Technologie

Brennstoffzelle für den Bus

06.09.2019 - Alltagstauglicher Brennstoffzellenantrieb soll emissionsfreien Busfernverkehr voranbringen.

Die grünen FlixBusse haben sich innerhalb weniger Jahre zum festen Bestandteil des Straßenbilds in Europa und den USA entwickelt. Sie verbinden Destinationen quer durch Europa und befördern Personen in rund dreißig Ländern. Grün ist dabei nicht nur die Farbe der Busse und Züge. Die modernen Fernbusse der FlixBus-Flotte sind eines der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel überhaupt; gleiches gilt für die mit 100 Prozent Ökostrom betriebenen FlixTrains. Nun will FlixBus gemeinsam mit Freudenberg noch einen Schritt weitergehen. Fabian Stenger, Geschäftsführer FlixBus DACH: „Wir wollen die Zukunft der Mobilität mitgestalten. Die moderne FlixBus- und FlixTrain-Flotte ist bereits überaus umweltfreundlich. Dennoch fragen wir uns immerfort, wie wir das Reisen noch nachhaltiger gestalten und den CO2-Ausstoß pro Kopf noch weiter reduzieren können. Nach drei erfolgreich gestarteten E-Fernbussen, wollen wir daher nun gemeinsam mit Freudenberg den ersten Fernbus mit Brennstoffzellenantrieb entwickeln und einen weiteren Meilenstein in der Mobilitätsgeschichte setzen.“
 

Vor dem Hintergrund immer schärferer CO2-Grenzwerte unterstützt Freudenberg Sealing Technologies seit Jahrzehnten die Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen dabei, mit dichtungs­technischen Innovationen Verbrauch und Emissionen von Verbrennungs­motoren zu senken. Parallel dazu ist die Freudenberg-Gruppe bei der Erforschung alternativer Antriebskonzepte bereits Mitte der 1990er Jahre in die Entwicklung technisch anspruchsvoller Komponenten für Brenn­stoffzellen und Batterien eingestiegen und hat unter anderem serienreife Gas-Diffusions-Lagen (GDL) sowie Dichtungen für den Brenn­stoffzellen-Stack entwickelt.

Anfang 2018 hat Freudenberg Sealing Technologies dieses über Jahrzehnte hinweg aufgebaute Know-how durch die Akquisition eines Brenn­stoffzellen­herstellers strategisch ergänzt und gestärkt. Zum gleichen Zeitpunkt erwarb das Unternehmen durch seine Beteiligung am US-amerikanischen Batterie­herstellers XALT Energy auch in der Batterie­technik wichtige technologische Expertise. Mittlerweile hält Freudenberg Sealing Technologies an XALT Energy die Mehrheit. Auf diese Weise hat sich das Unternehmen im Bereich der alternativen und elektrischen Antriebe mit den beiden Zukunfts­technologien Batterie und Brenn­stoffzelle eine herausragende Position im Markt verschafft. Die Kombination dieser beiden Technologien für saubere, leistungsfähige und wirtschaftliche Antriebe soll laut Freudenberg Sealing Technologies künftig in die breite Serienanwendung kommen.

Für die Mobilität der Zukunft bietet das Unternehmen mit dieser Lösung den Herstellern von Heavy-Duty-Anwendungen – vor allem Bussen, Bahnen, Lkw und Schiffen – komplette elektrische Energiesysteme aus einer Hand: von kompletten Batterie- bis hin zu hoch­effizienten mobilen Brennstoffzellensystemen einschließlich aller Komponenten, Module und Subsysteme, die für deren Betrieb notwendig sind. Das Angebot wird zudem um integrierte Hybrid­antriebs­systeme erweitert, die die Vorzüge von Batterie und Brenn­stoffzelle komplementär miteinander verbinden.

Freudenberg Sealing Technologies verfügt damit sowohl bei Batterien als auch bei Brenn­stoffzellen über eine einzigartige Wert­schöpfungs­tiefe im eigenen Haus. Diese reicht vom Separator über die Zelle bis hin zum vollständigen Batteriesystem beziehungsweise von den Gas-Diffusions-Lagen über die Membran-Elektroden­einheit (MEA) und den Stack bis zur fertigen Brennstoffzelle. Die Systeme lassen sich in unterschiedlichen Leistungs­stufen wie in einem standardisierten Baukasten­system je nach Anforderungs­profil modular zusammenstellen. Für die Betreiber bedeutet das höhere Effizienz, bessere Alltags­tauglichkeit und Kostenvorteile bei der Total Cost of Ownership (TCO).

„Die technischen Anforderungen an Leistungskraft und dauerhafte Zuverlässig­keit sind im Heavy-Duty-Geschäft besonders hoch. Dies kommt unserer Technologie- und Innovations­kompetenz entgegen“, sagt Claus Möhlenkamp, CEO von Freudenberg Sealing Technologies. „Wir sehen die Brenn­stoffzelle in Kombination mit Batterien als festen Bestandteil der Mobilität der Zukunft. Mit FlixBus haben wir einen Partner für diese Null-Emission-Anwendung gefunden und freuen uns auf die Zusammenarbeit in diesem wegweisenden Projekt.“

FlixBus hat das Anforderungs­profil für seine Fahrzeuge klar umschrieben. Leistungs­merkmale wie die Beschleunigung sollen denen heutiger, mit Diesel betriebener Fernbusse mit Euro VI-Norm entsprechen. Ohne nachzutanken sollen die Brenn­stoffzellen-Fahrzeuge mindestens 500 Kilometer am Stück zurücklegen. Das Auftanken selbst soll ähnlich wie heute höchstens zwanzig Minuten dauern, nur dass Wasserstoff statt Diesel in den Tank fließt.

Das Hybridsystem, welches Batterie- und Brenn­stoffzellen intelligent kombiniert, ist neben dem Bus-Fernverkehr ebenfalls direkt für schwere Nutzfahrzeuge wie LKW einsetzbar. Zunächst soll in der Validierungs­phase eine repräsentative Busflotte von dreißig Fahrzeugen mit dem System ausgerüstet werden. Zudem streben die beiden Unternehmen eine öffentliche Förderung im Rahmen des „Nationalen Innovations­programm Wasserstoff- und Brenn­stoffzellen­technologie“ (NIP) an. Dadurch soll sichergestellt werden, dass diese Technologie schnell Marktreife erlangt und so maßgeblich zur Reduzierung von CO2 im Straßenverkehr beiträgt.

„Die Elektrifizierung der Antriebs­technik schreitet in riesigen Schritten voran. Ich freue mich sehr, dass wir durch unsere Innovations­kraft und Qualität mit FlixBus einen weiteren namhaften Kunde von uns überzeugen konnten“, so Möhlenkamp weiter. Was so auf den Straßen Europas ins Rollen kommt, könnte auf den Autobahnen und Fernstraßen anderer Kontinente seine Fortsetzung finden – und nach dem Willen der Projektpartner auch im Schienen­verkehr zukünftig Weichen stellen.

Freudenberg Sealing Technologies / DE

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