Rezension

Unter den Polarlichtern der Antarktis

Robert Schwarz mit Felicitas Mokler: Unter den Polarlichtern der Antarktis, ­Knesebeck Stories, ­München 2022, geb., 256 S. mit ­farbigen Abb., 22 Euro, ISBN 9783957285812

Mehr als ein Viertel seines bisherigen Lebens hat der Physiker Robert Schwarz in der Antarktis verbracht, um in der Amundsen-Scott-Station am Südpol physikalische Experimente zu betreuen. Während der antarktischen Winter ist die kleine Besatzung rund acht Monate völlig auf sich allein gestellt, weil dann kein Flugzeug dort landen kann. Wie man über so viele Monate in völliger Dunkelheit, bei teils –80 °C, auf engstem Raum mit den anderen „Winterovern“ lebt, schildert Schwarz zusammen mir der Wissen­schaftsjournalistin Felicitas Mokler in diesem eindrucksvollen Buch.
Zunächst erfahren wir, wie Robert Schwarz ursprünglich an den Südpol gelangt ist und wie er sich auf diese Extremsituation vor­bereitet hat. Und schon begleiten wir ihn an Bord ­einer Frachtmaschine auf seinem unbequemen Flug an den Südpol und können ­einen ersten Blick in sein nur 4,5 Quadratmeter kleines Zimmer werfen. Am Südpol betreut Robert Schwarz unter anderem das Neutrino­experiment AMANDA. Worauf dieses und die weiteren Experimente abzielen, erklärt er kurz und verständlich.

Lebhaft lässt er uns am Leben am Südpol mit all seinen Besonderheiten teilhaben: den kurzen Duschzeiten, den langen Arbeitstagen, dem Überleben bei extrem trockener Luft und sehr tiefen Temperaturen und auch an seinen immer ausgefeilteren Versuchen, die perfekten Fotos von Polarlichtern zu machen – anfangs mit analoger Kamera, deren Filme bereits nach wenigen Aufnahmen zerbröselten.

Zahlreiche Bilder lassen uns am Leben im antarktischen Winter teil­haben. Einige der Motive sind allerdings sehr klein geraten, und an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass das Repertoire an Polarlichtfotos so groß war, dass die besten unbedingt ins Buch mussten – auch wenn sie nicht zum jeweiligen Kapitel passten.

Die Einblicke, die dieses Buch liefert, sind aber unglaublich faszinierend und lebensnah. Auch ohne die Antarktis je betreten zu haben, kann man viele Besonderheiten des Lebens dort nun besser nachvollziehen. Das Buch folgt im Aufbau dem langen Winter, sodass wir am Ende auch wieder mit Robert Schwarz zurück­fliegen. Doch da er insgesamt 15 Winter am Südpol verbracht hat, vermischen sich die Erlebnisse aus verschiedenen Jahren immer wieder, was die Chrono­logie bricht.
Nichtsdestotrotz ist es Felicitas Mokler sehr gut gelungen, die Erlebnisse von Robert Schwarz auf Basis seiner Schilderungen in eine unterhaltsame und faszinierende Lektüre zu verwandeln. Dieses Buch ist spannend für alle, die sich für physikalische Experimente unter Extrembedingungen interessieren.

Maike Pfalz

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