Rezension

Establishing Quantum Physics in Göttingen

Arne Schirrmacher: Establishing Quantum Physics in Göttingen. David Hilbert, Max Born, and Peter Debeye in Context, 1900  − 1926, Springer, Cham 2019, 120 S., brosch., 53,49 Euro, ISBN 9783030227265

Die Entwicklung der Quantentheorie zählt neben der Relativitätstheorie zu den wirkmächtigsten Revolutionen der Physik. Der Wissenschaftshistoriker Arne Schirrmacher versucht am Beispiel Göttingens, eine neue Perspektive zur Vorgeschichte der Quantenmechanik zu eröffnen. Hierzu bedarf es nach Ansicht des Autors vor allem der Berücksichtigung lokaler Voraussetzungen und Potentiale. Er versteht wissenschaftliche Arbeit als „Investitionen von Ressourcen“ und nimmt damit den Fokus vom „reinen Genie“ und von der inhärenten Logik der wissenschaftlichen Theorie. Im Sinne einer ökonomischen und ressourcenorientierten Wissenschaftsgeschichte fragt er danach, wer was investiert und mit welchem Ziel.

Schirrmacher zeigt, wie der Generationswechsel bei Professoren und Mitarbeitern organisiert wurde und analysiert institutionelle Einflüsse, beispielsweise der Mathematischen Gesellschaft, der Wolfskehlstiftung, der Solvay-Konferenzen oder der Naturforscherversammlungen. Er hat Vorlesungsverzeichnisse ausgewertet und präsentiert individuelle Karrierestrategien und wissenschaftliche Netzwerke. Dabei legt er seinen Schwerpunkt nicht auf die „Entdeckungen“ an sich, insbesondere die Quantenhypothese (1900) und die Quantenmechanik (1925). Vielmehr versucht er, die vielfältigen, mitein­ander verwobenen und manchmal widersprüchlichen Verbindungs- und Wirkungslinien zwischen diesen beiden Jahresmarken zu beleuchten und in verschiedene „physikalische, mathematische, institutionelle, perso­nelle und politische Schichten ein­-
zudringen“.

Schirrmacher zeigt, dass Göttingens Aufstieg zu einer „Pflanzstätte“ der mathematisch-physikalischen Forschung das Ergebnis einer komplexen Überlagerung verschiedenster Kräfte war. Dazu gehören die Chancen, die sich vor dem Ersten Weltkrieg durch Stellenbesetzungen ergaben und die Vision des Mathematikers und „Ersatzphysikers“ David Hilbert von einer Neuaufstellung der Göttinger Physik. Eine wichtige Rolle spielen außerdem Peter Debye als erster Forscher und Lehrer der Quantentheorie in Göttingen und die Experimente von Max Borns Forschungsgruppen in Berlin, Frankfurt und Göttingen auf den Gebieten Röntgenstruktur­analyse, Molekularstrahlen, Vielelek­tronenquantentheorie, Ramsauer-Effekt und Stoßtheorie.

Den Abschluss der glänzend recherchierten Fallstudie bilden zahlreiche Dokumente, wie Briefe, Protokolle und Memoranden. Das Buch richtet sich an all jene, für die Wissenschaftsgeschichte nicht die bloße Abfolge von Heldengeschichten ist und die verstehen möchten, warum Göttingen in den 1920er-Jahren zu einem Zentrum der modernen Physik wurde.

Dr. Michael Schaaf,
Deutsche Internationale Schule Kapstadt
 

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