Rezension

Physikalische Melange

Leopold Mathelitsch: Physikalische Melange, Springer, Heidelberg 2019, 343 S., Softcover, 19,99 € (inkl. eBook), ISBN 9783662592595

Physikalische Melange

Leopold Mathelitsch hat ein Buch vorgelegt, das für Physikinteressierte unterschiedlichster Wissensniveaus spannend zu lesen ist. Neben einem rein populärwissenschaftlichen Teil erklärt es die Fachbegriffe und bietet auch „Expertenwissen“. Interessant ist die Idee, jeden dieser Bereiche in den einzelnen Kapiteln aufzugreifen und es den Lesenden so zu ermöglichen, die Themen nach Wunsch mehr oder weniger tief zu durchdringen.

Bei jedem Kapitelauftakt lauscht der Leser einer illustren Runde, die regelmäßig in unterschiedlicher Zusammensetzung in einem Wiener Kaffeehaus zusammenkommt. Dabei drehen sich die Gespräche meist um alltägliche Erfahrungen, hinter denen handfeste Physik steckt: vom aufgeplatzten Wiener Würstel über schmerzende Beine beim Spazierengehen bis zum Zapfen der perfekten Bierschaumkrone. Immer mit dabei sind Frau Hofrat, die spitzzüngig das Gespräch voranbringt, der Student, dem es eine Reihe abgebrochener Studiengänge erlaubt, bei jedem Thema mitzureden, und der Professor – ein pensionierter Hochschullehrer für Physik, der das Interesse seiner Zuhörer für naturwissenschaftliche Zusammenhänge wecken möchte – vielleicht das Alter Ego Mathelitschs?

Wer sich mit fundierten Erklärungen auf teils anspruchsvollem populärwissenschaftlichen Niveau zufrieden gibt, belässt es beim Lesen dieser Kaffeehaus-Gespräche. Bei geweckter Neugier sollte man sich die jeweils folgenden Seiten aber nicht entgehen lassen. Hier kann auch der Physiker noch etwas lernen – oder altes Wissen auffrischen. Ein gutes Beispiel ist das Kapitel zu Horoskopen, Mondkalender und Astrologie. In der Kaffeehaus-Runde begründet der Professor lediglich, warum eine Wirkung von Gestirnen und Planeten auf das Geschick Einzelner nicht nachweisbar ist. Der tiefergehende Teil erklärt dann, wie ein Doppelblindversuch die Gültigkeit von Geburtshoroskopen widerlegt. Zudem wird die Gravitationskraft vorgestellt inklusive eines rechnerischen Vergleichs der Auswirkungen von Mond, Sonne und Planeten auf der Erde. Die Herleitung der Gezeitenkraft rundet das Kapitel als „Expertenwissen“ ab.

Einleitend erläutert Mathelitsch die Wiener Kaffeehauskultur und warum sich der Begriff „Melange“ so gut für den Buchtitel eignet. Außerdem stellt er die Personen der Kaffeehaus-Runde vor. Eine Liste weiterführender Literatur, teilweise aus Fachzeitschriften, ergänzt den Band ebenso wie ein ausführliches Stichwortverzeichnis. Einzig die Auswahl der Abbildungen – sofern es sich nicht um Diagramme oder Skizzen handelt – will nicht recht zur textlichen Qualität passen. Doch dieser kleine Wermutstropfen sollte nicht vom Kauf abhalten.

Kerstin Sonnabend

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