Panorama

Fallende Energieeffizienz

23.07.2019 - Mehr Aktivitäten sind zum Erreichen der Klimaziele nötig.

Der Energie­effizienz-Index EEI ist zum Sommer 2019 wieder gefallen. Das heißt, die Unternehmen investieren so viel wie noch nie seit Beginn der Erhebung, aber die Steigerungs­rate der Energie­produktivität und die Bedeutung der Energie­effizienz ist insgesamt gesunken. Das Institut für Energie­effizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energie­effizienz. Der EEI wird unter anderem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundes­verband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland und weiteren Partnern erstellt.

„Die Erwartung und Planung der Unternehmen in den Bereichen Bedeutung der Energie­effizienz, Investitions­verhalten in die Energie­effizienz und Energie­produktivität war noch nie so viel höher im Vergleich zu aktuellen Aktivitäten bzw. der Einschätzung der aktuellen Situation als in der laufenden Erhebung. Dies passt auch zu den gestiegenen Inves­titionen in die Energie­effizienz. Die Unternehmen bereiten sich also auf höhere Anstren­gungen vor“, sagt Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energie­effizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart.

Knapp 900 Unternehmen aus über zwanzig Branchen beant­worteten auch die halbjährlich wechselnden Sonderfragen des EEI. Für den Sommerindex wurde beispiels­weise abgefragt: Wie schätzen Sie die Bedeutung der beiden Handlungs­felder Energieeffizienzsteigerung und Einsatz erneuer­barer Energien für Ihr Unternehmen zum Erreichen der Klimaschutz­ziele ein? Rund drei Viertel der Unternehmen schätzen die Bedeutung der Energie­effizienz als wichtig für die Erreichung der Klimaschutz­ziele ein. Der Beitrag der Energie­effizienz wird demnach von den Unternehmen für wichtiger als der Einsatz von erneuer­baren Energien erachtet. Nur sechs Prozent der Unternehmen halten Energie­effizienz für wenig oder gar nicht wichtig.

„Das ist eine gute Nachricht für die Energieeffizienz – sie ist in der Industrie die erste Priorität und sollte noch stärker unterstützt werden als bisher“, so Sauer.
Bei der Planung der Energie­strategie beziehen über achtzig Prozent der Unternehmen den eigenen Fuhrpark ein. Vor allem wollen sie Kraftstoff­kosten sparen, gleichermaßen ist ihnen aber auch die Steigerung ihrer Energie­effizienz wichtig. Bereits 16 Prozent beabsichtigen ihr Flexibilisierungs­potenzial zu erhöhen, indem sie den Fuhrpark kritisch unter die Lupe nehmen. Warum rentable Energie­effizienz­maßnahmen nicht umgesetzt werden, war Gegenstand einer weiteren Sonderfrage. Ursachen für nicht realisierte Energie­effizienz­maßnahmen sind vor allem eine zu geringe Priorisierung im Investitions­budget sowie fehlende fachliche und zeitliche Ressourcen. Für nur zwölf Prozent der befragten Unternehmen ist die Umsetzung zu komplex

„Die Lage spitzt sich zu: Steigende Investitionen bei nahezu konstantem Effizienz­fortschritt bedeutet höhere Kosten pro eingesparter Kilowattstunde. So eine Entwicklung ist endlich. Das Bundes­wirtschafts­ministerium sollte die aktuelle Investitions­bereitschaft mit entsprechenden Rahmen­bedingungen in seiner geplanten Energie­effizienz­strategie unbedingt unterstützen und auch das Finanz­ministerium in die Pflicht nehmen – unbürokratischer Zugang zu umfangreichen Förder­möglichkeiten wird immer wichtiger – hierzu zählt in Zeiten hoher Unternehmens­gewinne explizit auch eine degressive Abschreibung“, sagt Sauer.

Fh.-IPA / JOL

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