Rezension

Das KALA-Experiment

K. Olsberg: Das KALA-Experiment, Piper, München 2018, 432 S., bro­schiert, 10 €, ISBN 9783492312707

Auf der A7 stirbt eine Mutter mit ihrem Kind bei einem schweren Unfall. Als ein Polizist dem Witwer die traurige Nachricht überbringen will, findet er die ganze Familie aber quicklebendig vor. Eine alte Frau kommt zu ihrer eigenen Beerdigung, und in einem Aktenkoffer taucht eine Zeitung aus der Zukunft auf. Die Videobloggerin Nina Bornholm interviewt den deutschen Physiker Hans Ichting, der als zweiter Einstein gefeiert wird. Doch kurz nach dem Interview nimmt er sich das Leben. Nina, ein ehemaliger Kollege Ichtings und die Eltern des verstorbenen Physikers glauben aber nicht an einen Selbstmord. Als Nina mit ihren Nachforschungen beginnt, legt sie sich mit mächtigen Menschen an, die ein sehr gefährliches Experiment betreiben.


Der Thriller beginnt erstklassig – schon am Ende des ersten der vielen kurzen Kapitel fiebert man der Aufklärung der Rätsel entgegen. Die merkwürdigen Ereignisse häufen sich und auch die Rätsel um Hans Ichting und seine Forschung. Die ersten 150 bis 200 Seiten lesen sich praktisch wie von selbst. Doch dann flacht der Spannungsbogen deutlich ab, weil sich Karl Olsberg verzettelt. Immer neue Figuren treten auf, immer mehr Vorkommnisse werden beschrieben, oft genug wiederholt Olsberg bereits Bekanntes, und natürlich darf auch die unweigerliche Liebesgeschichte der zwei Hauptfiguren nicht fehlen.
Karl Olsberg arbeitet mit den altbekannten Zutaten: eine taffe Frau, ein toller Kerl, ein verschrobener Physiker und natürlich Wurmlöcher, gefährliche Schwarze Löcher, der Large Hadron Collider und Zeitreisen. All dies wirft er in den Raum, vermischt mit allerlei physikalischen Fachbegriffen, die er oberflächlich erklärt. Die Geschichte mutet intelligent an, ist aber doch nur naiv ausgeschmückt, denn heimlich, still und leise hat ein Milliardär es mit einer Gruppe von Wissenschaftlern geschafft, einen völlig neuartigen Beschleuniger zu bauen, der dann tatsächlich Wurmlöcher erzeugt. In der Realität sind Beschleuniger aber das Ergebnis jahrelanger Konstruktion in riesigen Kollaborationen.


Am Ende war ich enttäuscht: Das Buch ist schnell gelesen und macht anfangs auch viel Spaß, aber dann fällt Karl Olsberg leider nicht viel mehr ein, als die bereits ausgelutschte Frage nach den Konsequenzen aus Zeitreisen aufzuwerfen. Schade.


Maike Pfalz

 

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