Forschung in dünnsten Schichten

  • 25. June 2013

Am kommenden Freitag erhält Dr. Ermin Malić den Karl-Scheel-Preis für herausragenden Arbeiten zur Modellierung der ultra-schnellen Relaxationsdynamik in Graphen.

Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin (PGzB) verleiht am 28. Juni 2013 den Karl-Scheel-Preis 2013 an Dr. Ermin Malić. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Gesellschaft vergibt. Dr. Ermin Malić leitet seit 2011 eine Einstein-Nachwuchsgruppe zum Thema Kohlenstoff-basierte Hybridnanostrukturen im Institut für Theoretische Physik der TU Berlin.

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Abb.: Graphen kann sowohl in ein Fulleren als auch ein Kohlenstoff-Nanoröhrchen gerollt sowie zu Graphit gestapelt werden. Bild: Nature Publishing Group

Er erhält den Preis „in Würdigung seiner herausragenden Arbeiten zur Modellierung der ultra-schnellen Relaxationsdynamik in Graphen“, wie die PGzB in ihrer Begründung schreibt. Ziel der aktuellen Forschung von Dr. Ermin Malić ist ein fundamentales mikroskopisches Verständnis der optischen und elektronischen Eigenschaften von Graphen. Es handelt sich dabei um eine einzelne Atom-dicke Schicht von Graphit, dem Material aus dem ein einfacher Bleistift besteht. Graphen ist damit das dünnste Material, das man sich vorstellen kann. Dies verleiht ihm zahlreiche interessante Eigenschaften, die es zu einem vielversprechenden Material für technologische Anwendungen machen, wie zum Beispiel hocheffiziente Solarzellen, optische Verstärker oder sogar Laser. 2010 wurde der Nobelpreis für Physik an A. Geim und K. Novoselov (University of Manchester) für ihre Forschung an Graphen verliehen.

Prof. Dr. Andreas Knorr, Leiter des Fachgebietes für Theoretische Physik an der TU Berlin, betont: „Ermin Malić ist ein herausragender Nachwuchswissenschaftler. In den fünf Jahren, in denen ich mit ihm zusammen gearbeitet habe, haben mich immer wieder seine Fähigkeiten, neue Themen aufzugreifen, selbstständig zu arbeiten und Studierende zu motivieren, beeindruckt. Seit 2011 leitet Ermin Malić eine Einstein-Nachwuchsgruppe, in der er sechs Doktoranden betreut. Außerdem ist er einer der wenigen Wissenschaftler, die ich kenne, die sich sozial engagieren und gleichzeitig auf höchstem Niveau forschen, erfolgreich Forschungsprojekte einwerben und hervorragend unterrichten können.“

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Abb.: Sowohl beruflich als auch privat: der Preisträger Dr. Ermin Malić hat schon manchen Gipfel erklommen. (Bild: E. Malić)

„Ausgezeichnet“ – so ließe sich der Lebenslauf des 1980 geborenen Dr. Ermin Malić überschreiben. Nach dem Abitur, das er an einem Berliner Gymnasium mit der Note 1,0 abschloss, nahm er im Jahr 2000 sein Physik-Studium an der TU Berlin auf. Dieses beendete er im Jahr 2005 mit Auszeichnung. Von 2006 bis 2008 promovierte er bei Prof. Dr. Andreas Knorr am Institut für Theoretische Physik der TU Berlin und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA). Die Dissertation legte er mit „summa cum laude“ ab. Vor wenigen Wochen hat er seine Habilitation abgeschlossen. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien belegen darüber hinaus seine hervorragenden Leistungen. Unter anderem war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Rahmen eines Postgraduierten-Auslandsstipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) forschte er in Barcelona an Kohlenstoff-basierten Hybridnanostrukturen. Zudem wurde er mit dem DAAD-Preis für sein hervorragendes Studium sowie für gesellschaftliches Engagement geehrt. Im Jahr 2008 erhielt er den Chorafas-Preis für besondere akademische Leistungen. Forschungsaufenthalte führten ihn in den vergangenen Jahren nach Spanien, Italien und in die USA.

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Abb.: Die Karl-Scheel-Medaille in Bronze (Durchmesser 12 cm) wurde durch den Berliner Bildhauer Scheibe gestaltet. (Bild: PGzB)

Die Physikalische Gesellschaft zu Berlin vergibt den Karl-Scheel-Preis für eine herausragende, in der Regel nach der Promotion entstandene wissenschaftliche Arbeit eines Mitgliedes der Gesellschaft. Dem Vermächtnis Karl Scheels folgend, wird der Preisträgerin oder dem Preisträger anlässlich eines Festkolloquiums (Karl-Scheel-Sitzung) die Karl-Scheel-Medaille sowie ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro überreicht. Auch im vergangenen Jahr ging der Preis an eine Wissenschaftlerin der TU Berlin. Im Juni 2012 wurde Dr. Kathy Lüdge vom Institut für Theoretische Physik ausgezeichnet.

Vergeben wird der Preis am Freitag, den 28. Juni 2013, ab 17.15 Uhr im Hörsaal des Magnus-Hauses, Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin.

TUB / LK

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