Panorama

Mehr Solarstrom an Autobahnen

06.05.2022 - Kaum genutztes Flächenpotenzial entlang der deutschen Fernverkehrswege.

Im Zuge der Elektrifizierung des Verkehrs wird der Bedarf an Schnell­ladestationen an den etwa 440 Raststätten und Autohöfen in Deutschland stark steigen. Damit erhöhen sich auch der Energiebedarf und die erforder­liche Anschluss­leistung dramatisch. Sie liegen schnell im Multi-Megawatt-Bereich. Mit Photovoltaik kann dieser Bedarf anteilig lokal und wirtschaftlich gedeckt werden. Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen erfassen und bewerten das Unternehmen IP Syscon und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE nun das vorhandene und bisher kaum für Photo­voltaik genutzte Flächen­potenzial entlang der deutschen Fernverkehrs­wege. Die Daten des Projekts „Potenziale für Photovoltaik an Bundesfern­straßen“ sollen eine niederschwellige und kosten­effiziente Erschließung dieses Potenzials ermöglichen. 

Da der Ladevorgang eines E-Fahrzeugs länger als konven­tionellen Tanken dauert, werden künftig mehr Schnell­ladesäulen als bisher Tanksäulen notwendig sein. Für den Schwerlastverkehr wird aktuell zudem am nächsten Standard gearbeitet. Dieser soll höhere Leistungen, bis hin zu drei Megawatt pro Ladesäule, bieten. „Diesen hohen Bedarf so weit wie möglich lokal zu decken, macht energetisch und wirt­schaftlich Sinn, da mit der Direktvermarktung des PV-Ertrags deutlich höhere Erlöse erzielt werden können als durch die Einspeise­vergütung. Daher sollten an Orten mit einem hohen Verbrauch auch weitere Flächen­potenziale als nur die Dachflächen betrachtet werden“, so Andreas Hensel, Gruppenleiter Hochleistungs­elektronik und Systemtechnik am Fraunhofer ISE. Während die durch­schnittliche Einspeise­vergütung für PV-Anlagen, die 2020 ans Netz gingen, bei 6,18 Cent/kWh lag, liegt der Preis bei Standard­tarifen öffentlicher Ladesäulen bei 45-55 Cent/kWh. Der Eigenverbrauch oder auch die Direkt­vermarktung des Stroms spielt daher eine immer größere Rolle für die wirtschaftliche Errichtung und den Betrieb dieser Anlagen.

Die Studie betrachtet verschiedene Möglich­keiten, Photovoltaik zu integrieren: Lärmschutz­wände/-wälle, Salzhallen/Autobahn­meistereigebäude, Raststätten und Autohöfe, Freiflächen entlang des Seiten­streifens oder Überdachungen von Parkplätzen. „Da das PV-Potenzial der definierten Flächen und Bauwerke entlang der Fernstraßen auf Grundlage hoch­aufgelöster Oberflächen­daten ermittelt wird, stellen wir der Bundesanstalt für Straßenwesen mit dem Kataster eine sehr genaue Planungs­grundlage zur Verfügung“, berichtet Dorothea Ludwig, Bereichs­leiterin im Team Energie und Klima von Ip Syscon. Für Lärmschutzwände wird das PV-Potenzial durch Nachrüstung in einem Oberflächen­modell simuliert.

Neben der reinen Flächenanalyse sollen in dem Projekt auch die Bedingungen für die Wirtschaft­lichkeit analysiert werden, wie etwa die spezifischen Anlagen­kosten, Verwertungs­möglichkeiten des Stroms oder die Verfügbarkeit eines Netzanschluss­punkts. Im Ergebnis soll das heute wirt­schaftlich erschließbare Photovoltaik-Potenzial entlang von Fernstraßen räumlich konkret beziffert und unter Berücksichtigung von Netzanschluss­punkten und rechtlichen Rahmen­bedingungen bewertet werden. 

Fh.-ISE / JOL

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