Rezension

Verschwörungs­mythen

Holm Gero Hümmler: Verschwörungs­mythen. Wie wir mit verdrehten Fakten für dumm verkauft werden, S. Hirzel Verlag 2019, broschiert, 223 S., 19,80 Euro, ISBN 783777627809

Nach esoterischem Missbrauch von Physik befasst sich Holm Gero Hümmler nun mit Verschwörungstheorien. Dafür behandelt er populäre Beispiele wie die vermeintliche Fälschung der Mondlandung, Hohlwelttheorien oder die Behauptung, der 11. September sei ein „inside job“ der CIA gewesen. Er richtet sich dabei nicht an überzeugte Anhänger der verschiedenen Mythen, sondern an Leser, die interessiert sind, wie sie unglaubliche Theorien oder Behauptungen einfach auf Plausibilität überprüfen können.

Hümmler verfolgt für die Widerlegung zwei Strategien: erstens, ob sich die Theorie überhaupt beweisen oder die offizielle Darstellung eines Ereignisses bzw. Phänomens widerlegen lässt, oder falls nicht, ob sie zweitens zumindest theoretisch möglich wäre, also als gleichberechtigte Alternative zu einer offiziellen Darstellung gelten kann. Allerdings zeigt sich, dass viele Verschwörungstheorien schon an den einfachsten physikalischen Gesetzen scheitern.

Das umfangreichste Kapitel beschäftigt sich mit „Chemtrails“, also der Behauptung, dass es sich bei Kondensstreifen von Flugzeugen in Wirklichkeit um großflächig versprühte Chemikalien handelt, um die Menschheit bzw. das Klima zu beeinflussen. Bei der sehr gründlichen und detaillierten Widerlegung kommt Hümmler sicher zugute, dass er im Nebenfach Meteorologie studiert hat. Nicht nur zu diesem Thema hat Hümmler aber offenbar sehr gründlich recherchiert und nachgerechnet, um auch noch die abstrusesten physikalischen Behauptungen ernsthaft zu widerlegen. Dazu liefert er schöne Anleitungen, wie sich ohne größere physikalische Kenntnisse mit güns­tigen Hilfsmitteln Behauptungen auf Plausibilität überprüfen lassen, etwa ob die Schatten auf den historischen Mondlandungsfotos nur durch mehrere künstliche Lichtquellen verursacht sein könnten. Dafür genügen eine Sandkiste, eine Taschenlampe und Playmobilfiguren.

Selbstverständlich hat Hümmler nicht den Anspruch, alle existierenden Verschwörungstheorien abschließend zu widerlegen und aus der Welt zu räumen. Dies ist umso bedeutender, weil es durchaus echte (politische) Verschwörungen, „False Flag Operations“ und offizielle Falschdarstellungen von Ereignissen gab und wohl auch immer wieder geben wird. Ein großer Pluspunkt des Buches sind daher einleitendes und abschließendes Kapitel. In diesen gibt er ein Beispiel für eine echte historische „False Flag Operation“ und beschäftigt sich mit einer allgemeinen Begriffsdefinition für Verschwörungstheorien und einer psychologischen Begründung, warum Menschen anfällig für solche Theorien sind. Abschließend liefert er eine Argumentationshilfe und Beschreibung, wie man die richtigen Fragen stellt − bei offiziellen Darstellungen wie bei Verschwörungstheorien.

Hümmlers Buch ist nicht nur ausgesprochen unterhaltsam und lehrreich, sondern hilft wirkungsvoll, die Grenze zwischen konstruktiver Skepsis und esoterischem Verschwörungsglauben nicht zu überschreiten.

Birgit Niederhaus,
Eppstein-Bremthal

 

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