Rezension

Das Apollo-Projekt

Thorsten Dambeck: Das Apollo-Projekt, Kosmos, Stuttgart 2019, 160 S., geb., 19,99 Euro, ISBN 9783440162798

Der 50. Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung von Apollo 11 ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Verlage (mehr dazu in der kommenden Ausgabe). Früh dabei ist der Kosmos-Verlag mit dem Buch des Physikers und Wissenschaftsjournalisten Thorsten Dambeck, der das Apollo-Projekt großzügig bebildert Revue passieren lässt. Nach einer „Vorgeschichte“, die sich im Wesentlichen auf die zehn Jahre vor der Mondlandung konzentriert, als die sowjetische Mondsonde Lunik 3 erstmals die erdabgewandte Seite des Mondes fotografierte, widmet sich Dambeck zunächst kapitelweise der Saturn-V-Rakete, den Apollo-Tests und den bemannten Missionen 7 bis 17. Den Abschluss bildet der Abschnitt über die aktuelle und zukünftige Erforschung des Mondes.

Die „ganze Geschichte“, wie es der Untertitel des Buches verkündet, darf man allerdings nicht erwarten, denn von den insgesamt 160 Seiten bleiben nach Abzug der Bildseiten und der etwas zu großzügig geratenen „Titelseiten“ der Kapitel nur noch rund 60 Seiten für Text übrig. Daher kann der Autor nicht aus dem Vollen des umfangreich verfügbaren Materials zu Apollo schöpfen, sondern nur einen kompakten Abriss liefern. Wer sich das erste Mal in die Thematik einlesen möchte, kommt dabei durchaus auf seine Kosten.

Dass das „mittelformatige“ Buch weder ein ausführliches Sachbuch noch ein richtiger Bildband ist, erscheint mir als Nachteil. Der Bebilderung fehlt ein überzeugendes Konzept. Die Bilder sind selten da zu finden, wo es vom Text her sinnvoll wäre. Oft sind sie viel zu klein, manchmal zu groß. Instruktive Grafiken fehlen fast völlig, ebenso weiterführende Literaturhinweise. Kapitel zu übergreifenden Aspekten und eine bessere Abstimmung der Kapitel untereinander hätten dem Buch gut getan. Und die zehn Seiten zur „Mondverschwörung“ sind für mich überflüssig.

Alexander Pawlak