Panorama

Auf dem Weg zum Quantencomputer

25.11.2022 - Robert Raußendorf kommt mit Alexander von Humboldt-Professur nach Hannover.

Großer Erfolg für die Leibniz-Universität Hannover (LUH) im Wettbewerb um den höchst­dotierten Forschungs­preis Deutschlands: Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt eine ihrer diesjährigen Alexander von Humboldt-Professuren an Robert Raußendorf. Er wird ab Sommer 2023 an der Fakultät für Mathematik und Physik der LUH forschen und lehren. Der international anerkannte theoretische Physiker, ein hochrangiger Experte im Bereich der Quanten­informations­theorie, ist derzeit an der University of British Columbia, Kanada, tätig.  

 

Die Alexander von Humboldt-Professuren werden vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung finanziert. Mit der Humboldt-Professur sollen führende, im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen für den Wissenschafts­standort Deutschland gewonnen werden. Damit die ausgewählten Professoren ihre Tätigkeit hierzulande fortsetzen können, erhalten sie ein Preisgeld von mehreren Millionen Euro. Theoretisch arbeitende Wissen­schaftler wie Robert Raußendorf bekommen 3,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Für experimentell arbeitende Wissenschaftler kann das Preisgeld bis zu fünf Millionen Euro betragen.

„Ich freue mich sehr darauf, die bestehende Gruppe in der Quanten­informations­theorie der LUH um Reinhard F. Werner und Tobias J. Osborne, die international einen sehr guten Ruf hat, zu verstärken und zu ergänzen. Auch der Austausch mit den ansässigen Experimentatoren auf dem Gebiet des Quanten­rechnens mit Ionen reizt mich sehr, und ich hoffe, zu Quanten­fehler­korrektur­experimenten in diesen Systemen beizutragen“, sagt Robert Raußendorf.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass – über die erste Alexander von Humboldt-Professur an der Leibniz-Universität – mit Robert Raußendorf ein herausragender, international anerkannter Wissenschaftler im Bereich der Quanten­informations­theorie zu uns kommt. Dies ist von großer Bedeutung für unsere Quantenforschung“, sagt Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität Hannover. „Herr Raußendorf wird uns zum einen helfen, unser Exzellenzcluster QuantumFrontiers in die zweite Förderphase zu bringen und zum anderen das große Thema Quanten­computing voranzubringen. Unser Ziel im Projekt Quantum Valley Lower Saxony ist es, den ersten lauffähigen Quanten­computer zu entwickeln – und dabei wird Herr Raußendorf eine entscheidende Rolle spielen.“

Der 1973 geborene Robert Raußendorf hat eine Reihe von spektakulären Beiträgen zum Quanten­computing und zur grundlegenden Quantentheorie geleistet. Er war an der Entdeckung des messungs­basierten Quanten­computings (MBQC) beteiligt, eine der bemerkenswertesten und einflussreichsten Ideen in der Quanteninformatik, die einen Paradigmenwechsel in der Entwicklung von Quanteninformatik-Technologien eingeleitet hat. Raußendorfs Expertise in den Bereichen Quanten­computing, Quanten­fehler­korrektur, Fehlertoleranz und Grundlagen­physik wird entscheidend zu den Aktivitäten der LUH bei den deutschen Bemühungen zum Bau des weltweit ersten kommerziell relevanten Quanten­computers auf der Basis von gefangenen Ionen beitragen, dem Projekt Quantum Valley Lower Saxony.   

„In Erwartung des kommenden Quanteninformationszeitalters erlebt die Quantentechnologie eine beispiellose Ära des Wachstums. Eine große Herausforderung in dieser Zeit ist es, Talente zu gewinnen, die den Erfolg der LUH bei der Verwirklichung des Quantenzeitalters sicherstellen können. Raußendorf ist einer der wenigen Experten auf dem Gebiet der Quanten­informations­technologie weltweit“, erläutert der nominierende Wissenschaftler Tobias J. Osborne vom Institut für theoretische Physik der LUH. Der Forschungspreis wird auf Vorschlag von Hochschulen verliehen.

Robert Raußendorf wurde an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert und war danach an unterschiedlichen Hochschulen in den USA und Kanada tätig. Er verfügt über eine beeindruckende Publikationsliste auf dem Gebiet der Quanten­informations­technologie und der Quanten­fehler­korrektur und ist Autor eines Patents auf dem Gebiet der Fehlertoleranz und der Ionenfallen-Quanten­architekturen.

U. Hannover / DE

 

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