.

Bei den Untersuchungen wurde unter anderem die Atmung eines Fahrgastes mit und ohne Mund-Nase-Bedeckung simuliert. Die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen wurde mittels Verteilung von künstlichem Speichel und Spurengas nachgebildet und vermessen. Sich bewegende Personen wurden zur Vereinfachung der Untersuchungen nicht berücksichtigt. Für eine virologische Bewertung möglicher Infektions­risiken ist weitere wissenschaftliche Forschungs­arbeit nötig.

Die Messungen fanden im „Demonstrator­fahrzeug für Innovationen im Reisenden­komfort und Klimatisierung“ (DIRK) statt, einem Mittelwagen eines ICE 2. Das DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungs­technik in Göttingen brachte dafür verschiedene hochwertige aerodynamische Mess­techniken in die Untersuchungen ein. Durchgeführt wurden die Versuche in der Klima­kammer der DB System­technik in Minden, der „Mindener Einrichtung für die klimatechnische Untersuchung an Eisenbahn­fahrzeugen“ (MeikE).

DLR / DE

 

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