Rezension

Expedition Arktis – Die größte Forschungsreise aller Zeiten

Esther Horvath, Sebastian Grote und Katharina Weiss-Tuider: Expedition Arktis – Die größte Forschungsreise aller Zeiten, Prestel Verlag, München, 288 S., 160 Abb., geb., 50 €, ISBN 9783791386690

Wohl keine andere Forschungsreise fand in letzter Zeit so viel Beachtung wie das „Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate“, besser bekannt als die MOSAiC-Expedition. Vom Auslaufen am 20. September 2019 aus dem norwegischen Tromsø bis zur Ankunft in Bremerhaven am 12. Oktober 2020 zog die Expedition des Forschungseisbrechers Polarstern Politik und Medien gleichermaßen an.

Diese Aufmerksamkeit ist nicht nur der Waghalsigkeit des Unternehmens geschuldet, sondern basiert auch auf den faszinierenden Fotos, mit denen Esther Horvath die MOSAiC-Expedition dokumentiert hat. Die schönsten finden sich im Bildband „Expedition Arktis“, der mit einem Vorwort von Expeditionsleiter Markus Rex und weiteren Begleittexten die Reise der Polarstern erlebbar macht.

Auf fast 300 Seiten präsentiert die Fotografin 160 farbige Aufnahmen, davon hundert großzügige über die Doppelseite. Die Bilder zeigen die fragile Schönheit der eisigen Welt um den Nordpol, illustrieren den technischen und logistischen Aufwand hinter der MOSAiC-Expedition und stellen die Menschen und ihre Arbeit in dieser unwirtlichen Gegend präzise dar. Horvath versteht es nicht nur, die Stimmung der Beteiligten mit ihrer Kamera einzufangen; sie lenkt ihren Blick auch auf vermeintliche Kleinigkeiten – etwa eine einzelne Schneemobilspur, die den mit Fahnen markierten Fahrweg leicht abkürzt.

Zusammen mit den kurzen erklärenden Texten nehmen ihre Fotos die Betrachtenden mit: von der Vorbereitung für den Einsatz am Limit über den Aufbruch ins arktische Eis bis zum Aufbau des nördlichsten Forschungscamps. Dort angekommen widmet Horvath ihre Aufmerksamkeit den Forschenden im Observatorium, deren Leben am Ende der Welt und ihrer Arbeit in der monatelangen Polarnacht. Bei der Ablösung am Nordpol und während der Drift durch den arktischen Sommer wird der dramatische Wandel, den die Welt aufgrund der Corona-Pandemie erlebt, auf den Bildern nicht sichtbar. Die begleitenden längeren Textpassagen beschreiben aber deutlich, wie sehr das Geschehen auch die MOSAiC-Expedition beeinflusst hat – bis hin zur fast verdoppelten Aufenthaltsdauer des dritten Expeditionsteams und der ungeplanten Unterbrechung der Eisdrift Mitte Mai.

Bei all den Eindrücken kommt auch der wissenschaftliche Hintergrund nicht zu kurz. Sebastian Grote und Katharina Weiss-Tuider haben sechs schöne Essays erstellt, in denen sie die Wissenschaft in den Fokus stellen. Den Auftakt macht ein Rückblick auf Fridtjof Nansen und seine Erfindung der Eisdrift Ende des 19. Jahrhunderts. Außerdem erklären sie kompakt die Forschungsziele und -methoden der fünf Schwerpunkte der MOSAiC-Expedition. Ein Gespräch mit Esther Horvath rundet die Textpassagen des Bildbands ab.

Angesichts der Fülle hochwertiger Fotografien – für die Eisbärenmutter mit ihrem Jungen (S. 204/5) erhielt Esther Horvath den World Press Photo Award in der Kategorie Umwelt – und der Druckqualität fällt der Preis für den Bildband erstaunlich günstig aus. Für alle, die mehr zur Wissenschaft und zu den Fakten der MOSAiC-Expedition erfahren möchten, empfiehlt sich das Mitte November erschienene Buch „Eingefroren am Nordpol – Das Logbuch von der Polarstern“ von Expeditionsleiter Markus Rex.

Kerstin Sonnabend

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