Panorama

Mehr Platz für die Detektorentwicklung

16.11.2021 - Forschungs- und Technologiezentrum Detektorphysik in Bonn eingeweiht.

Die Universität Bonn hat ihr neuestes Forschungs­gebäude eingeweiht: Im Beisein der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Geschäfts­führung BLB NRW, Gabriele Willems, Rektor Michael Hoch und weiteren Gästen ist am Kreuzbergweg das Forschungs- und Technologie­zentrum Detektorphysik (FTD) eingeweiht worden.

 

Auf rund 7000 Quadratmetern Grundstücksfläche schafft der Neubau mit 3000 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Spitzenforschung im Bereich der Detektor­physik. In dem Gebäude wird zukünftig die Expertise verschiedener Arbeitsgruppen gebündelt, die deutschland- und weltweit führend an der Entwicklung neuer Nachweisgeräte für kleinste Teilchen arbeiten. Diese kommen unter anderem an internationalen Großprojekten wie dem Teilchen­beschleuniger Large Hadron Collider (LHC) in Genf zum Einsatz.

„Das FTD schafft ideale Bedingungen für die Detektor­entwicklung. Es ist mit hoch technisierten Laboren und Reinräumen zur Herstellung winziger Sensoren und elektronischer Chips und einer Montagehalle zum Aufbau größerer Detektor­komponenten ausgestattet. Im zweiten Untergeschoss befindet sich ein besonders stark abgeschirmtes Tieflabor“, sagt Bernhard Ketzer vom Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität Bonn. „Mit den hier entwickelten hochmodernen Detektortechnologien erforschen wir die kleinsten Bausteine der Materie und suchen auch nach neuen Teilchen“, ergänzt Jochen Dingfelder vom Physikalischen Institut, der zusammen mit Ketzer als Co-Sprecher des neuen Forschungszentrums fungiert.

Ministerin Pfeiffer-Poensgen lobte den Neubau als wichtige Investition in die Zukunft: „Der Standort Bonn gilt national wie international als ausgewiesenes Zentrum der Teilchen-, Hadronen- und Astroteilchenphysik. Die Fokussierung auf den Bereich der Detektor­physik ist dabei ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der Universität Bonn. Mit dem neuen Forschungs- und Technologiezentrum Detektor­physik wollen wir als Landesregierung gemeinsam mit dem Bund die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet und damit die Spitzenforschung in Nordrhein-Westfalen weiter stärken.“

Ulrich Schüller, Abteilungsleiter Hochschul- und Wissenschaftssystem des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, gratulierte der Universität zur Umsetzung des ambitionierten Vorhabens: „Dass die Universität Bonn sich im harten Wettbewerb um den Zuschlag für eine gemeinsame Förderung des Bundes und der Länder durchgesetzt hat, ist eine Auszeichnung allererster Güte und zeigt, auf welch hohem Niveau hier geforscht wird. Die Bedeutung des Gebäudes und der Forschung geht weit über den Standort Bonn hinaus.“

Auch Rektor Michael Hoch betont die Bedeutung des Neubaus für die weitere Entwicklung der Universität: „Das FTD schafft nicht nur optimale Voraussetzungen für die komplexen Forschungs­aufgaben, die künftig hier bearbeitet werden, es sorgt auch dafür, Bonn als einen führenden Standort für Kern- und Teilchenphysik weiter zu stärken und zusammen mit den großen Teilchenphysik-Zentren internationale Spitzenforschung zu betreiben.“

Der Neubau wurde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) Köln realisiert. Baukörper und Fassade wurden mit der Stadt Bonn, dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der Uni Bonn und dem BLB NRW abgestimmt. Gabriele Willems, Geschäfts­führerin des BLB NRW: „Mit dem FTD konnten wir ein hochmodernes Forschungs­gebäude der Spitzenklasse an die Universität Bonn übergeben. Das Gebäude fügt sich mit seiner hellen Optik nicht nur behutsam in die umliegende Wohnbebauung ein, es ist auch ein weiteres wichtiges Puzzleteil bei der Entwicklung des Campus Poppelsdorf.“

Mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung der Universität besitzt das FTD eine intelligente technische Gebäudeausstattung. Unter anderem wird ein Blockheiz­kraftwerk eingesetzt, um Strom, Heizung und Kühlung sicherzustellen. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 55 Millionen Euro, von denen 13,9 Millionen Euro durch das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurden. Die Restfinanzierung hat das Land Nordrhein-Westfalen übernommen.

U. Bonn / DE

 

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