Hochschule

Masterplan Energieforschung

05.07.2018 - Handlungsempfehlungen für Wissen­schaft und Wirt­schaft in Sachsen.

Eva-Maria Stange, sächsische Staatsministerin für Wissen­schaft und Kunst, Martin Dulig, Staats­minister für Wirt­schaft, Arbeit und Verkehr Sachsens, sowie Mandy Schipke, Vorstands­vor­sitzende von Energy Saxony, haben am Fraun­hofer-Institut für Werk­stoff- und Strahl­technik in Dresden den „Master­plan Energie­forschung“ vor­ge­stellt. Mit dem Werk „Energie­forschung in Sachsen“ analy­siert die Staats­regie­rung Stärken und Schwächen des Forschungs­themas und bietet eine ganz­heit­liche Strategie, die von der Grund­lagen­forschung bis zur Industrie­reife der gewon­nenen Erkenn­tnisse reicht.

Vorstellung Masterplan

Abb.: Wirtschaftsminister Martin Dulig (l.) bei der gemein­samen Vor­stel­lung des Master­lans mit Wissen­schafts­minis­terin Eva-Maria Stange (2. v. l.) am Fraun­hofer-IWS. (Bild: Fh.-IWS)

„Energieforschung ist eine Stärke der sächsischen Hoch­schulen und Institute“ erklärte Stange. „Grund­lagen­forschung und ange­wandte Forschung greifen inein­ander und strate­gische Partner­schaften zwischen Wissen­schaft und Wirt­schaft funktio­nieren. Trotz­dem wollen wir die Ver­netzung der Akteure, das Ein­werben von Förder­mitteln und den Transfer der ent­wickelten Techno­logien in die Wirt­schaft noch stärker unter­stützen. Das geschieht in enger Abstim­mung mit dem SMWA.“ Und Dulig fügte hinzu: „Mit diesem Master­plan soll ein Prozess initi­iert und inten­si­viert werden, der den Forschungs­akteuren hilft, ihre jewei­ligen Einzel­strategien so zu erstellen, dass möglichst viele wissen­schafts- und wirt­schafts­über­greifende Synergien ent­stehen. Diesen Prozess wollen wir zukünftig mit einer Kompe­tenz­stelle Energie­forschung in Sachsen unter­stützen. Das wird insge­samt dazu beitragen, den Energie­forschungs­standort Sachsen national und inter­national stärker sicht­bar zu machen.“

„Der Masterplan verdeutlicht das große Wertschöpfungs­poten­zial, das durch die Spitzen­stellung der Energie­forschung in Sachsen ent­standen ist“, unter­strich Schipke. „Besonders bei den Speicher­techno­logien, Wasser­stoff- und Brenn­stoff­zellen­techno­logien sowie Smart-Energy-Lösungen setzen die Forschungs­akteure inter­national Akzente. Mit dem Fest­halten an der techno­logie­offenen Forschungs­förde­rung auf heutigem Niveau setzt die Staats­regierung wichtige Signale.“

Für den Masterplan wurden die in Sachsen mit dem Thema befassten Hoch­schulen, Insti­tute und Unter­nehmen erfasst und bei der Erarbei­tung der Hand­lungs­empfeh­lungen mit ein­be­zogen. Die Energie­forschung in Sachsen sei zum Beispiel in der Material­forschung, Kälte- und Wärme­kopp­lung, Speicher­techno­logien, Brenn­stoff­zellen­forschung, Energie­effi­zienz in der Pro­duk­tion sehr gut und breit auf­ge­stellt. Als Stärken der sächsischen Energie­forschung würden die wissen­schaft­liche Exzel­lenz und Viel­falt der sächsischen Hoch­schul- und außer­univer­si­tären Forschungs­land­schaft in Koopera­tion mit forschenden Unter­nehmen, die hohe Dichte an Forschungs­ein­rich­tungen, die techno­logie­offenen Rahmen­bedin­gungen in Sachsen, gute Ver­netzungs­struk­turen und hohe Sicht­bar­keit gelten. Als Schwächen wurde heraus­ge­arbeitet, dass Unter­nehmen in der Region oft noch nicht in der Lage seien, die Forschungs­ergeb­nisse der Wissen­schaft auf­zu­greifen und um­zu­setzen, dass ein­zelne Forschungs­zweige unge­nügend ver­knüpft und zu wenige Start-ups aus der Wissen­schaft heraus ent­stehen sowie noch eine unzu­rei­chende Zahl an Leucht­turm- und Demon­stra­tions­projekten als Refe­renzen für die wirt­schaft­liche Ver­wer­tung von wissen­schaft­lichen Erkennt­nissen bereit­stehen würden.

Als strategische Aufgaben empfiehlt der Masterplan, an der für Sachsen erfolg­reichen Techno­logie- und Themen­offen­heit fest­zu­halten, die Förder­pro­gramme von Bund und EU sinn­voll mit Landes­mitteln zu ergänzen, die Ein­werbung von Modell­pro­jekten im Rahmen der Struktur­wandel­prozesse in der Lausitz und im mittel­deutschen Revier zu unter­stützen sowie den Transfer und die Ver­wer­tung der Forschungs­ergeb­nisse in die und durch die Wirt­schaft zu stärken. Das Fraun­hofer-Institut für Werk­stoff- und Strahl­technik zum Beispiel ent­wickelt ultra­leichte Akku­mula­toren und Energie­speicher für mobile und statio­näre Anwen­dungen. Im Mittel­punkt stehen skalier­bare sowie Umwelt und Ressourcen schonende Produk­tions­prozesse bis hin zum Proto­typen. In dem vom Land Sachsen geför­derten Projekt NaSBattSy konnte welt­weit erst­malig gezeigt werden, dass aus den häufig vor­kom­menden und weit ver­brei­teten Elementen Natrium und Schwefel neue, statio­näre Energie­speicher­systeme reali­siert werden können, die bei Raum­tempe­ratur über tausend Mal wieder­auf­ladbar sind.

Fh.-IWS / RK

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