Forschung

Hürde aus dem Weg geräumt

05.12.2011 - Die EU hat zugesagt, die große Finanzlücke des International Thermonuclear Experimental Reactors (ITER) für die Jahre 2012 und 2013 um 840 Millionen Euro zu verringern.

Der Weg ist das Ziel – nirgends dürfte der Spruch passender sein als beim geplanten Fusionsexperiment ITER, das derzeit im südfranzösischen Cadarache gebaut wird. Denn immer wieder geriet das Projekt mit Zeitverzögerungen und vor allem Kostenexplosionen in die Schlagzeilen. Die einst auf rund 5 Milliarden Euro veranschlagten Kosten dürften nach aktueller Schätzung etwa 15,5 Milliarden Euro betragen – kein Wunder, dass im ITER-Haushaltsplan für die Jahre 2012 und 2013 eine Finanzierungslücke von stolzen 1,2 Milliarden Euro klafft. Doch nun gibt es gute Nachrichten für das Fusionsexperiment: Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten haben zugesagt, dem Projekt mit 840 zusätzlichen Millionen unter die Arme zu greifen. Dieses Signal kommt gerade rechtzeitig, denn ohne diese Finanzspritze hätten sich die Bauarbeiten erneut erheblich verzögert. Nach derzeitigem Plan würde ITER 650 Millionen für 2012 erhalten und 190 Millionen im Jahr 2013 – 450 Millionen Euro stammen aus dem Haushalt für Agarpolitik, Fischerei, ländliche Entwicklung und Umwelt; 390 aus dem Budget für administrative Kosten der EU-Institutionen. Damit ist der Vorschlag abgewendet, einen Teil des Geldes aus dem normalen Forschungsetat zu entnehmen, wodurch andere Forschungsprojekte gelitten hätten. Der Europäische Rat und das Europäische Parlament müssen diesem Plan offiziell noch zustimmen, dies dürfte aber lediglich eine Formalität darstellen. Zeitgleich ist im deutschen Bundestag ein Antrag der Grünen für ein Moratorium des Baus des internationalen Kernfusionsreaktors ITER gescheitert mit dem Ziel, dringend die Frage der Mehrkosten des Projekts zu klären.

Angesichts der erfreulichen Zusage der EU zeigte sich Janusz Lewandowski, EU-Kommissar für Finanzplanung und Haushalt, erleichtert: „Die EU konnte es sich nicht leisten, ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den internationalen Partnern zu verlieren, die an diesem Projekt beteiligt sind.“ Der europäische Anteil an den ITER-Kosten ist seit dem ersten Plan von 2001 von 2,7 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden gestiegen – Schuld daran sind gestiegene Preise von Bauteilen und Rohstoffen, höhere Kosten für einige Systeme (z. B. Diagnostik und Heizung) sowie zusätzliche Systeme, die im ursprünglichen Design noch nicht vorgesehen waren, wie z. B. Spulen, die pulsartige Belastungen des Reaktorgefäßes unterdrücken sollen. 2019 soll ITER in Betrieb gehen – zunächst mit einem Wasserstoffplasma, das erste Deuterium-Tritium-Plasma ist für 2027 vorgesehen. Damit soll das Experiment eine Fusionsleistung erreichen, die um einen Faktor 10 über der Heizleistung liegt.

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In Cadarache wird fleißig gewerkelt: Die Betonbodenplatte für den Tokamak ist zu 80 Prozent komplett. 14000 Kubikmeter Beton sind dafür seit August ausgegossen worden. (Bild: ITER Organization)

 

360 Millionen Euro fehlen noch, um die Finanzierungslücke komplett zu schließen – diese will die EU im Budget für 2013 finden. Doch der Weg für ITER dürfte holprig bleiben, denn kürzlich hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, das Fusionsexperiment aus dem nächsten EU-Haushalt für die Jahre 2014 bis 2020 zu entfernen und in die Verantwortung der beteiligten EU-Staaten zu legen. Der Protest einiger Mitgliedsstaaten von ITER ließ nicht lange auf sich warten, denn Minister und Wissenschaftler fürchten, dass dieser Vorschlag das Projekt erheblich schwächen würde. So sind in dieser Frage harte Verhandlungen zwischen Europäischer Kommission, Ministerrat und Europäischem Parlament zu erwarten. Zwei Jahre bleiben, um zu klären, wer künftig die Finanzierung dieses Mammutprojekts sicherstellen soll.

Maike Pfalz

 

 

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