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Quantenmechanik – Eine Einführung des Nobelpreisträgers Steven Weinberg

  • von Steven Weinberg
  • 03. February 2016
thumbnail image: Quantenmechanik – Eine Einführung des Nobelpreisträgers Steven Weinberg

Steven Weinberg: Quantenmechanik: Eine Einführung des Nobelpreisträgers Steven Weinberg, Pearson, Hallbergmoos 2015, 416 S., geb., 69,95 €, ISBN 9783868942637

„Es gibt viele schöne Bücher über Quantenmechanik“, bemerkt Steven Weinberg im Vorwort zu seinem jüngsten Lehrwerk und nimmt damit implizit die Frage des Übersetzers ins Deutsche, Ulrich Schollwöck, voraus: „Noch ein Buch über Quantenmechanik?“ Doch nur wer unaufmerksam ist, schiebt es eingedenk eines bereits überquellenden Bücherregals beiseite. Wer Weinbergs Werk über Quantenfeldtheorie kennt, erwartet exzellent geratenen Lehrbuch-Nachwuchs und wird nicht enttäuscht.

Weinbergs Einführung in die Quantenmechanik enthält den Stoff für eine einjährige Vorlesung, während es den Themen nach den typischen Inhalt eines einsemestrigen Grundkurses umfasst. Der eigent­lichen Einführung sind ein historisches Kapitel sowie eines über die Wellenmechanik der wichtigsten Potentialprobleme vorangestellt. Man wird auf dem Weg zu einem tiefen Verständnis des Formalismus an die Hand genommen und entwickelt spielend ein Gefühl für die Symmetrieprinzipien, welche die Struktur der Quantenwelt bestimmen. Eine Herangehensweise, die man sich in jedem modernen Theorie-Kurs umgesetzt wünscht!
Der Autor tritt gleich zu Anfang mit einer klar geschriebenen Darstellung der verschiedenen Interpretationsansätze einer „Shut up and calculate!“-Philosophie entgegen. Dabei gilt sein besonderes Augenmerk den Unzulänglichkeiten all dieser Ansätze. In meist ungezwungener, erzählerischer Art führt Weinberg durch die wichtigsten Werkstätten der quantentheoretischen Handwerkskunst. Nach den Näherungsmethoden geht es durch die Streutheorie-Vorzimmer der Atom-, Molekül-, Kern- sowie Elementarteilchenphysik zu den Wächtern, die mit Eichprinzipien und klassischen Feldmethoden vor den Toren zur Quantenoptik und Quantenfeldtheorie warten. Selbstverständlich fehlen auch nicht die (Schein-)Paradoxa der Verschränkung und andere Wegweiser zur modernen Quanteninformationstheorie. Darüber hinaus ist es an einigen Stellen empfehlenswert, auch zur erweiterten, zweiten Auflage des englischen Originals zu greifen. Dies nicht zuletzt wegen der dort zumindest teilweise kor­rigierten Fehler in den Literaturangaben, die in der vorliegenden deutschen Version der ersten Auflage noch enthalten sind. In einer Neuauflage könnte die insgesamt sehr gute Übersetzung durch sprach­lichen Feinschliff noch etwas gewinnen. Diese folgt präzise dem englischen Original und reproduziert damit auch manchen Schachtelsatz des Autors.

Das Buch ist in erster Linie Lehrenden und Forschernachwuchs zu empfehlen. Studierende können jedoch auch viel Gewinn daraus ziehen, am besten in Ergänzung zu anderen Lehrbüchern, die beispielsweise auch Grafiken zur Veranschaulichung enthalten. Die heute übliche, Diracsche „bra-ket“ Schreibweise vermeidet Weinberg übrigens entschieden. In seinem Vorwort bemerkt er, dass jedes Buch über Quantenmechanik eine Übung im Weglassen sei.

Thomas Gasenzer

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