Rezension

Astronauten

I. Thiele-Eich, G. Thiele: Astronauten. Eine Familiengeschichte, Komplett Media, 2018, 240 S., geb., 22,90 €, ISBN 9783831204724

Eine Familiengeschichte

Die Initiative „Die Astronautin“ hat sich zum Ziel gesetzt, die erste deutsche Frau ins Weltall zu bringen. In einem intensiven Auswahlverfahren, das sehr ähnliche Tests umfasste wie bei der ESA, wurden aus über 400 Bewerberinnen zwei Astronautinnen ausgewählt, die im August 2017 ihr Training für einen Flug ins All 2020 begonnen haben. Eine davon hat ­einen berühmten Vater, nämlich den ehemaligen Raumfahrer Gerhard Thiele. Das vorliegende Buch ist quasi ein Dialog zwischen der 35-jährigen Insa Thiele-Eich und ihrem Vater.


Im ständigen Perspektivwechsel lassen sie ihre Familiengeschichte Revue passieren: Insa erzählt, wie es war, einen Astronauten als Vater zu haben, während Gerhard von seiner Auswahl als Astronaut und dem Flug ins All berichtet oder von der Angst, die nach den Unglücken von Challenger und Columbia mitfliegt. Und wenn Insa von ihrer Auswahl berichtet, ergänzt ihr Vater seine Perspektive.


Ausführlich wird die Initiative „Die Astronautin“ vorgestellt, die Claudia Kessler 2016 ins Leben gerufen hat. Insa Thiele-Eich erläutert hierbei, warum es wichtig ist, sich für Frauen in der Raumfahrt einzusetzen und wie sie den Spagat zwischen wissenschaftlicher Karriere, Astronautentraining und Familienleben mit inzwischen drei Kindern meistert. Damit kann sie sicherlich vielen jungen Mädchen Mut machen und als Vorbild dienen.
Das Buch ist sehr vielseitig, weil beide Autoren viel und Unterschiedliches zu sagen haben, und gleichzeitig kurzweilig, weil die Kapitel kurz sind und durch Infokästen oder Vater-Tochter-Gespräche aufgelockert werden. Wer sich für die Raumfahrt interessiert, wird in diesem Buch einen interessanten Blick hinter die Kulissen erhalten und erfahren, wie es ist, in einer Raumfahrerfamilie zu leben.


Maike Pfalz