Mit Vakuum- und Plasmatechnik zur Auszeichnung

  • 17. September 2015

Greiner Packaging erhält traditionsreichen Schweizer Verpackungspreis.

Den jährlich vom Schweizerischen Verpackungsinstitut (SVI) für herausragende Leistungen im Verpackungswesen vergebenen Swiss Packaging Award erhielt in diesem Jahr die Greiner Packaging AG. In der Kategorie „Technik“ konnte sich die schweizer Tochter der Greiner Holding AG mit ihrer „inert barrier technology“ gegenüber der Konkurrenz durchsetzen.

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Abb.: Die aus PP spritzgegossenen Becher erhalten mittels der inert barrrier technology eine SiOx-Beschichtung. (Bild: Greiner Packaging).

Mit der neuen Technologie gelang es dem Unternehmen, die Lebensmittelhaltbarkeit bei Kunststoffbechern auf ein neues Niveau zu heben. Wurde die Haltbarkeit von Lebensmitteln bislang vor allem durch ultra-hohes Erhitzen oder die Zugabe von Konservierungsmitteln erreicht, ermöglicht das ibt-Verfahren nun eine Haltbarkeitsverlängerung ohne diese Maßnahmen. Greiner Packaging zählt zu den globalen Vorreitern, die das Verfahren auch im Bereich Becherverpackungen erstmalig zum Einsatz bringen. Ziel der Beschichtung: Die Migration zwischen dem Füllgut und der Verpackung zu minimieren und das Füllgut gleichzeitig vor Einwirkungen von außerhalb zu schützen.

Bereits vor einem Jahr machte Greiner Schlagzeilen, als die gemeinsam mit Beschichtungsspezialisten der Cavonic GmbH entwickelte ibt-Anlage in Diepoldsau die erste Serienproduktion aufnahm, und die Projektpartner die neue Technologie als „Quantensprung bei der Bewahrung der Lebensmittelqualität“ feierten.

Mit dem ibt-Verfahren wird eine Barriereschicht auf die Kunststoffbecher aufgebracht. Zur Anwendung kommen dabei die hervorragenden Eigenschaften von Siliziumoxid: Die Becher werden in eine Kammer geleitet, in der ein Vakuum erzeugt wird. Anschließend werden Sauerstoff und siliziumhaltiges Gas in die Kammer geleitet, und mittels einer Elektrode wird Plasma erzeugt. Die Moleküle der entstehenden Schicht sind kovalenten an den Kunststoff gebunden. Die so entstandene SiOx-Schicht ist chemisch inert, also reaktionsarm. Die Sauerstoff- und Wasserdampfdurchlässigkeit wird durch die geschlossene Schicht stark reduziert. Im Vergleich zu unbeschichteten Kunststoffbechern aus Polypropylen (PP) steigt die Sauerstoffbarriere um den Faktor 20. Gegenüber Verpackungen aus Polystyren (PS) erhöht sie sich sogar um den Faktor 30. Die inert barrier technology sorgt so für optimalen Aromaschutz und erhält Geruch und Geschmack des Füllgutes. Gegenüber Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert sie unempfindlich und ist zudem flexibel, pasteurisations- und sterilisationstauglich.

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Abb.: Die Becher werden in eine Kammer geführt. Dort wird ein Vakuum erzeugt und anschließend siliziumhaltiges Gas und Sauerstoff eingeleitet. Mittels der Elektrode wird das Plasma erzeugt. Dann erfolgt der schichtweise Aufbau der Beschichtung. (Bild: Cavonic).

Die inert barrier technology verhindert einen sogenannten Retort Shock (Abfall der Barrierewirkung). Dadurch ermöglicht sie eine längere Haltbarkeit von Lebensmitteln ohne den Zusatz von Konservierungsstoffen. Auch optisch vermag die Barriereschicht zu überzeugen: Die Beschichtung aus Siliziumoxid kann auch bei Bechern aus hochtransparenten Materialien eingesetzt werden, ohne die Transparenz zu beeinflussen. Das Plus in puncto Nachhaltigkeit: Durch die längere Haltbarkeit kann der unnötigen Verschwendung von Nahrungsmitteln entgegengewirkt werden. Auf die Bereiche Entsorgung bzw. Recycling hat die Beschichtung keine Auswirkungen – ebenso wenig auf das Verpackungsgewicht.

Am Standort Diepoldsau in der Schweiz wurde im vergangenen Jahr ein Kompetenzzentrum eingerichtet, das die Entwicklung im Barrierebereich weiter vorantreibt sowie die inert barrier technology vermarktet.

Greiner Packaging / LK

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